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Kirsten Tackmann: Das Patriarchat ist dumm

    Berlin (ots) - "Gerade in Zeiten der Krise gehört die Bekämpfung der Frauenarmut und der Lohndiskriminierung von Frauen auf die Tagesordnung", erklärt die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Kirsten Tackmann, anlässlich des Internationalen Frauentags. Tackmann weiter:

    "Armut ist weiblich. Aber die Ursachen dafür sind nicht nur die hohe Arbeitslosigkeit von Frauen und ein Frauen diskriminierendes Rentensystem. 23 Prozent beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland nach Angaben der EU-Kommission mittlerweile und die Schere geht weiter auseinander. Diese Lohnlücke ist nicht nur deswegen ein gesellschaftlicher Skandal, weil sie ungerecht ist. Sie verschärft auch das Armutsrisiko im Alter und bei Arbeitslosigkeit. Dazu kommt, dass viele Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten und keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.  Durch die Bedarfsgemeinschaftsregelung bei Hartz IV verlieren sie das Recht auf eine eigenständige Existenzsicherung. Für uns hingegen steht fest: Frauen wollen und haben das Recht auf fair bezahlte und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.

    EU-Kommissar Vladimir Spidla hat diese Woche in Brüssel eine Kampagne gegen das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern in der EU gestartet. Dabei sagte er, dass "Frauen mittlerweile besser qualifiziert sind als Männer und die Unternehmen daraus Konsequenzen ziehen müssen - wenn sie keine Idioten sind". Dieser Optimismus ist leider unbegründet, denn das Patriarchat ist dumm. Die Diskriminierung von Frauen im Erwerbsleben hatte nie "vernünftige" Gründe.

    Es ist endlich Zeit für gesetzgeberisches Handeln. DIE LINKE fordert nachdrücklich - und das nicht nur am Frauentag - einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, Gesetze zur Erzielung der Entgeltgleichheit, ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft sowie die Einführung eines Verbandsklagerechts. Entsprechende Anträge werden derzeit im Bundestag behandelt."

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Hendrik Thalheim
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