Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB)

VÖB: EZB steuert Misstrauen in den Euro entgegen

    Berlin (ots) - Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands,
VÖB, begrüßt den stabilitätspolitischen Kurs der Europäischen
Zentralbank (EZB). VÖB-Volkswirtin Dr. Astrid Rohles, erklärte heute
in Berlin, "dass das Misstrauen der Deutschen, dass der Euro nicht so
stabil wird wie die D-Mark, mit konsequenter Politik abgebaut werden
muss." Die Beibehaltung des Referenzwertes für die
Geldmengenexpansion in Höhe von 4,5 % für 2002 stehe im Einklang mit
dem stabilitätspolitischen Auftrag der EZB.
    
    Mit dieser Zielvorgabe habe sich die EZB dem Ziel der
Preisniveaustabilität in Höhe von 2 % verpflichtet. Die
Bestimmungsfaktoren der Geldmengenexpansion, Produktionspotenzial,
tolerierte Preissteigerung in Höhe von 2 % sowie
Umlaufgeschwindigkeit, seien der EZB unverändert. Die Zielvorgabe für
die Geldmengenexpansion bilde in der geldpolitischen Strategie der
EZB die erste Säule neben der kontinuierlichen Betrachtung aller für
die zukünftige Preisniveauentwicklung relevanten Faktoren als zweite
Säule.
    
    Von dieser Entscheidung der EZB gehe das eindeutige Signal an die
europäischen Verbraucher aus, dass die europäische Geldpolitik das
Ziel der Geldwertstabilität mit Nachdruck verfolge. Dies sei
insbesondere im Jahr der Euro-Bargeldeinführung wichtig, wenn die
Verbraucher den Euro erstmals in Banknoten und Münzen in Händen
halten würden.
    
    Das 2001 beobachtete Überschießen der Geldmengenexpansion sei zum
großen Teil auf Sonderfaktoren zurückzuführen, so z. B. die
verstärkte Haltung von Liquidität aufgrund der flachen Zinsstruktur
und die Nachfrage von Geldmarktfonds im Ausland. Letzterer werde von
der EZB herausgerechnet. Diese Faktoren seien nicht unmittelbar
nachfragewirksam und hätten daher kein Inflationspotenzial. Dass die
EZB die Leitzinsen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht weiter gesenkt
habe, unterstreiche ihre Stabilitätsorientierung.
    
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