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Je größer das Schiff, desto größer das Einzelrisiko. Oder: Warum Schiffe heute immer noch sinken

Berlin (ots)

Das Containerschiff MOL Comfort wurde nur fünf Jahre alt. Hohe Wellen von fünf bis sechs Metern haben das Schiff im Juni vor der jemenitischen Küste in zwei Teile zerbrochen. Die möglichen Ursachen für dieses Schiffsunglück sind auch Thema beim jährlichen Treffen der Transportversicherer in London, das gerade stattfindet. Sie sichern den internationalen Warenverkehr ab. Der Markt wächst, gleichzeitig werden die Risiken immer komplexer.

Eigentlich hätte die MOL Comfort nicht sinken dürfen. Das Containerschiff wurde in einer renommierten japanischen Werft fertig gestellt. Auch der Seegang hätte dem Koloss, der über 7000 Container geladen hatte, nichts anhaben dürfen: Das Schiff war 316 Meter lang und 45 Meter breit - und dennoch ist es gesunken: zuerst der vordere Teil Ende Juni, zwei Wochen später der hintere Teil.

Warum ist das Containerschiff havariert?

Nun muss geklärt werden, warum das Schiff havariert ist. Hat die Crew Fehler gemacht, wie etwa beim Untergang der Costa Concordia, die heute aufgerichtet wird? War das Schiff überladen? Oder war die Ladung falsch deklariert? Zum Teil werden auf Containerschiffen mehrere tausend Tonnen an nicht deklarierter Ladung transportiert. Stehen falsch deklarierte Container an ungünstigen Stellen, wird die Stabilität des Schiffes zusätzlich belastet. Eine Havarie wie bei der MOL Comfort wird dann im schweren Seegang wahrscheinlicher. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass weltweit die Vorschriften zur Deklarierung der Ladung im Hinblick auf Gewicht und Inhalt vereinheitlicht werden.

Risikomanagement wird künftig wichtiger

Um solche Schiffsunglücke zukünftig verhindern, wird das Risikomanagement der Transportversicherer stärker in den Fokus rücken. Je größer die Containerschiffe werden, umso größer ist dann auch der jeweilige Schaden, wenn so ein Schiff sinken sollte. Die Versicherer sprechen hier von Risikokonzentration. Wie diese Risiken weltweit einzuordnen sind, egal ob auf See oder in einem Hafen, wird deshalb für Transportversicherer eine größere Rolle spielen.

Bei der Versicherbarkeit der Waren müssen Transportversicherer zahlreiche Punkte prüfen:

- Welche Route nimmt das Schiff? 
- Wie lange dauert die Fahrt 
- Wie sind die Container gestaut? 
- Welche Waren werden in den Containern transportiert? 
- Welche transporttechnischen Eigenschaften haben die Waren? 
- Wie werden die Waren umgeschlagen?

Die Warenströme des globalen Handels werden zukünftig nicht kleiner werden - im Gegenteil. Der Trend zu immer größeren Schiffen mit höherer Ladungskapazität wird anhalten. Versicherbarkeit gewährleisten trotz größerer Einzelrisiken - das ist hier die Herausforderung für die Transportversicherer.

Pressekontakt:

Frank Dersch
Telefon: 030-2020-5184
Mail: f.dersch@gdv.de
Twitter: www.twitter.com/gdv_de

Original-Content von: GDV - Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., übermittelt durch news aktuell

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