Fraktion DIE LINKE.

PDS-Politiker: Platzverbot für Bahnhofsmissionen auf Bahnhöfen

    Berlin (ots) - Zu Attacken von DB-Chef Mehdorn auf Obdachlose in
Bahnhöfen erklärt der verkehrspolitische Sprecher der
PDS-Bundestagsfraktion, Winfried Wolf:
    
    Mehdorn hat sich im sozialen Bereich unzweideutig positioniert:
Das Millionensalär des Vorstandsvorsitzenden wurde verdreifacht, die
Zahl der Mitarbeiter radikal abgebaut und das durchschnittliche
Realeinkommen der verbleibenden Beschäftigten gesenkt.
    
    Seit einigen Wochen gibt es in den Zügen, unter Verweis auf das
ausliegende Faltblatt "Zugbegleiter", nur noch verkürzte Durchsagen
(ohne Mitteilung der möglichen weiteren Bahnverbindungen), obgleich
Behindertenverbände dagegen Proteste einlegten.
    
    Nun toppte der Bahnchef diese Politik der sozialen Kälte: Den
Bahnhofsmissionen soll jede Essensausgabe in ihren Einrichtungen
untersagt werden. Dagegen ist festzuhalten:
    
    * Bahnhöfe sind öffentliche Räume. Letztlich widerspiegeln sie die
soziale Situation der Gesellschaft.
    
    * Die tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Bahnhofsmissionen leisten in den Bahnhöfen wichtige Hilfen und sind
seit vielen Jahrzehnten integraler Bestandteil der Bahnhöfe.
    
    * Die konkrete Arbeit der Bahnhofsmissionen ist überwiegend
bezogen auf die Bedürfnisse der Fahrgäste.
    
    Mehdorns Behauptung, es gehe um ein Verbot der Essensausgabe an
Obdachlose und Drogenabhängige, ist haltlos und lenkt von der
eigentlichen Zielsetzung ab.
    
    Im Grunde fügt sich sein neuer Vorstoß gegen die Bahnhofsmissionen
in ein "höheres Ziel", der Bahnprivatisierung. Aus Bahnhöfen als
Gleiswelten mit Geschäftsanschluss sollen Geschäftswelten mit
Gleisanschluss werden. Die neuen "Schickimicki- Konsumtempel"
zusammengefasst in der AG Station und Service könnten so als erste an
die Börse gebracht und durch Wegelagerei (Mautgebühren für
passierende und haltende Züge) profitabel gemacht werden.
    
    Der Schienenverkehr soll nicht mehr einer breiten Allgemeinheit
eine alternative Verkehrsform bieten; statt einer preisgünstigen
Flächenbahn soll es die teure Schrumpf- und Hochgeschwindigkeitsbahn
geben.
    
    Caritas und Diakonisches Werk bezeichneten Mehrdorns Angriff auf
die Bahnhofsmissionen nüchtern als Politik der "sozialen Apartheid".
Dieses Attribut trifft zunehmend auf die gesamte Bahnpolitik zu.
    
ots Originaltext: PDS
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Für Rückfragen:
Reiner Oschmann, Pressesprecher PDS-Fraktion
Fon: 030-227 57 014/5
Funk: 0172-430 45 94

Original-Content von: Fraktion DIE LINKE., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Fraktion DIE LINKE.

Das könnte Sie auch interessieren: