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KfW steht für Liquidität, Flexibilität und Verantwortung am Kapitalmarkt

Frankfurt am Main (ots) -

   - Mittelaufnahme 2016 in Höhe von 70-75 Mrd. EUR geplant
   - "Green Bonds - Made by KfW" - Nachhaltigkeitsrating der Banken 
     wird Kriterium bei Mandatsvergabe
   - Europäische Kooperation zur Verbriefung von Mittelstandskrediten 

Die KfW plant, im kommenden Jahr Anleihen im Wert von 70 bis 75 Mrd. Euro an den internationalen Kapitalmärkten zu begeben. Die Förderbank rechnet für 2016 mit steigenden Wachstumsraten und zunehmender Dynamik in Deutschland und Europa. "Wir sind optimistisch für das Wachstum im nächsten Jahr und erwarten, dass sich diese positive Entwicklung im Fördergeschäft spiegeln wird. Wir werden auch 2016 unsere bewährten Stärken einsetzen, um die Mittel zur Refinanzierung unseres Förderauftrags zu bestmöglichen Konditionen bereit zu stellen", erklärt Dr. Günther Bräunig, Kapitalmarktvorstand der KfW, anlässlich des jährlichen Kapitalmarkt-Pressegesprächs der Förderbank in Frankfurt.

In diesem Jahr hat die KfW zur Refinanzierung ihres Fördergeschäfts rd. 62 Mrd. EUR an den internationalen Kapitalmärkten über die Emission von rund 170 Anleihen aufgenommen. Die sehr ungewöhnlichen Marktentwicklungen, die 2015 geprägt haben, forderten eine äußerst flexible Emissionsstrategie. Im Ergebnis weist die KfW-Refinanzierung 2015 insgesamt erstmals einen höheren Anteil an US-Dollar (umgerechnet rd. 28 Mrd. EUR, 45 % der gesamten Mittelaufnahme) aus als die Heimatwährung Euro (rd. 23 Mrd. EUR, 38 %). Darüber hinaus hat die KfW Anleihen in 12 weiteren Fremdwährungen im Gegenwert von rd. 11 Mrd. EUR (17 %) emittiert - darunter erstmals auch im neuseeländischen Kauri-Markt.

"Die Kapitalmärkte standen unter dem Einfluss der amerikanischen und europäischen Zentralbank-Politik, verunsicherter Investoren, verzerrter Sekundärmärkte und zunehmender Regulierung. Das Marktumfeld hat sich vor allem in den Kernwährungen Euro und US-Dollar über das ganze Jahr hinweg ständig verändert, was uns ein sehr hohes Maß an Flexibilität abverlangt hat", sagt Bräunig.

Seit der Ankündigung des Anleihe-Kaufprogramms der EZB ("QE") vom Januar 2015 sanken die Renditen deutscher Staatsanleihen und auch der KfW-Anleihen auf nie gesehene Tiefstände. Investoren wichen im Jahresverlauf daher auf andere Märkte aus. So avancierte der US-Dollar bereits im ersten Quartal zur wichtigsten Refinanzierungswährung der KfW und allein im ersten Halbjahr emittierte sie vier USD-Globalanleihen über insgesamt 15 Mrd. USD.

Gleichwohl konnte die KfW auch in ihrem von Renditetiefständen geprägten Heimatmarkt liquide Euro-Anleihen emittieren, indem sie das Interesse der internationalen Investoren zum jeweils richtigen Zeitpunkt aufgriff, wie beispielsweise mit ihrer 15-jährigen Anleihe vom April. Erstmals im Oktober emittierte die KfW eine Benchmark-Anleihe, die eine negative Rendite aufwies.

"Das Marktumfeld war 2015 alles andere als leicht, aber wir haben uns bestens geschlagen und unseren Investoren in Zeiten mangelnder Liquidität kontinuierlich liquide Anleihen geboten. 2016 wird ebenfalls herausfordernd sein. Wir werden unseren Zugang zu allen Marktsegmenten zu nutzen wissen und uns professionell an Marktgegebenheiten anpassen", sagt Bräunig. Letztlich komme es darauf an, bei jedem Emissionsvorhaben alle relevanten Parameter - Preis, Volumen, Laufzeit und Emissionszeitpunkt - sehr genau abzuwägen, um Anleihen erfolgreich an den Markt zu bringen.

Klimaschutz braucht Green Bond-Markt

2015 hat die KfW Green Bonds im Wert von rd. 3,7 Mrd. EUR emittiert und ihrer Ankündigung entsprechend liquide Green Bonds auch in Australischen Dollar und Britischen Pfund an den Markt gebracht. 2016 wird sie dieses Marktsegment mit "Green Bonds - Made by KfW" weiter unterstützen, je nach Marktlage auch in neuen Währungen und Laufzeiten, dabei aber auch einen neuen Impuls setzen: "Als erster Emittent werden wir zukünftig auch das Nachhaltigkeitsrating der Geschäftsbanken, die unsere Green Bond-Emissionen begleiten wollen, in die Mandatierungsstrategie einbeziehen. Mit diesem Steuerungsinstrument wollen wir einen Anreiz setzen und die nachhaltige Aufstellung der Marktteilnehmer unterstützen", erläutert Bräunig.

