Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.

Erbeben Haiti
MISEREOR-Hilfe erreicht Erdbenopfer
Hilfe nicht nur in Port au Prince, sondern auch in anderen Landesteilen

Aachen (ots) - Mit ersten Hilfslieferungen erreichen heute Nachmittag (Ortszeit) LKWs von Organisationen aus der Dominikanischen Republik die vom Erdbeben zerstörte Haitianische Hauptstadt Port-au-Prince. Die langjährigen Partner des katholischen Hilfswerks MISEREOR "Ciudad Alternativa" und "Centro Bono" transportieren mit weiteren Partnern Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamente und Hygiene-Kits. "Ciudad Alternativa" hat sich zudem auf provisorische Wohnunterkünfte spezialisiert. Auch die Partnerorganisationen in Port-au-Prince haben inzwischen ihre Handlungsfähigkeit wieder aufgebaut und sind in der Notversorgung der Bevölkerung aktiv.

"In den Meldungen, die uns jetzt täglich erreichen, ist das Entsetzen und der Schock unserer Partner zu spüren", berichtet MISEREOR-Ländereferent Heinz Oelers. "Besonders schwer hat es die Salesianer in Port au Prince getroffen, deren Straßenkinderprojekt MISEREOR seit langem unterstützt. Ein Bruder sei tot, einer verletzt. Besonders tragisch ist der Tod von über 200 Kindern und Jugendlichen in dem Projekt. Projektleiter Père Stra hat schwer verletzt überlebt und wird in der Dominikanischen Republik behandelt. Drei Gebäude des Ordens liegen in Trümmern. Auch andere Organisationen vermissen noch Mitarbeiter und hoffen, dass es nur wegen der zerstörten Telefonleitungen noch keinen Kontakt haben."

Mittlerweile gibt es auch Informationen aus anderen Regionen des Landes. Père Tilus, ehemaliger Chef der Caritas Haiti, schreibt: "Auch auf dem Land sind sehr viele Häuser zerstört. Dazu kommen jetzt die vielen Flüchtlinge aus Port au Prince, die versuchen, sich in ihre Heimatdörfer durchzuschlagen". Père Simon Francois von der Caritas Jacmel bereichtet, dass auch in Jacmel die Zerstörungen groß sind. Die Städte Jeremie, Hinche, Léogane und Petit Goâve sind ebenfalls betroffen. Viele Menschen versuchen deshalb Port-au-Prince zu verlassen. Sie wollen zu ihren Verwandten oder in die Krankenhäuser in den weniger zerstörten Regionen.

"Die Solidarität in der benachbarten Dominikanischen Republik ist groß. Unsere dominikanischen Partnerorganisationen werden sich auch um die zahllosen Flüchtlinge kümmern, die auf dem Weg in ihr Land sind", erläutert Marcelo Waschl. Architekt und Experte für erdbebensicheres Bauen bei MISEREOR. "Da der Flughafen von Port-au-Prince noch immer überlastet ist, spielt die Dominikanischen Republik eine Schlüsselrolle bei den Hilfsmaßnahmen für Haiti." Waschl reist am kommenden Dienstag in die dominikanische Republik und wird nach einem Koordinationstreffen mit den dortigen Partner nach Haiti reisen, um sich ein Bild von den Schäden vor Ort zu machen".

MISEREOR unterstützt seit vielen Jahren über 30 verschiedene Partnerorganisationen in Haiti. Auch die Vernetzung von Partner in der Dominikanischen Republik und mit Organisationen in Guadeloupe bewährt sich in der aktuellen Krise. MISEREOR fördert in Haiti im ländlichen Raum Projekte in den Bereichen Ernährungssicherung und Landwirtschaft. In Port-au-Prince unterstützt das Hilfswerk zwei Straßenkinderprojekte, ein Ausbildungsprogramm für Jugendliche und ein umfangreiches Rechtsberatungsprogramm. Insgesamt laufen in Haiti über 54 Projekte in Höhe von 7,2 Millionen Euro. Die Projekt werden von einem Berater begleitet.

MISEREOR hat seinen lokalen Partnerorganisationen eine Soforthilfe in Höhe von 300.000 Euro zugesagt. Zur Finanzierung dieser Hilfe bittet MISEREOR dringend um Spenden.

Spendenkonto 10 10 10
Pax-Bank Aachen 
BLZ 370 601 93 
Stichwort Haiti 

Pressekontakt:

Länderreferent Heinz Oelers und Bauexperte Marcelo Waschl stehen für
Interviews zur Verfügung. Marcelo Waschl wird voraussichtlich ab
Mittwoch in der Dominikanischen Republik, ab Donnerstag In Haiti
erreichbar sein.
Kontakt: Michael Mondry, Tel: 0241-442-528, mobil: 0170 - 572 45 53.,
mondry@misereor.de.

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