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KfW: Mittelstandskonjunktur: Erholung hält an / Zuwachs auf Westdeutschland beschränkt
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Mittelstandskonjunktur: Erholung hält an
Zuwachs auf Westdeutschland beschränkt

    Frankfurt am Main (ots) -

    Die im vergangenen Herbst begonnene Konjunkturerholung der kleinen und mittleren Unternehmen gewann zuletzt etwas an Tempo. Allerdings steht sie noch nicht auf einem breiten Fundament. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des KfW-Indikators Mittelstandskonjunktur für das 2. Quartal 2004.*

    Mit einem Plus von 1,4 Zählern auf jetzt 98,1 Punkte verbuchte der Indikator den dritten Vorquartalszuwachs in Folge (1. Quartal 2004: +0,4). Auch im Vorjahresabstand (+2,4) kletterte der Index erstmals seit eindreiviertel Jahren wieder über die Nulllinie. Zu dem Anstieg beigetragen haben allerdings nur die alten Bundesländer, während der Teilindex für Ostdeutschland mit 98,8 Punkten sowohl das Vorquartals- (-4,3) als auch im Vorjahresniveau (-5,3) recht deutlich verfehlte.

    Die vier Hauptwirtschaftsbereiche liefern weiterhin ein uneinheitliches Bild. Eindeutig vorn ist, wie bereits zu Jahresbeginn, das Verarbeitende Gewerbe, das gegenüber dem vorangegangenen Quartal um 3,5 Zähler zulegte und mit 99,6 Indexpunkten den branchenspezifischen langfristigen Durchschnitt von 95,2 Zählern klar übertraf. Es zeigt sich sehr deutlich, dass die Konjunktur bisher nur auf einem Zylinder den Exporten richtig läuft, wovon vor allem der industrielle Mittelstand, nicht zuletzt wegen seiner engen Liefer- und Leistungsverflechtungen mit den großen international ausgerichteten Firmen, besonders profitiert.

    Auch der Bau konnte im zweiten Quartal zulegen (+7,9), während der Aufschwung an den mittelständischen Firmen des tertiären Sektors bislang vorbeigegangen ist. Die Dienstleister (+/-0,0) stagnierten im Vorquartalsvergleich, und der Handel (-1,8) musste sogar erneut Einbußen hinnehmen. Dies unterstreicht die mittlerweile chronische Schwäche der Binnennachfrage einmal mehr.

    "Nach mehreren Jahren der Stagnation ist unsere Volkswirtschaft auf dem Wege der Besserung, das spürt inzwischen auch der Mittelstand", sagte KfW-Chefvolkswirt Dr. Norbert Irsch in Frankfurt. Allerdings ist die mit dem weltwirtschaftlichen Rückenwind in Gang gekommene Erholung noch immer zu schwach, um dem Arbeitsmarkt Impulse zu geben und so die Binnenwirtschaft mitzuziehen. "Ohne eine solide Inlandskonjunktur sind Rückschläge jederzeit möglich; wahrscheinlicher ist allerdings eine Fortsetzung des noch immer recht fragilen Aufschwungs in Deutschland", so Irsch.

    * Dem Indikator liegen die Angaben KfW-geförderter Unternehmen mit höchstens 500 Beschäftigten und maximal 50 Mio EUR Jahresumsatz über ihr zentrales Investitionsmotiv zu Grunde (rund 2.000 Fälle pro Quartal). Ein zunehmender Anteil von Unternehmen, die Geschäftsausweitungen planen, wird, ebenso wie ein rückläufiger Rationalisiereranteil, als positives Konjunktursignal gewertet. Die Antworten werden mit dem Umsatz der in dem Bezugsquartal geförderten Investoren gewichtet sowie, unter Zugrundelegung fixer Branchen- und Regionengewichte, in einen Index [2000=100] überführt. Berechnet wird der Indikator für drei regionale (Deutschland, West, Ost einschließlich Berlin) und vier sektorale (Verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel, Dienstleister) Segmente.

ots Originaltext: KfW
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