Als erster Marktteilnehmer war die KfW im Green Bond-Segment nicht nur als Emittent, sondern auch als Investor aktiv. Im Rahmen ihres im April 2015 aufgelegten Green Bond-Portfolios, das über 3-4 Jahre auf 1 Mrd. EUR wachsen soll, hat die Förderbank bislang rd. 280 Mio. EUR investiert; der Schwerpunkt der finanzierten Vorhaben liegt auf Erneuerbaren Energien, Ressourceneffizienz und umweltverträglichen Transportkonzepten. Für 2016 plant die KfW Green Bond-Investitionen in Höhe von rd. 300 Mio. EUR. Hierbei setzt sie auf ein weiter wachsendes, diversifiziertes Angebot von Emittenten. Ein größeres Engagement insbesondere auch deutscher Marktteilnehmer im Green Bond-Markt würde die Förderbank sehr begrüßen.

"Green Bonds sind mittlerweile integraler Bestandteil unseres Dialogs mit Investoren und anderen Marktteilnehmern", sagt Bräunig. "Wir bringen unsere jeweilige Expertise als Emittent und Investor in internationalen Arbeitsgruppen ein und leisten so einen weiteren Beitrag zur qualitativen Entwicklung dieses Marktsegments, das bei der Finanzierung des Klimaschutzes eine wichtige Rolle einnehmen kann und muss".

Wiederbelebung des europäischen Verbriefungsmarkts

Die KfW ist seit vielen Jahren auch aktiver Investor am Verbriefungsmarkt. Zur Förderung und Diversifizierung der Mittelstandsfinanzierung über den Kapitalmarkt hat sie im laufenden Jahr rd. 840 Mio. EUR in Verbriefungstransaktionen investiert, davon rund 190 Mio. EUR in europäische KMU-Verbriefungen. Für 2016 strebt sie ein Zusagevolumen von 1 Mrd. EUR an, das hälftig der KMU-Finanzierung in Deutschland bzw. in Europa zu Gute kommen soll.

Im Rahmen des "Investitionsplan für Europa" ("Juncker-Plan") soll zudem die Zusammenarbeit von nationalen Förderinstituten und der EIB-Gruppe verstärkt werden. Eine entsprechende Arbeitsgruppe zum Thema "KMU-Verbriefung in Europa" wird von EIF und KfW geleitet. Ziel der Arbeitsgruppe ist u. a., standardisierte Prozesse und Mindestkriterien zu definieren, unter denen sich die Förderinstitute an Verbriefungstransaktionen beteiligen können, um den Markt zielgerichtet wieder aufzubauen. Dabei sollen nach Möglichkeit auch Mittel aus dem "Europäischen Fonds für strategische Investitionen" (EFSI) für dieses Kapitalmarktsegment, das die Mittelstandsfinanzierung in Europa ergänzen soll, eingesetzt werden.

Das Kapitalmarktinstrument 'Verbriefung' wird mittlerweile in weiten Kreisen der Politik, Aufsicht und Zentralbanken als nützliches Instrument zur Finanzierung der Realwirtschaft anerkannt. Auch setzt sich die Erkenntnis durch, dass der regulatorische Rahmen nicht so eng gezogen werden darf, dass er eine Wiederbelebung des Marktes verhindert. "Dieser Paradigmenwechsel stimmt mich zuversichtlich, dass Verbriefungen als Bindeglied zwischen Kredit- und Kapitalmarkt einen wichtigen Baustein der Kapitalmarktunion bilden werden. Ich hoffe sehr, dass das STS-Regulierungsprojekt (Simple-Transparent-Standardized) zu einem erfolgreichen Abschluss kommt, und dass STS-Verbriefungen zukünftig weitestgehend vergleichbar zu ähnlichen Finanzinstrumenten behandelt werden.", erklärt Bräunig. Die KfW werde dieses für die Mittelstandsfinanzierung und damit für das Wachstum in Europa wichtige Marktsegment mit vollem Engagement unterstützen.

Service:

- Detaillierte Zahlen zur Refinanzierung: 
  https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Investor-Relations/index.html 
- Informationen zum Green Bond Portfolio der KfW: 
  http://ots.de/j1OWA 
- Ausführliche Informationen zum Green Bonds "Harmonized Framework
  for Impact Reporting": 
  http://ots.de/dT8D5 

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Nathalie Cahn,
Tel. +49 (0)69 7431 2098, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: Nathalie.Cahn@kfw.de, Internet: www.kfw.de

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