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Accenture-Studie: Jeder zweite Deutsche will mehr Kernkraft - aber stellt Bedingungen

Kronberg (ots) - Die Hälfte der Deutschen spricht sich für eine stärkere Nutzung von Kernkraft aus, um die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas zu verringern. Das Gros der Verbraucher macht seine Zustimmung jedoch von konkreten Bedingungen abhängig: Ganz oben auf der Liste der Forderungen an Staat und Versorger stehen sichere Kernkraftwerke, umweltverträgliche Lösungen für die Entsorgung von Atommüll, niedrige Energiepreise und transparente Kommunikation. Gleichzeitig bestehen die Deutschen weiter auf einem Energie-Mix, der vor allem auf erneuerbare Energien setzt. International findet Kernkraft als Alternative zu fossilen Brennstoffen bei Verbrauchern immer mehr Akzeptanz, insbesondere um die CO2-Belastung zu reduzieren und unabhängiger von ausländischen Energielieferungen zu sein. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie, für die der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture weltweit mehr als 10.500 Personen befragt hat, darunter auch in Deutschland.

Trotz Wirtschaftskrise sind sich die Deutschen der Herausforderung einer gesicherten und klimafreundlichen Energieversorgung bewusst - und auch, dass sich in Deutschland etwas ändern muss: Neun von zehn Befragten (89 Prozent) sprachen sich in der Studie dafür aus, die Nutzung und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Um dies zu erreichen, sollen nach dem Willen der Verbraucher hierzulande vor allem erneuerbare Energien eingesetzt werden. Gleichzeitig räumen sie aber auch der Kernenergie einen deutlichen Stellenwert ein. Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) ist der grundsätzlichen Meinung, Kernkraft solle stärker genutzt werden. 56 Prozent sind dafür, die Laufzeiten der bestehenden Kernkraftwerke zu verlängern, um die CO2-Bilanz zu verbessern. 65 Prozent der Deutschen glauben, dass Kernkraft auf lange Sicht eine Schlüsselrolle bei der Stromerzeugung spielen wird.

"Die Frage nach sicherer und umweltfreundlicher Energie in der öffentlichen Debatte wird überall auf der Welt neu gestellt", sagt Stephan Werthschulte, Geschäftsführer im Bereich Energieversorgungswirtschaft bei Accenture. "Immer mehr Verbraucher sind bereit, ihre ursprünglich kritische Haltung gegenüber Strom aus Kernenergie angesichts der Veränderungen der Rahmenbedingungen in Politik, Wirtschaft und Umwelt zu überdenken. Mit Blick auf den Klimaschutz und die künftige Versorgungssicherheit erscheint auch in Deutschland die Kernenergie vielen in einem anderen Licht."

Allerdings knüpfen viele Befragte in Deutschland ihre Zustimmung zu einer weiteren Nutzung von Kernenergie an konkrete Bedingungen, um Vorbehalte auszuräumen. Die Sicherheit steht dabei im Vordergrund. 46 Prozent der Deutschen wollen, dass mehr Geld in entsprechende Vorkehrungen der Kernkraftwerke investiert wird. Fast genau so viele Menschen (43 Prozent) erwarten praktikable und sichere Lösungen für die Entsorgung von Atommüll. Mehr als ein Drittel der Befragten (39 Prozent) finden, Kernkraft solle nur eingesetzt werden, wenn gleichzeitig die Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Öl- und Gaslieferungen verringert wird. Zudem müsse Kernkraft preiswert sein, sagen 33 Prozent der Befragten in Deutschland. Ein Viertel der Befragten (25 Prozent) verlangt außerdem mehr transparente Kommunikation rund um das Thema Kernkraft. Viele Deutsche sehen etwa die Informationspolitik der Bundesregierung in Bezug auf Kernenergie kritisch. Laut Umfrage fühlt sich nur jeder Dritte (32 Prozente) über die Pläne der Politik ausreichend informiert.

"Angesichts der Herausforderungen von Rohstoffknappheit, Klimawandel und Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen müssen Versorger ihr Portfolio überdenken", sagt Stephan Werthschulte. "Sie sollten sich neu überlegen, ob und in welchem Maße sie Kernenergie in ihr Angebot aufnehmen. Soll sich Kernkraft erfolgreich als Teil des Energie-Mixes etablieren, dann gelingt dies nur durch transparente Kommunikation. Zentral für die Zukunft von Kernkraft in Deutschland bleibt ein offen geführter Dialog, der alle Beteiligten einschließt, sowie ein realistischer Umgang insbesondere mit Sicherheits- und Finanzierungsfragen."

Außerhalb Deutschlands steigt die Akzeptanz von Kernenergie durch die Bevölkerung - trotz der damit verbundenen Herausforderungen - in noch größerem Maß als in Deutschland. Mehr als zwei Drittel aller Befragten weltweit sprach sich für eine stärkere Nutzung dieser Energiequelle aus. Besonders viel Zustimmung findet Atomkraft in den USA (81 Prozent), aber auch in Italien (70 Prozent) und Frankreich (62 Prozent). In Indien und China wird Kernenergie als besonders umweltfreundlich wahrgenommen. In diesen Ländern sprach sich eine überwältigende Mehrheit von 96 Prozent (Indien) und 91 Prozent (China) für mehr Kernkraft aus.

Über die Studie

Für die Studie "Accenture Multinational Nuclear Power Pulse Survey 2009" hat Accenture im November 2008 weltweit 10.508 Verbraucher in 20 Ländern nach ihrer Einstellung zur Kernenergie befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Industrieländer sowie für die städtische Bevölkerung in den Schwellenländern. Die Erhebung wurde durchgeführt in Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Russland, Schweden, Slowakei, Spanien, Südafrika, Ungarn und USA.

Über Accenture

Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Das Unternehmen bringt umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten über alle Branchen und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ein. So schafft Accenture für seine Kunden nachhaltigen Markterfolg. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 181.000 Mitarbeiter in 49 Ländern und erwirtschaftete im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August 2008) einen Nettoumsatz von 23,39 Mrd. US-Dollar. Die Internetadresse lautet www.accenture.de

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