Bildung ist weit mehr als Lesen und Rechnen / Kindernothilfe fördert ganzheitlich und fordert größere staatliche Anstrengungen

Duisburg (ots) - In ihrem neuen Weltbildungsbericht wird die UNESCO am 16. Oktober erneut alarmierende Zahlen präsentieren: Weltweit können 61 Millionen Kinder keine Schule besuchen - diese enorme Zahl stagniert seit Jahren. Auch die anderen Bildungsziele, auf die sich die Weltgemeinschaft bereits im Jahr 2000 verständigt hat, werden wohl bis zum Jahr 2015 nicht mehr erreicht. Die Kindernothilfe fordert daher deutlich größere Anstrengungen im Bildungsbereich.

"Die frühkindliche Bildung, die Grundbildung und die allgemeine Bildungsqualität bleiben äußerst problematische Bereiche", sagt Dorothea Schönfeld, Bildungs-expertin der Kindernothilfe. Weltweit fehlen Erzieherinnen und Lernmaterialen, Schulklassen sind zu groß und der Übergang zum Beruf gelingt häufig nicht. Kindern und Jugendlichen fehlt aber nicht nur formales Wissen, sondern auch die sogenannten "Life Skills" - Lebenskompetenzen, die Jungen und Mädchen bei der Problembewältigung helfen. Deshalb setzt sich die Kindernothilfe in ihren rund 1.000 Projekten dafür ein, dass Kinder zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen und die notwendigen Lebenskompetenzen erwerben können. "Gerade benachteiligte Kinder wie Aidswaisen, arbeitende Kinder oder solche, die in Slums leben, haben vielfältige Herausforderungen zu meistern, bei denen sie viel mehr brauchen als Rechen- und Schreibkünste. Wir helfen ihnen, ihre realen Schwierigkeiten zu überwinden und mit emotionalen Problemen umzugehen. Und wir befähigen sie, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen - auch wenn sie von einem formalen Ausbildungsweg ausgeschlossen sind", so Dorothea Schönfeld. "Denn nur starke Kinder, die ihre Rechte kennen, finden eine gesellschaftliche Aufgabe, die wirklich zu ihnen passt."

Der neue Weltbildungsbericht wird am 16. Oktober in Paris und Berlin vorgestellt. Die Kindernothilfe begrüßt es ausdrücklich, dass die UNESCO nicht nur die reinen Schulzugangszahlen im Blick hat, sondern auch auf die praktische Relevanz des Gelernten sieht. Der Bericht mit der Überschrift "Youth and Skills" widmet sich in diesem Jahr besonders der Förderung lebenswichtiger Fertigkeiten von Jugendlichen und dem schwierigen Sprung von der Schule zum Job. "Durch mangelnde berufsspezifische Vorbereitung junger Menschen werden Jahr für Jahr riesige Potenziale verschenkt - zurück bleiben arme und frustrierte Jugendliche, eine hohe Arbeitslosenquote und wirtschaftlich schwache Staaten", betont Dorothea Schönfeld. "Die Erfolge in unseren Projekten weltweit zeigen aber, dass Lebensfertigkeiten lernbar sind, wenn man Kindern nur die Chance zum Lernen bietet."

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