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Mittelstand startet gut gelaunt in den Frühling

Frankfurt (ots) -

   - Zweitgrößter Geschäftsklimaanstieg seit Einführung 1991
   - Lageurteile der Mittelständler erstmals seit November 2008 
     wieder leicht positiv
   - Stimmungsverbesserung erfasst alle Branchen und Regionen
   - Großunternehmen schätzen Lage trotz Verbesserung weiter negativ 
     ein 

Das Geschäftsklima im Mittelstand ist im März nach einem Rückschlag im Vormonat auf den seit Frühjahr 2009 eingeschlagenen Erholungskurs zurückgekehrt. Gegenüber Februar verbessert sich der zentrale Indikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers um 5,5 Zähler auf 6,5 Saldenpunkte. Er macht dabei nicht nur den Verlust aus dem Vormonat (-1,8 Zähler) mehr als wett; der Anstieg ist auch knapp dreimal so stark wie eine durchschnittliche Monatsveränderung und der zweitstärkste seit Beginn der Berechnungen im Januar 1991.

Kräftige Impulse kommen von beiden Komponenten des Klimaindikators: Während sich die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate um 4,0 Zähler auf 12,3 Saldenpunkte aufhellen, ziehen die Urteile zur aktuellen Geschäftslage um noch stärkere 6,8 Zähler auf 0,9 Saldenpunkte an. Sie liegen damit zum ersten Mal seit dem Beginn der massiven Lageverschlechterungen im November 2008 wieder leicht oberhalb der Nulllinie.

Ähnlich positiv zeigt sich die Stimmung bei den Großunternehmen. Deren Geschäftsklima verbessert sich gegenüber Februar um 7,9 Zähler auf 4,5 Saldenpunkte. Es übertrifft damit zum ersten Mal seit Juli 2008 wieder die Nulllinie und nähert sich dem Vergleichswert der Mittelständler bis auf zwei Zähler an. Ausschlaggebend hierfür ist die sehr starke Aufhellung der Lageurteile (+12,6 Zähler auf -6,6 Saldenpunkte), während die Geschäftserwartungen bereits seit einigen Monaten auf einem sehr hohen Niveau liegen und jetzt mit +2,2 Zählern auf 16,2 Saldenpunkte nur einen relativ geringen Wachstumsbeitrag leisten.

Gleichwohl sind die Lageurteile der Großunternehmen trotz ihres enormen Anstiegs einer der ganz wenigen Indikatoren des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers, die noch im negativen Bereich verharren.

Hierzu zählen auch die Absatzpreiserwartungen der Firmen, die trotz deutlicher Anstiege in beiden Unternehmensgrößenklassen unter der Nulllinie blieben. Die schwache Preissetzungskraft deutet auf eine - trotz konjunktureller Erholung - weiterhin nur wenig dynamische Nachfrage hin. Immerhin ist die Erholung aber so weit fortgeschritten, dass die Firmen ihre Beschäftigungspläne im März weiter nach oben korrigieren (Mittelstand: +2,5 Zähler; Großunternehmen: +1,8 Zähler), wenngleich bei weitem nicht so kräftig wie das Geschäftsklima.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe: "Der dynamische Start des Mittelstands wie auch der Großunternehmen in den Frühling hat im Ausmaß - nicht in der Richtung - positiv überrascht. Gleichwohl gibt es keinen Anlass, das Bild einer lediglich schwachen bis moderaten Erholung zu revidieren. Zum einen spricht aus den Zahlen die Erleichterung über das Ende des ungewöhnlich harten Winters. Zum anderen vollzieht der deutliche Anstieg der Lageurteile nur nach, was die bereits seit längerem hohen Erwartungen schon angekündigt hatten. Insofern bestätigt das März-Ergebnis die Einschätzung, dass es nach einem witterungsbedingt schwachen ersten Quartal zu einer deutlichen Belebung der Wirtschaftsaktivität im Frühjahr kommen wird. Mit Blick auf das zweite Halbjahr dürften sich hingegen zentrale Belastungsfaktoren wie die weiter enorme Unterauslastung der Kapazitäten sowie die steigende Arbeitslosigkeit vor allem in der Binnenkonjunktur wieder stärker bemerkbar machen. Das diesjährige Realwachstum wird kaum über 1 ½ % hinausgehen."

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