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Förderjahr 2015: KfW-Fördervolumen steigt aufgrund hoher Nachfrage auf 79,3 Mrd. EUR

Frankfurt am Main (ots) -

   - Fördervolumen in Deutschland wächst um 6,0 % auf 50,5 Mrd. EUR
   - Anstieg der internationalen Finanzierungen auf 27,9 Mrd. EUR 
     (+9,7 %)
   - Starke Nachfrage bei Klima- und Umweltfinanzierungen mit 29,5 
     Mrd. EUR (+11,0 %)
   - Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland mit 1,5 Mrd. EUR gefördert
   - Engagement im Bereich Venture Capital neu aufgestellt und 
     erweitert 

Die KfW Bankengruppe hat im Jahr 2015 eine sehr hohe Nachfrage nach ihren Finanzierungsprodukten verzeichnet. Die Förderzusagen sind auf ein Gesamtvolumen von 79,3 Mrd. EUR gestiegen (2014: 74,1 Mrd. EUR, +7,0 %).

Das inländische Fördergeschäft erreichte ein Zusagevolumen in Höhe von 50,5 Mrd. EUR (2014: 47,6 Mrd. EUR, +6,0 %) und hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. Dadurch konnten Wachstumsimpulse für die deutsche Wirtschaft gesetzt werden. Der Anstieg ist sowohl auf die anziehende gewerbliche Finanzierungsnachfrage als auch auf die starke Nachfrage bei Wohnungsbaufinanzierungen zurückzuführen.

Das Geschäftsvolumen im internationalen Geschäft lag mit 27,9 Mrd. EUR um 9,7 % höher als im Vorjahr (2014: 25,5 Mrd. EUR). Stark nachgefragt waren insbesondere Finanzierungen der KfW IPEX-Bank als Spezialist für Export- und Projektfinanzierungen. Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank verzeichnete erneut einen hohen Anteil an Klima- und Umweltfinanzierungen und dort vor allem bei der Finanzierung von umweltfreundlicher Energieerzeugung und -versorgung.

Wie in den vorangegangenen Jahren hat die KfW Bankengruppe ihre Rolle als weltweit führender Finanzierer für Klima- und Umweltfinanzierungen mit Finanzierungszusagen von insgesamt 29,5 Mrd. EUR (2014: 26,6 Mrd. EUR, +11,0 %) weiter gefestigt.

"Das Jahr 2015 war ein sehr erfolgreiches Förderjahr. Mit ihren Förderprodukten leistete die KfW einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt Deutschlands. Auch 2016 werden wir zielgerichtete Förderung anbieten. So werden wir in den nächsten Jahren zwei Milliarden Euro über die Landesförderinstitute für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen", sagt Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe.

Die KfW unterstützt Bund, Länder und Kommunen bei der Flüchtlingshilfe. Die Verzahnung der internationalen mit den inländischen Förderaktivitäten ist dabei ein wichtiger Faktor. Mit der Anfang September 2015 gestarteten Sonderfazilität "Flüchtlingsunterkünfte" konnte die KfW sehr schnell einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Kommunen in Deutschland bei der Flüchtlingsunterbringung leisten. Aufgrund der ungebrochen hohen Nachfrage wurde das Programmvolumen innerhalb kurzer Zeit von 300 Mio. EUR auf 1 Mrd. EUR und zum 20.01.2016 letztmalig auf insgesamt 1,5 Mrd. EUR aufgestockt. Mit diesem bereits im Januar 2016 ausgeschöpften Gesamtvolumen können insgesamt bis zu 150.000 Unterkunftsplätze entstehen.

"Die KfW-Sonderförderung Flüchtlingsunterkünfte ist das am schnellsten wirkende Finanzierungsangebot in der Geschichte der KfW. Noch nie wurde ein Förderprogramm so zügig umgesetzt und ausgeschöpft", sagt Dr. Schröder.

