Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.

MISEREOR:Hunger und Armut werden in Kauf genommen
Katastrophales Scheitern in Kopenhagen

Aachen/Kopenhagen (ots) - Das Scheitern der Klimaverhandlungen ist nach Ansicht des katholischen Hilfswerks MISEREOR ein Armutszeugnis für die Politik, eine Schande für die Industrieländer und eine Katastrophe für die Menschen in den Entwicklungsländern. "Ich bin entsetzt! Wir hätten ein starkes rechtlich verbindliches Abkommen gebraucht. Herausgekommen ist aber überhaupt nichts, bis jetzt nicht einmal eine politische Erklärung. Es ist unverantwortlich, dass diese historische Chance nicht genutzt wurde und das Klima-Abkommen aufgrund wirtschaftlicher Interessen gescheitert ist", so der für MISEREOR zuständige Hamburger Erzbischof Werner Thissen.

Letztlich sei in Kopenhagen nichts erreicht worden, was auch nur annähernd die schlimmsten Folgen des Klimawandels aufhalten könne. "Die Ziele zur Verringerung der Treibhausgase waren schon zu Beginn der Konferenz völlig unzureichend und wurden zerredet. Die Staats- und Regierungschefs sind entgegen allen Erwartungen mit leeren Händen nach Kopenhagen gekommen. Das ist kurzsichtig und rücksichtslos. Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken, ist damit in weite Ferne gerückt", so der MISEREOR-Bischof.

"Was mich so aufregt, ist, dass alle um die schlimmen Folgen wissen", so Thissen. Durch Dürren und steigende Temperaturen werde in weiten Teilen der Welt die Landwirtschaft zusammenbrechen. 600 Millionen Menschen würden so zusätzlich in den Hunger getrieben. "Dies ist kein aus der Luft gegriffenes Szenario, sondern Stand der Wissenschaft und somit bittere Realität. Mit dem niederschmetternden Ergebnis von Kopenhagen sehen ich immer weniger Möglichkeiten, dass diese furchtbaren Entwicklungen noch aufhalten werden können", erklärte der Erzbischof.

"Wir werden als Kirche und als international tätiges Hilfswerk weiterhin darauf drängen, dass ein rechtlich verbindliches Abkommen in den nächsten sechs Monaten erreicht wird. Als Christen müssen wir für unsere Mitmenschen in den Entwicklungsländern Gerechtigkeit fordern. Denn hier geht es um die Lebengrundlage von Millionen von Menschen, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind", erklärte er. Erzbischof Thissen resümierte: "Mir bleibt die Hoffnung, dass alle aus dem Scheitern von Kopenhagen lernen, und nach Wegen aus der Blockade suchen."

Pressekontakt:

MISEREOR-Pressestelle
Barbara Wiegard, Tel.0170/5746417
email: b.wiegard@gmx.de
Original-Content von: Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V., übermittelt durch news aktuell

Das könnte Sie auch interessieren: