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Der Erfolg eines gigantischen Umbauvorhabens: Deutschland 25 Jahre nach dem Mauerfall

Frankfurt am Main (ots) -

   - Regionale Unterschiede in der Wirtschaftskraft nicht mehr größer
     als in anderen Industrieländern
   - 1,6 Billionen Euro in den Aufbau Ost investiert - mehr als jeder
     zehnte Euro aus KfW-Mitteln
   - Hohe Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsentwicklung bleiben größte
     Herausforderungen 

Das gigantische Umbauvorhaben der bankrotten Planwirtschaft der DDR in eine wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft ist eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von KfW Research mit dem Titel "In der Normalität angekommen - Deutschland 25 Jahre nach dem Mauerfall".

"Den neuen Ländern ist ein historischer Wirtschaftsaufschwung gelungen: Das Pro-Kopf-Wachstum fiel dort im zurückliegenden Vierteljahrhundert praktisch genauso stark aus wie das in Westdeutschland zur Wirtschaftswunderzeit. Gemessen an der Wirtschaftsleistung gehört Ostdeutschland inzwischen zum Mittelfeld Europas. Dank der gemeinsamen Aufbauarbeit stehen die ostdeutschen Länder heute wirtschaftlich erheblich besser da als alle anderen ehemals sozialistischen Staaten", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Dass die Region gewaltig aufgeholt hat, spüren die Ostdeutschen in ihrem Portemonnaie: 2013 betrug das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen in den neuen Bundesländern 17.700 Euro - 84 Prozent des Einkommens in den alten Ländern. Vor zwanzig Jahren waren es erst 53 Prozent.

Als eigenes Land lägen die neuen Bundesländer mit ihrem Bruttoinlandprodukt je Einwohner heute auf Platz 14 in der EU, spitz gerechnet nur noch knapp hinter Italien und Spanien. Die regionalen Unterschiede in Deutschland sind inzwischen auf das in den großen Industrieländern (G7) übliche Normalmaß geschrumpft. Auch in historischer Perspektive sind die diesbezüglichen Folgen von Krieg und Teilung inzwischen überwunden: Die regionalen Einkommensunterschiede innerhalb Deutschlands sind heute geringer als in der Weimarer Republik Mitte der 1920er-Jahre.

Die Arbeitsproduktivität beträgt im Osten erst 76 Prozent des Westwertes. Aber auch dies ist im internationalen Vergleich unauffällig. "Kein Land ist völlig ausgeglichen", sagt Dr. Zeuner. Bei der Arbeitsproduktivität liege das Regionalgefälle in Deutschland sogar zusammen mit Kanada am unteren Ende der G7-Länder.

Entscheidende Voraussetzung für die dynamische Entwicklung in den neuen Bundesländern waren die hohen Investitionen. Nach der Wende flossen 1,6 Billionen Euro Investitionen in den Aufbau Ost. Zu dem Investitionsboom trug die umfangreiche Förderung wesentlich bei. Allein die KfW hat in den neuen Bundesländern und Berlin von 1990 bis 2013 Kredite über 185 Milliarden Euro für die Förderung von Unternehmen, Wohnungsbau und Infrastruktur zugesagt. Mehr als jeder zehnte Euro an Investitionen wurde aus KfW-Mitteln finanziert.

Trotz der beeindruckenden Fortschritte stehen die neuen Bundesländer immer noch vor großen Herausforderungen. Dazu zählen besonders die immer noch relativ hohe Arbeitslosigkeit und die demografische Entwicklung. Ostdeutschland hat seit 1991 bereits 15 % seiner Bevölkerung verloren und wird auch künftig von demografischer Schrumpfung und Alterung besonders betroffen sein, allerdings nicht flächendeckend. Vor allem der "Speckgürtel" um Berlin dürfte entgegen dem allgemeinen Trend bis 2030 noch an Bevölkerung gewinnen.

"Der internationale Vergleich erlaubt eine bemerkenswert positive Bilanz des Aufbaus Ost. Dass dies vielen Menschen erhebliche Veränderungen abverlangt hat, kann auch nach 25 Jahren nicht hoch genug gewürdigt werden", betont Zeuner. "Nach vorne geblickt zeigen die letzten 25 Jahre und das gute Abschneiden von Deutschlands Regionen im internationalen Vergleich, dass Förderung am Bedarf orientiert sein muss, um zu wirken. Es wird immer klarer, dass hier auf einige Regionen in Deutschland ähnlich schwierige Herausforderungen zukommen werden, im Osten wie im Westen."

Die vollständige Studie finden Sie unter www.kfw.de/fokus

Weiteres Pressematerial (u.a. Grafiken, Fotos) zum Thema ist abrufbar unter www.kfw.de/mauerfall

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