EMI: Sinkende Produktion schürt Rezessionsängste

   

Frankfurt am Main (ots) - Die deutsche Industrie konnte auch im Juli 2012 ihren Abwärtstrend nicht stoppen. In vielen Betrieben wurde die Produktion zum vierten Mal hintereinander und so stark gedrosselt wie seit April 2009 nicht mehr. Die erneut deutlichen Auftragsverluste führten dazu, dass der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) binnen vier Wochen um zwei Zähler auf 43,0 Punkte sank. Damit ist der stärkste Rückgang des wichtigen Konjunktur-Frühindikators seit Juni 2009 zu verzeichnen. Der EMI liegt nun schon den fünften Monat in Folge unter der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird.

"Wäre nicht der abwärts gerichtete Konjunkturverlauf zu beklagen, könnten sich unsere Einkäufer eigentlich freuen. Denn: Seit Monaten befinden sich viele Rohstoffpreise im Sinkflug und dämpfen damit die Beschaffungskosten", betont BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt. Helaba-Chefvolkswirtin Dr. Gertrud Traud hofft darauf, dass die deutsche Wirtschaft wieder anzieht. "Sollte in den kommenden Monaten allerdings keine Besserung eintreten, müssten wir unsere BIP-Prognose für das kommende Jahr von derzeit 1,7 Prozent signifikant reduzieren", sagte Traud dem BME. Für DIHK-Chefvolkswirt Dr. Alexander Schumann wird die Eurokrise für die deutsche Wirtschaft immer mehr zur Belastung. "Was Wirtschaft und Finanzmärkte jetzt brauchen, ist politische Verlässlichkeit , nicht mehr Schulden", so Schumann auf BME-Anfrage.

Der "Markit/BME-Einkaufsmanager-Index" (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt. Er wird von der britischen Forschungsgruppe Markit Economics, London, erstellt. Der Index beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (PMI).

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