Im internationalen Bereich hat der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank derzeit ca. 70 laufende Vorhaben mit Flüchtlingsbezug in 20 Ländern und einem Gesamtvolumen von 1,4 Mrd. EUR. Insgesamt gehen rund 570 Mio. EUR Neuzusagen in 38 Projekte, die Flüchtlinge und die aufnehmenden Dörfer und Städte in den Partnerländern direkt unterstützen.

Die Digitalisierung des Fördergeschäfts hat signifikante Fortschritte gemacht. Einen Schwerpunkt bildete dabei der Ausbau der Fördermittelplattform Bankdurchleitung Online 2.0 (kurz BDO 2.0.). Im Bereich Wohnen erfolgt bereits heute jede zweite Kreditzusage online und innerhalb weniger Sekunden. Mit ihrem Digitalisierungskurs verfolgt die KfW konsequent das Ziel, die Antrags- und Zusageprozesse zu vereinfachen, zu standardisieren und zu automatisieren. Bis Ende 2015 haben sich alle Finanzierungspartner an die KfW-Fördermittelplattform angeschlossen bzw. stehen kurz davor. Relevante Finanzvermittlerplattformen und auch die Landesförderinstitute werden sukzessive angebunden. Zudem wurde im Jahr 2015 der Grundstein für die Abwicklung gewerblicher Produkte über BDO 2.0 gelegt.

Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

Im Rahmen der Umsetzung des Juncker-Plans hat die KfW zwei Garantievereinbarungen mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) unter dem KMU-Fenster des Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) unterzeichnet. Diese erlauben neue Kredite in Höhe von insgesamt 1,5 Mrd. EUR für junge Unternehmen und Gründer sowie innovative Unternehmen. Weitere Finanzierungen und Kooperationen unter Einbeziehung des EFSI befinden sich in der Planung. Zudem engagierte sich die KfW im Rahmen ihrer Aktivitäten zur kapitalmarktorientierten Mittelstandsfinanzierung auf dem europäischen Verbriefungsmarkt. Erstmals konnten dabei gemeinsam mit der Cassa Depositi e Prestiti (CDP) und dem EIF über eine italienische Leasingverbriefung Finanzierungen für europäische KMU bereitgestellt werden. Dies kann ein Modell für eine zukünftig stärkere Kooperation europäischer Förderinstitute darstellen. Der Ausbau dieser Zusammenarbeit bildete einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit der KfW im zurückliegenden Jahr.

"Die KfW ist sich ihrer Verantwortung für den europäischen Einigungsprozess bewusst. Mit unserem Beitrag stärken wir nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung in Europa, sondern auch bei uns in Deutschland", sagt Dr. Schröder.

Im Geschäftsfeld Mittelstandsbank betrug das Neugeschäftsvolumen im vergangenen Jahr 20,4 Mrd. EUR (2014: 19,9 Mrd. EUR). Die Förderkreditnachfrage der Unternehmen erwies sich insgesamt deutlich robuster als im Vorjahr.

Der Förderschwerpunkt Umwelt erzielte 2015 mit einem Fördervolumen von 9,3 Mrd. EUR (2014: 8,2 Mrd. EUR) einen kräftigen Zuwachs. So konnte im Bereich der gewerblichen Energieeffizienz mit einem Neugeschäftsvolumen von 3,8 Mrd. EUR ein sehr gutes Ergebnis erreicht werden (2014: 3,2 Mrd. EUR). Wesentlich dazu beigetragen hat die ausgesprochen positive Marktresonanz auf das im Juli eingeführte stark verbesserte Energieeffizienzprogramm. Auch im KfW-Programm Erneuerbare Energien konnten die Vorjahreswerte (4,1 Mrd. EUR) mit 4,5 Mrd. EUR übertroffen werden. Damit leistet die KfW 2015 wieder einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der nationalen Umwelt- und Klimaziele.

