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"Ich mache mir Sorgen um meine Töchter, mit welchen Typen die es mal zu tun kriegen"

    München (ots) - Sylvester Stallone im Tele 5-Interview über Kampfgeist, Ängste und Rambos Selbstmordgedanken.

    Der Spielfilmsender zeigt die ersten drei Rambo-Filme, immer freitags, am 14., 21. und 28. November nach 22.00 Uhr

    Tele 5: Mit den drei 'Rambo'-Filmen haben Sie in den 80er Jahren Meilensteine des Action-Kinos gesetzt. Warum haben sie nach fast zwei Jahrzehnten 'John Rambo' erneut in den Kampf geschickt?

    Sylvester Stallone: Ich hätte ich auch nie gedacht, dass es nach dem dritten Teil 19 Jahre später noch einen 'Rambo' geben könnte. Als ich 1982 den Film gedreht hatte, passte das in die Zeit. Aber auch jetzt ist das Timing perfekt. Das Klima hat sich radikal verändert. Eine gewisse Energie liegt in der Luft. Vielleicht ist die Zeit reif für 'Rambo'. Denn in unserem Land haben sich Zorn und Furcht aufgebaut. Kunst war immer gut dafür, Dampf abzulassen. Damit können sich die Leute identifizieren. Es gibt einige universale Wahrheiten, für die der Film steht: Krieg ist die Hölle, es gibt keine Gewinner. Und es geht um Gerechtigkeit.

    Der neue Rambo spielt wieder im Dschungel, nur statt in Vietnam in Burma. Ist das der neue Schurkenstaat?

    Rambo ist naturverbunden, wie ein Indianer. In der Stadt würde er sterben. Und Burma hat gepasst, um der Figur etwas Aktuelles zu geben. Das ist eine einzige Hölle, es liegt nahe Vietnam und keiner weiß irgendetwas drüber. Das hat alles viel Sinn gemacht. Die Synergie war perfekt.

    Ist Kampf noch immer die Antwort? Sie haben kleine Töchter. Sollen die später eine Waffe in der Hand haben?

    Nein, kein Vater wünscht das. Aber Kampfgeist wünsche ich ihnen. Man muss bei Niederlagen wieder aufstehen. Ich wünschte, meine Töchter würden boxen. Ich mache mir jetzt schon Sorgen, mit was für Typen die es später mal zu tun kriegen. Ich fände es toll, wenn sie abends weggehen und ich sicher sein könnte: Sie wissen sich zu wehren. Aber das wird nicht passieren. Grundsätzlich finde ich Boxen eine tolle Art, Kampfgeist zu lernen. Ich kenne nichts Besseres, auch für Frauen. Selbst wenn man nie im Ring steht, bringt es einen weiter. Und man kann damit seine Aggressionen loswerden.

    Was weckt den Kampfgeist in Ihnen?

    Gegenwind. Und die Angst davor, dass ich mir später eingestehen müsste, es nicht versucht zu haben. Erst wenn das Leben einem Verletzungen zufügt, dann spürt man, was wirklich in einem steckt. Der einzige Respekt, der in der Welt wirklich zählt, ist Selbstrespekt. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.

    Haben Sie je daran gedacht, dass einer Ihrer Helden, Rambo oder Rocky, im Kino sterben könnte?

    In 'Rocky V' sollte Rocky eigentlich sterben. Mitten auf der Straße - wo er herstammt. Ich bin froh, dass das nicht passiert ist. Das war aber zu morbid und kitschig. So hatten wir ein anderes unbefriedigendes Ende. Ich wollte auch, dass Rambo stirbt. In der Romanvorlage zum ersten Teil steht bereits, dass er Selbstmord begeht. Komische Vorstellung. Quentin Tarantino hat mal mit mir diskutiert und gesagt, es wäre ein Fehler gewesen, dass er weiterlebt. Künstlerisch gesehen hat er vielleicht sogar recht. Aber ich fand es nihilistisch. Ich hatte zuviel Zeit mit Vietnam-Veteranen verbracht. Viele brachten sich wirklich um. Das wollte ich nicht ermutigen. Auch im letzten Teil dachte ich mir: Nein, die Botschaft wäre dann ja die, dass es tödlich ist, seinen Idealen zu folgen und an seinen Träumen festzuhalten. Das wäre schlecht. (Lacht)

    War es schwer, wieder in die Figur zu finden?

    Ich habe mir die alten Filme nicht nochmal ansehen müssen. Der alte Rambo war aggressiver, er hatte mehr Eitelkeit in sich. Jetzt ähnelt er ein bisschen mehr Rocky.

    Interview: Rüdiger Suchsland für Tele 5

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    'Rambo' auf Tele 5:

    Freitag, 14. November, 22.05 Uhr, 'Rambo I' Freitag, 21. November, 22.20 Uhr: 'Rambo II - Der Auftrag' Freitag, 28. November, 22.05 Uhr: 'Rambo III'

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