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PDS dringt auf Barrierefreiheit am Holocaust-Denkmal

    Berlin (ots) - PDS-Abgeordnete haben sich an Bundestagspräsident Wolfgang Thierse gewandt, der zugleich Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist, um Menschen mit Behinderungen freien Zugang zum geplanten Holocaust-Mahnmal in Berlin zu sichern. Dazu der Sprecher der PDS-Fraktion, Reiner Oschmann:          Die Abgeordneten Heinrich Fink und Ilja Seifert verweisen in ihrem Brief an Wolfgang Thierse auf einen gravierenden Mangel in der Planung des Holocaust-Denkmals: "Wir meinen die fehlende Barrierefreiheit, die Menschen mit Behinderungen und anderen in ihrer Mobilität eingeschränkten Bürgern den Zugang zum Denkmal erschwert oder sogar unmöglich macht." Fink und Seifert wenden sich "in großer Besorgnis" mit der Bitte an Thierse, seine ganze Autorität zu nutzen, damit diese Hindernisse wegfallen.

    Die Abgeordneten erinnern daran, dass die PDS-Fraktion die Parlamentsentscheidung zur Errichtung des Denkmals nachhaltig unterstützt. "Wir halten es allerdings für bedenklich, wenn die Planung eines so hochpolitischen Kunstwerkes so erfolgt, dass Menschen oder Menschengruppen de facto vom Zugang zu diesem Denkmal ausgeschlossen werden. Freiheit der Kunst(ausübung) steht nicht über der Würde von Menschen (mit Beeinträchtigungen)."

    Auch wenn bei Errichtung des Denkmals das am 1. Mai 2002 in Kraft
getretene Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen noch nicht
greife, verbinden nach den Worten von Fink und Seifert "viele
Menschen mit Behinderungen große Hoffnungen, dass die vielen
Barrieren, die sie in ihrem Alltag an einer gleichberechtigten
gesellschaftlichen Teilhabe behindern, nach und nach und möglichst
umfassend abgebaut und beseitigt werden. Vor allem aber hoffen sie,
dass mit dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes keine neuen
Barrieren mehr errichtet werden." Für die Beseitigung eines so
schwerwiegenden Mangels dürfe es trotz abgeschlossener
Denkmalsplanung "noch nicht zu spät" sein.
    
    
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