Im Förderschwerpunkt Gründung (3,7 Mrd. EUR) wurde ein sehr starkes Ergebnis erzielt (2014: 2,8 Mrd. EUR). Die Gründungsförderung weist erstmalig ein Neugeschäftsvolumen von deutlich über 3 Mrd. EUR aus. Dies konnte insbesondere durch die Ende 2014 umgesetzten Produkterweiterungen sowie durch die attraktive Gestaltung der Zinskonditionen erreicht werden.

In der Innovationsfinanzierung betrugen die Zusagen 0,8 Mrd. EUR (2014: 1,4 Mrd. EUR). Deutlich gestärkt wird die Innovationsfinanzierung durch die neue Strategie in der Beteiligungsfinanzierung. Über die neuen ERP-Venture Capital Fondsinvestments beteiligt sich die KfW in den kommenden Jahren mit bis zu 400 Mio. EUR an deutschen und europäischen Venture Capital Fonds. Insgesamt hebelt die KfW über die neue Beteiligungsfinanzierung in den nächsten Jahren privates Kapital in Höhe von bis zu 2,5 Mrd. EUR für innovative Start-Ups.

Die Zusagen im Bereich Allgemeine Unternehmensfinanzierung waren mit 6,6 Mrd. EUR rückläufig (2014: 7,6 Mrd. EUR). Ausschlaggebend hierfür war ein Nachfragerückgang beim Unternehmerkredit gegenüber dem Jahr 2014, als dieser außerordentlich stark nachgefragt war

Im Geschäftsfeld Kommunal- und Privatkundenbank / Kreditinstitute betrug das Neugeschäftsvolumen 30,1 Mrd. EUR (2014: 27,7 Mrd. EUR) und erreichte damit auch im langjährigen Vergleich einen neuen Spitzenwert.

Der Förderschwerpunkt Wohnen erzielte mit Zusagen in Höhe von 16,5 Mrd. EUR (2014: 14,3 Mrd. EUR) den kräftigsten Zuwachs. Grund war die anhaltend starke Neubaukonjunktur aufgrund des knapper werdenden Wohnraums in den Ballungsgebieten.

In der Infrastrukturfinanzierung wurde mit einem Fördervolumen von 5,0 Mrd. EUR (2014: 4,0 Mrd. EUR) ebenfalls ein starker Zuwachs erzielt. Neben der ohnehin guten Nachfrage hat sich hier mit der Sonderfazilität "Flüchtlingsunterkünfte" ein besonderer Wachstumsimpuls ergeben.

Im Förderschwerpunkt Bildung und Soziales erreichte das Fördervolumen mit 2,6 Mrd. EUR das Vorjahresniveau (2014: 2,6 Mrd. EUR). Das Vertragsvolumen in der Allgemeinen Refinanzierung für Landesförderinstitute lag mit 4,7 Mrd. EUR leicht über dem Vorjahresvolumen (2014: 4,6 Mrd. EUR). In der Individualfinanzierung Banken wurde mit der Refinanzierung von Exportkrediten und der Vergabe von Globaldarlehen ein Fördervolumen von 1,3 Mrd. EUR erreicht (2014: 2,2 Mrd. EUR).

Im Geschäftsfeld Kapitalmärkte wurden im Jahr 2015 neue Förderansätze realisiert. Die Neuzusagen der Förderaktivtäten am Kapitalmarkt zur Mittelstands- und Umweltfinanzierung lagen bei 1,1 Mrd. EUR. 2016 strebt die KfW Investitionen in Verbriefungstransaktionen in Höhe von 1,0 Mrd. EUR an und wird sich weiter aktiv auf dem europäischen Verbriefungsmarkt einbringen. Mit dem 2015 neu aufgelegten Green-Bond-Portfolio ergänzt die KfW ihre Finanzierungen im Umwelt- und Klimaschutz um ein Kapitalmarktinstrument. Zum Jahresende 2015 beliefen sich die Investments für dieses Portfolio auf 281 Mio. EUR, ein Ausbau auf bis zu 1,0 Mrd. EUR ist in den nächsten Jahren geplant.

