Kindernothilfe e.V.

Sri Lanka: Unbegleiteten Flüchtlingskindern in Lagern droht Missbrauch
Kindernothilfe fordert Zugang für Kinderrechtsorganisationen

Vavuniya/ Duisburg (ots) - Unbegleitete Flüchtlingskinder im Bürgerkriegsgebiet Sri Lankas sind aktuell besonderen Gefahren ausgesetzt. Die Kindernothilfe warnt davor, dass Mädchen und Jungen auf der Flucht und in Lagern von ihren Familien getrennt werden und einem hohen Risiko vor sexueller Ausbeutung und anderem Missbrauch ausgesetzt sind. Auf dem jüngsten Koordinationstreffen aller Hilfsorganisationen wies die zuständige UN-Behörde (OCHA) in Vavuniya ebenfalls auf die Gefahr hin, dass Eltern und Kinder getrennt werden. Dringend erforderlich ist jetzt der ungehinderte Zugang in alle Flüchtlingslager und die Registrierung sowie Begleitung der Minderjährigen.

Dietmar Roller, Auslandsvorstand der Kindernothilfe: "Wir haben von Müttern gehört, die völlig verzweifelt sind. Sie wissen, dass ihre minderjährige Tochter nur 300 Meter entfernt in einem anderen Lagerabschnitt alleine ausharren muss. Das widerspricht unter anderem Artikel 9 der UN-Kinderrechtskonvention. Danach darf ein Kind nicht gegen den Willen seiner Eltern von diesen getrennt werden. Hier muss das singhalesische Militär dringend seine Strategie ändern und Familien zusammenführen." Hintergrund für die restriktive Politik gegenüber den tamilischen Kindern und Jugendlichen ist, dass Hunderte Mädchen und Jungen noch in den letzten Monaten von den tamilischen Rebellen als Soldaten zwangsrekrutiert wurden. Diesen Kindern droht nun ein erneuter Missbrauch.

"Die Situation in den Camps ist verheerend," so Roller. "Die meisten Flüchtlinge tragen nur noch Fetzen Stoff am Leib und sind Sonne, Regen und Wind ohne Schutz ausgesetzt. Dringend benötigt wird auch spezielle Kindernahrung, um Unterernährung zu bekämpfen." Nach Angaben des UN-Koordinierungsbüros OCHA werden in den kommenden Tagen bis zu 100.000 weitere Flüchtlinge erwartet. 50.000 Menschen sollen noch in der umkämpften Zone ausharren.

Die Kindernothilfe hat neben der laufenden Hilfe zusätzlich 50.000 Euro bereitgestellt, um Flüchtlingsfamilien mit Kleidung, Bettwäsche und Nahrungsmitteln zu unterstützen.

Weitere Informationen unter: www.kindernothilfe.de

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