Kindernothilfe e.V.

Zum Welttag der Humanitären Hilfe fordert die Kindernothilfe: Stärkerer Fokus auf Kindesschutz

Duisburg (ots) - Zum morgigen Welttag der Humanitären Hilfe weist die Kindernothilfe auf den häufig mangelnden Kindesschutz im Katastrophenfall hin: Kinder bedürfen nach einem Erdbeben, einer Überschwemmung oder wenn sie auf der Flucht sind besonderer Unterstützung. "Gerade wenn Kinder von ihren Familien getrennt und schwer traumatisiert sind, werden sie besonders leicht zu Opfern von Missbrauch und Ausbeutung", sagt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe.

"Kinder, die in unübersichtlichen Flüchtlingslagern leben oder die ohne Eltern in Katastrophengebieten zurückbleiben, sind ihren Peinigern häufig schutzlos ausgeliefert", berichtet Weidemann. "Mütter und Väter müssen sich vor allem um den Wiederaufbau und um neue Einkommensquellen kümmern, für ihre Kinder bleibt da oft nicht viel Zeit", sagt die Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. Sie verweist vor allem auf das große Problemfeld der Prostitution sowie auf die zunehmende Verschleppung von Jungen und Mädchen durch kriminelle Banden. "Im Katastrophenfall zählen selbstverständlich die Versorgung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten sowie ein sicheres Dach über dem Kopf. Aber gerade Kinder brauchen auch Schutz, Zuwendung seelischen Beistand und einen strukturierten, geregelten Tagesablauf."

Die Kindernothilfe legt in den von ihr unterstützten humanitären Einsätzen großen Wert auf sogenannte "child friendly spaces" - Orte, an denen Kinder sicher sind und gut versorgt werden. Neben der Grundversorgung gibt es hier auch psycho-soziale Betreuung und erste Möglichkeiten der Traumaverarbeitung. Auch Bildungsangebote sehen diese speziellen sogenannten "kinderfreundlichen Räume" vor. Damit wird dem Wunsch vieler Kinder und Jugendlichen, auch unter schwierigen Bedingungen zu lernen, Rechnung getragen. "Wir wissen aus der Erfahrung unserer Einsätze in vielen Krisenregionen der Erde, dass eine sinnvolle Beschäftigung ganz wesentlich ist. Daher treiben wir nach der akuten Soforthilfe bei Bedarf auch den raschen Wiederaufbau von Kindergärten und Schulen voran, um Bildungslücken bei den Kindern zu vermeiden", sagt Katrin Weidemann.

Als eine der großen Kinderhilfs- und Kinderrechtsorganisationen in Europa leistet die Kindernothilfe zurzeit Humanitäre Hilfe an der Grenze zu Syrien und Wiederaufbauhilfe nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen sowie nach dem schweren Erdbeben in Haiti. Als Mitgliedsorganisation im "Bündnis Entwicklung Hilft" ruft die Kindernothilfe aktuell zu Spenden für den Irak und Syrien auf. Außerdem fördert die Kindernothilfe zurzeit 1,5 Millionen Kinder und ihre Familien und Gemeinschaften in 878 Projekten in insgesamt 29 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

Kontakt:

Christian Herrmanny, stellv. Pressesprecher
christian.herrmanny@knh.de
0203.7789-242; 0178.2329667

Original-Content von: Kindernothilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Kindernothilfe e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: