Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.

MISEREOR
Jahresbericht 2000: Spendeneinnahmen steigen, öffentliche Mittel sinken

    Aachen/Berlin (ots) - Misereor-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer kritisiert anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2000 die Kürzungen im Etat des Entwicklungsministeriums und fordert eine öffentliche Debatte zu Entwicklungspolitik und globaler Verantwortung in Deutschland. Außerdem präsentiert Misereor die neu gegründete Helder-Camara-Stiftung.

    Deutliche Kritik äußerte Dr. Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer des katholischen Entwicklungshilfswerks Misereor, an den jüngsten Einschnitten im Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ. Anlässlich der Vorstellung des aktuellen Jahresberichts für das Jahr 2000 am 22. Juni in Berlin forderte Sayer Bundeskanzler Schröder "zu einer glaubwürdigen Politik nachhaltiger Zukunftssicherung auf". Dazu gehöre auch die ausreichende finanzielle Ausstattung des BMZ.

    Bereits im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung den BMZ-Haushalt gekürzt. Diese Kürzungen hätten direkte Auswirkungen auf die Arbeit von Misereor gehabt: Die Mittel, die Misereor vom BMZ für Entwicklungsvorhaben zur Verfügung gestellt werden, seien im Jahr 2000 um 2,6 Prozent auf 137,4 Millionen Mark zurückgegangen. Die dadurch entstandene Lücke habe auch durch den erfreulichen Zuwachs bei den Spendeneinnahmen von 117,6 Mio. DM (1999) auf 120,7 Mio. DM (2000) nicht mehr ausgeglichen werden können. Die Summe der Einnahmen sei deshalb von 297,1 Mio. DM (1999) um ein Prozent auf 294,1 Mio. DM (2000) gefallen. Von den mehr als 3600 Projektanträgen, die Misereor im vergangenen Jahr erreichten, konnten 1620 bewilligt werden.

    Sayer wandte sich gegen ein falsches "Bild passiver Abhängigkeit der Menschen in Entwicklungsländern", das umgekehrt Entwicklungszusammenarbeit als Almosen missverstehe. Dieses Bild verschleiere "einen realistischen Blick auf die Probleme unserer global vernetzten Welt". Es gehe um Zukunftssicherung, die nur in gemeinsamer Anstrengung erreichbar sei. Er unterstütze deshalb die Forderung von Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul nach einer qualifizierten öffentlichen Debatte über den Stellenwert von Entwicklungspolitik und globaler Verantwortung. Auch die Medien rief der Hauptgeschäftsführer zur Mithilfe auf: "Hilfswerke, Politik und Medien haben eine gemeinsame Verantwortung für die Bilder, die sich Menschen von Menschen machen. Diese Bilder sind die Grundlage für unser Handeln."

    Am Ende der Jahrespressekonferenz stellte Sayer die neu gegründete Helder-Camara-Stiftung vor. Die nach dem populären brasilianischen Bischof der Armen benannte Stiftung soll es Spendern ermöglichen, mit einer Zustiftung langfristig Entwicklungsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern.


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