Kindernothilfe e.V.

Weltkindergipfel vom 8. bis 10. Mai: Weichenstellung für die Zukunft / "Kinderrechtskonvention muss Grundlage für Aktionsplan sein"

    Duisburg (ots) -

    Delegierte aus Kindernothilfe-Projekten vertreten Kinder ihres
    Landes
    
    Gesundheit, Bildung und der Schutz vor Missbrauch, Ausbeutung und
Gewalt gehören zu den zentralen Forderungen des Aktionsplans "A world
fit for children", der beim Weltkindergipfel vom 8. bis 10. Mai in
New York verabschiedet werden soll. Zum zweiten Mal nach 1990 kommen
Vertreter von 170 Staaten, darunter mehr als 70 Staats- und
Regierungschefs, und über 3700 Vertreterinnen und Vertreter von
Nichtregierungsorganisationen an den East River, um die Weichen für
eine Zukunft zu stellen, die die Rechte der Kinder weltweit achtet.
Erstmals sind auch Kinder- und Jugenddelegierte dabei: Mehr als 300
Mädchen und Jungen treffen sich bereits vom 5.-7. Mai in einem
"Children's Forum". Unter ihnen sind zwei Mädchen aus von der
Kindernothilfe geförderten Projekten: die 11-jährige Miriam Cunduri
aus Ecuador und die 16-jährige Josephine Kwamenza aus Kenia.  
    
    Im neuen Aktionsplan sollen verbindliche Schritte vereinbart
    werden, um bis 2010
    
    * Kindersterblichkeit und Mangelernährung um mindestens ein
        Drittel zu senken
    * die Einschulungsrate in Grundschulen auf mindestens 90 Prozent
        zu steigern und vor allem Mädchen den Zugang zu Bildung zu
        ermöglichen
    * Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren vor sexuellem Missbrauch
        und Ausbeutung zu schützen und Therapie und Rehabilitation für
        die Opfer bereitzustellen
    * den Einsatz von unter 18-Jährigen in Kriegen und bewaffneten
        Konflikten zu ächten
    * die Infektionsrate mit dem HI-Virus bei Neugeborenen und Kindern
        um ein Viertel zu senken.
    
    Die Kindernothilfe und ihre Partner arbeiten in weltweit 26
Ländern aktiv für die Umsetzung der grundlegenden Kinderrechte
Gesundheit, Bildung, Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung sowie
Schutz vor bewaffneten Konflikten. "Die Konvention ist das einzige
nahezu universell ratifizierte Menschenrechtsübereinkommen zum Schutz
von Kindern und sollte ohne Vorbehalte umgesetzt werden", so Dr.
Werner Hoerschelmann, Vorsitzender des Vorstands. "Deshalb setzen wir
uns dafür ein, die Kinderrechtskonvention auch zur verbindlichen
Grundlage für den Aktionsplan zu machen", so Hoerschelmann.
Diejenigen Staaten, die das von 191 Staaten ratifizierte Abkommen nur
mit Vorbehalten anerkennen, sollten ihre Vorbehalte zurücknehmen.
    
    Über den  Aktionsplan besteht nach langen Verhandlungen weitgehend
Einigkeit. Zu den strittigen Punkten gehört das Recht auf
Gesundheitsdienstleistungen für schwangere Mädchen. Da dieses Recht
die Möglichkeit einer Abtreibung nicht explizit ausschließt, lehnen
die USA, der Vatikan und eine Gruppe von arabischen und islamischen
Ländern ein solches Recht ab.
    
    Strittig ist auch die Erweiterung des Begriffs "Schutz von Kindern
vor den Auswirkungen bewaffneter Konflikte". Einige arabische Länder
fordern mehr Schutz von Kindern in besetzten Gebieten, während Israel
auf einer Formulierung über die Auswirkungen des Terrorismus auf
Kinder besteht. Offen ist eine Formulierung zum "Schutz von Kindern
vor Folter und anderer grausamer, inhumaner oder menschenunwürdiger
Behandlung oder Bestrafung". Die USA und die EU-Staaten sind sich
uneinig über Todesstrafe und lebenslänglichen Freiheitsentzug bei
unter 18-Jährigen. Während die USA beides befürworten, lehnen die
Europäer beides strikt ab. Mittlerweile haben die Europäer eingelenkt
und verzichten auf einen Verweis auf die Todesstrafe.
    
    Beim Weltkindergipfel wird auch über die Bereitstellung der
nötigen Finanzmittel und Mechanismen zur Umsetzung und Überwachung
des Aktionsplans verhandelt.
    
    In Deutschland trat die UN-Kinderrechtskonvention am 5.4.1992 in
Kraft, allerdings mit Vorbehalten. Diese Vorbehalte wirken sich vor
allem für Flüchtlingskinder aus. Sie sind schlechter gestellt als
Kinder mit deutscher Staatsbürgerschaft, was gegen Artikel 3 der
Kinderrechtskonvention ("Das Wohl des Kindes hat Vorrang") verstößt.
Diese Kinder können jederzeit abgeschoben werden, sie erhalten eine
schlechtere medizinische Versorgung und unterliegen nicht der
Schulpflicht.
    
    Die Kindernothilfe (gegründet 1959) setzt sich für die weltweite
Umsetzung der Kinderrechtskonvention ein und hat die Initiative für
ein individuelles Beschwerderecht für Kinder ergriffen. In 26 Ländern
fördert die Kindernothilfe mehr als 125 000 Mädchen und Jungen, die
in extremer Armut leben und/ oder besonders gefährdet sind. Im
Mittelpunkt stehen Bildung und Ausbildung. Bundesweit unterstützen
über 100 000 Menschen die Arbeit der Kindernothilfe.
    
    Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), Berlin, hat
der Kindernothilfe das "Spenden-Siegel" verliehen, mit dem
Hilfsorganisationen ausgezeichnet werden, die Spendengelder seriös
und verantwortungsvoll einsetzen. Die Kindernothilfe ist Mitglied im
Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche.
    
ots Originaltext: Kindernothilfe e.V.
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(vom 03. bis zum 11.05. in New York unter der o.g. Handynummer
erreichbar)

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Renate Vacker, Tel.: 0203.7789-159

Hinweis:
Portraits der beiden Kinderdelegierten aus Ecuador und Kenia sowie
Dokumente und Hintergrundinformationen zum Weltkindergipfel unter
www.weltkindergipfel.de

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