Kindernothilfe e.V.

Weltaidstag: "Kein Kind mit HIV bis 2015"

Duisburg (ots) - "Eine Welt ohne HIV/Aids ist in absehbarer Zeit möglich - bei ausreichender Förderung von Vorbeugung, Behandlung und Pflege", sagt Frank Mischo, der Aids-Experte der Kindernothilfe. Das belegt die jedes Jahr zum Weltaidstag von UNAIDS herausgegebene Übersicht über die Entwicklung von HIV/Aids. Weltweit leben immer noch 33,3 Millionen Menschen mit dem Virus. Doch es gibt zwei große Erfolge zu verzeichnen: 2009 gab es dank besserer Medikamentenversorgung 400.000 Aids-Tote weniger als noch 2004. Und es infizieren sich jedes Jahr immer weniger Menschen. Bis 2015 könnte die HIV-Infektion von 430.000 Kindern pro Jahr durch Mutter-Kind-Übertragung verhindert werden.

In vormals extrem betroffenen Regionen im südlichen Afrika gehen bei einer aktiven Regierungspolitik in Zusammenarbeit mit allen Teilen der Zivilgesellschaft die Infektionsraten endlich spürbar zurück. Ein weiterer Grund: "Bis Mitte 2010 verteilte allein der Globale Fonds 2,3 Milliarden Kondome kostenlos in den ärmsten Staaten", so Fonds-Direktor Christoph Benn. Zusätzlich positiv wird sich die Aussage des Papstes auswirken, Kondome zur Verhinderung von Infektionskrankheiten einsetzen zu dürfen.

Mittlerweile verschiebt sich die Aids-Epidemie von Afrika nach Osteuropa und Südasien: Verharmlosen, Tabuisieren und Kriminalisieren von HIV/Aids, die Ausgrenzung der Betroffenen und fehlendes Engagement für eine frühzeitige Vorbeugung von HIV führen hier zu steigenden Infektionsraten.

Kinder sind weltweit besonders betroffen. Die Mutter-Kind-Übertragung ist für 90 Prozent der HIV-Infektionen von Kindern verantwortlich. Die Behandlung könnte die Übertragungsrate von 30 bis 40 Prozent auf 1 bis 2 Prozent reduzieren. Trotzdem steckten sich auch im vergangenen Jahr 430.000 Babys wegen fehlender Behandlungsmöglichkeiten mit HIV an. Damit bis 2015 kein Kind mehr infiziert wird, unterstützt die Kindernothilfe gemeinsam mit dem Aktionsbündnis gegen Aids die Kampagne "in9Monaten" ( www.in9Monaten.de ).

Die Regierungen haben im Millenniumsziel Nr. 6 allen Menschen bis Ende 2010 einen Zugang zu Behandlung, Pflege und Vorbeugung versprochen. Anstelle der erforderlichen mehr als 22 Milliarden US-Dollar stellen sie dem "Globalen Fonds zur Bekämpfung von Tuberkulose, Malaria und Aids" für die nächsten drei Jahre allerdings nur 11,7 Milliarden US-Dollar für die Aidsbekämpfung zur Verfügung. 2010 wurden 5,5 Millionen HIV-Infizierte in den ärmsten Ländern behandelt - tatsächlich brauchen aber 14,8 Millionen Menschen Zugang zu Medikamenten.

Pressekontakt:

Frank Mischo, mobil 0163-2344 357

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