Im Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung, das von der KfW IPEX-Bank verantwortet wird, wurde ein Neuzusagevolumen von 20,2 Mrd. EUR (2014: 16,6 Mrd. EUR) erzielt. Hierzu trugen insbesondere die Geschäftssparten Maritime Industrie (3,6 Mrd. EUR), Energie und Umwelt (3,2 Mrd. EUR) sowie Luftfahrt und Schienenverkehr (2,8 Mrd. EUR) bei. Die Finanzierungen im Bereich Maritime Industrie betreffen zu einem erheblichen Teil Kreuzfahrtschiffe, diejenigen der Sparte Energie und Umwelt im Wesentlichen On- und Offshore-Windparks sowie mehrere Gas- und Dampf-Kombi-Kraftwerke. Das sehr gute Neugeschäft im Bereich Luftfahrt und Schienenverkehr ist vor allem auf einige größere Finanzierungen für den Schienenverkehr zurückzuführen. Auch dies unterstreicht den Anspruch der KfW IPEX-Bank, signifikante Beiträge für den Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.

Der deutliche Anstieg gegenüber den Vorjahren ist bedingt durch eine Kumulierung von Sondereffekten: Hierzu zählen insbesondere großvolumige Einzelgeschäfte wie allein sechs Kreuzfahrtschiffe und Bankenrefinanzierungen im maritimen Bereich. Hinzu kommt, dass die Entwicklung des Dollar-Euro-Wechselkurses das Zusagevolumen im Vergleich zu den Vorjahren um rund 1,0 Mrd. EUR überzeichnet. Mit dem gestiegenen Neugeschäftsvolumen hat auch die konsortiale Zusammenarbeit mit Partnerbanken weiter an Bedeutung gewonnen.

Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank hält seine Neuzusagen auf hohem Niveau. Im vergangenen Jahr wurden im Auftrag der Bundesregierung rund 6,7 Mrd. EUR für Entwicklungsprogramme auf der ganzen Welt bereitgestellt - die zweithöchste Summe überhaupt nach dem Rekordjahr 2014 (EUR 7,4 Mrd.). Dabei erhielt die krisengeschüttelte Region Nordafrika/Nahost mit 955 Mio. EUR einen signifikanten Teil der Neuzusagen. Mit fast 60 % der Neuzusagen werden außerdem Projekte und Programme im Klima- und Umweltschutz gefördert.

Die DEG, Tochtergesellschaft der KfW, sagte 2015 rund 1,1 Mrd. EUR (2014: 1,5 Mrd. EUR) für die Finanzierung von Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu. Angesichts politisch und konjunkturell schwieriger Entwicklungen in wichtigen Zielmärkten konzentrierte sich die DEG 2015 im Neugeschäft auf Finanzierungen mit gutem Risiko-Ertrags-Profil und hoher Entwicklungsrelevanz. Schwerpunkte bildeten dabei Finanzierungen in Afrika und weiteren Zukunftsmärkten sowie für kleine und mittlere Unternehmen: Mit 632 Mio. EUR entfielen rund 60 Prozent der Neuzusagen auf den Mittelstand; für Afrika und weitere Zukunftsmärkte konnten 566 Mio. EUR zugesagt werden, ein Anteil von 53 Prozent.

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäftes nahm die KfW 2015 in einem schwankenden Marktumfeld Mittel in Höhe von 62,6 Mrd. EUR an den internationalen Kapitalmärkten auf. Sie emittierte 175 Anleihen in 14 Währungen, wobei die Kernwährungen EUR und USD 82 % bestimmten. Der USD hatte mit 45 % (28 Mrd. EUR) erstmals den größten Anteil. Die KfW emittierte zudem fünf Green Bonds in EUR, USD, AUD, GBP und SEK im Gegenwert von 3,7 Mrd. EUR. Im Jahr 2016 setzt die KfW ihre etablierte Emissionsstrategie unverändert fort, der Refinanzierungsbedarf liegt mit 70-75 Mrd. EUR höher als im Vorjahr.

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