Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.

Helmut Schmidt auf BME-Symposium: "Angst vor China falscher Weg!"

Frankfurt am Main (ots) - Zu mehr Toleranz und Neutralität gegenüber China mahnte Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt in seiner Abschlussrede des heute zu Ende gegangenen BME-Symposiums Einkauf und Logistik in Berlin. Es gäbe keinen Grund zur Herablassung oder auch zur Belehrung. China sei gleichberechtigter Partner neben den Weltmächten USA und Russland. Die westliche Welt habe sich dem technologisch-wirtschaftlichen Wettbewerb zu stellen und sich auf seine Kompetenzen der qualitativen Entwicklung und Forschung zu konzentrieren. "Angst vor China ist der falsche Weg", so Schmidt.

Die Chinesen befänden sich in einem "überaus erfolgreichen ökonomischen Experiment, das unglaublich klug ausgeweitet" werde. Als Beispiel nannte er schrittweise ausgebaute Sonderzonen wie Shenzen.

Das Land habe heute drei große wirtschaftliche Probleme zu bewältigen: die Überbevölkerung mit der Vermassung der Städte, die nicht vorhandene Altersversorgung und Krankenversicherung sowie die Umweltproblematik auf Grund breiter Industrialisierung. Die Entwicklung zum Rechtsstaat werde noch einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Ein Problem für die Chinesen selbst ist laut Schmidt auch das Vakuum, das seit der Mao-Ära nicht gefüllt worden sei. "Der Konfuzianismus könnte an diese Stelle treten", glaubt der Altbundeskanzler.

Politisches Problem sei die Taiwanfrage. "Man darf dennoch heute Gelassenheit der Regierungsverantwortlichen Chinas in der Außenpolitik erwarten, sowohl gegenüber den USA als auch Ländern wie Indien und Russland", so die Einschätzung Helmut Schmidts.

Das 43. BME-Symposium des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME, Frankfurt) verzeichnete an zweieinhalb Tagen wieder 2.000 Teilnehmer. Highlights des größten europäischen Beschaffungskongresses waren neben den Auftritten Helmut Schmidts und Renate Künasts (Fraktionsvorsitzende Bundestagsfraktion Bündnis 90/Grüne) die Verleihung des BME-Innovationspreises an die Landesbank Baden Württemberg sowie die Vorstellung des Code of Conduct, einer Compliance-Richtlinie für Unternehmen" gegen Korruption, Kinderarbeit und Kartelle.

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