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Berlin-Rede von Gregor Gysi in der Nikolaikirche

    Berlin (ots) - Am heutigen 17. September 2001 wird der
PDS-Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters der
Hauptstadt, Gregor Gysi, eine Rede zum Thema "Politik für das neue
Berlin - innere Einheit durch gemeinsame Zukunft" halten. Eingeladen
zuzuhören und bei einem anschließenden Empfang miteinander zu reden,
sind rund 250 Gäste, die sich in Politik, Wirtschaft und Kultur für
die Stadt, für Landes- und Bundespolitik engagieren. Ort der Rede ist
die Nikolaikirche, das älteste Baudenkmal Berlins, deren
Feldsteinfundamente bereits um 1200 gelegt wurden und die bis heute
ein Symbol für die wechselvolle Geschichte der Stadt ist. Die
Veranstaltung wird musikalisch begleitet vom
"Coco-Schumann-Quartett", geleitet von Coco Schumann, einem Berliner,
der die Konzentrationslager von Theresienstadt, Auschwitz und Dachau
überlebte und den Beinamen "Der Ghettoswinger" erhielt.
    
    Die Rede, in der es um die Vorstellungen der PDS zur künftigen
Gestaltung der Stadt und um die Vorschläge der Partei zur Überwindung
der finanziellen, wirtschaftlichen, politischen, sozialen und
intellektuellen Krise gehen soll, habe durch die Ereignisse der
vergangenen Tage einen anderen Charakter bekommen, erklärte Gregor
Gysi vorab. Sie werde sich zuallererst mit all dem befassen, was die
Menschen seit den Ereignissen in New York und Washington beschäftigt
und was seit diesen Ereignissen Bestandteil jeder Diskussion über
Zukunftsvisionen, aber auch Zukunftsängste, politische Programme und
politisches Gemeinwesen geworden ist.
    
    Diesen Gedanken werde er, so Gregor Gysi, an diesem Abend zu
vermitteln versuchen: "Die Bilder aus den USA lassen mich nicht los.
Ich bin entsetzt und niedergeschlagen. Diese reaktionäre Verachtung
menschlichen Lebens macht mich nahezu hilflos und ich teile die Angst
vieler Menschen vor einer möglichen Spirale von Gewalt und Hass." Die
alte Welt könne nicht mehr weiterexistieren wie gewohnt, also müsse
sich auch das Nachdenken über Berlin, seine einstige, seine
gegenwärtige und seine zukünftige Gestalt verändern. Zugleich müsse
jede politische Kraft, jede Partei, die bereit ist, Verantwortung für
das Gemeinwesen zu übernehmen, deutlich machen, was Friedens- und was
Kriegspolitik ist. Nichts könne den Terror rechtfertigen, die
Verantwortlichen müssten gefasst und bestraft werden. "Der Kampf
gegen den Terrorismus lässt sich gewinnen, der Krieg gegen ihn
nicht."
    
    Man habe im Vorfeld der Veranstaltung an diesem Montagabend lange
überlegt, ob es gut und richtig sei, in diesen Tagen, da man nicht
zur Tagesordnung übergehen kann und darf, über Hauptstadtpolitik zu
reden, erklärte Gregor Gysi. Aber die Suche nach einer Antwort auf
die Frage, wie es nun weitergeht, sei zugleich entscheidend für die
Antwort auf die Frage, wie Politik in Berlin künftig gestaltet werden
müsse. "Soziale Spaltung und Ausgrenzung, geistige Abschottung,
Intoleranz und Gewalt sind nicht nur empörende Missstände. Auf ihre
Existenz und darauf, dass eine privilegierte Schicht davon
profitiert, lässt sich kein zukunftsfähiges Gemeinwesen gründen."
    
    Der Spitzenkandidat für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus
wird heute Abend über die Vorstellungen der PDS reden, wie die Stadt
Berlin sich selbst finden und ihren Platz im Osten, in Deutschland
und in Europa einnehmen und neu bestimmen kann, wie ein
wirtschaftlich-sozialer und ein intellektueller Schub organisiert
werden muss, der gesellschaftliche Einigung ermöglicht und den
Anforderungen einer immer enger zusammenrückenden Welt gerecht wird.
    
ots Originaltext: PDS
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