DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V.

Höhere Vergütung spiegelt Bedeutung von Investor Relations wider

Hamburg / Frankfurt (ots) -

   Unternehmensgröße, Börsensegment und Karrierestufe bestimmen 
   Struktur und Höhe der Vergütung im Investor Relations-Bereich 
   Vergütungsniveau in der IR über dem der allgemeinen 
   Unternehmenskommunikation - Internationaler Vergleich zeigt höhere
   Werte im angelsächsischen Raum 

Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Situation erweist sich die professionelle Kapitalmarktkommunikation mehr denn je als Eckpfeiler der Außendarstellung eines Unternehmens. Diese Bedeutung der mit Investor Relations (IR) befassten Fachkräfte spiegelt sich auch in ihrer Vergütung wider. Diese hat ein auch international wettbewerbsfähiges Niveau erreicht, unterscheidet sich aber abhängig von der Zugehörigkeit zu einem Auswahlindex zum Teil deutlich: So beläuft sich die durchschnittliche Zielgesamtbarvergütung - als Summe aus Grundvergütung plus Zielbonus - eines IR-Leiters im DAX für 2008 auf rund 282.000 EUR und liegt damit etwa zwei Drittel über dem Vergleichswert im MDAX. Die Bezüge von IR-Leitern in Großbritannien und in den USA liegen deutlich über den deutschen Werten. Allerdings sind für die mittleren Karrierestufen im IR-Bereich ähnliche und auf den Einstiegspositionen höhere Vergütungen zu Gunsten der deutschen IR-Leiter zu verzeichnen. Im Vergleich mit der allgemeinen Unternehmenskommunikation fallen die jährlichen Bezüge von IR-Mitarbeitern leicht höher aus.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Vergütungsstudie des DIRK - Deutscher Investor Relations Verband und der Unternehmensberatung Towers Perrin. Die Untersuchung wurde 2008 zum zweiten Mal aufgelegt. In der aktuellen Ausführung umfasst sie die Analyse der Vergütungen für das laufende Geschäftsjahr von IR-Experten in Deutschland. Die Ergebnisse werden darüber hinaus relevanten Daten aus Großbritannien und den USA gegenübergestellt. Weiterhin erfolgt ein Vergleich mit Vergütungen im Bereich Public Relations.

"Unsere Analyse bestätigt die zentrale Kommunikationsfunktion von IR als Schnittstelle zwischen Unternehmen und dem Kapitalmarkt", unterstreicht DIRK-Präsident Bernhard Wolf. "Die Studienergebnisse belegen, dass Leistungsanspruch und Vergütung inzwischen ein hohes Niveau erreicht haben und sich die IR-Funktion in Deutschland damit weiter etabliert hat."

Vergütungen im DAX am höchsten

Die bereits in der Analyse von 2006 ermittelten Unterschiede in den Vergütungen von IR-Mitarbeitern in den Unternehmen unterschiedlicher Börsensegmente haben sich weiter manifestiert. So liegt die durchschnittliche Zielgesamtzielbarvergütung für 2008 auf der Einstiegsposition im IR-Bereich im DAX bei rund 52.000 EUR und damit rund 8% über dem Vergleichswert für den MDAX, 13% über jenem in SDAX und TecDAX sowie mit 30% deutlich über dem Vergleichswert für die betreffenden Mitarbeiter in anderen Unternehmen.

Für einen IR-Leiter, der höchsten Position im Vergleich, in einem DAX-Unternehmen ermittelt die Analyse eine Zielgesamtbarvergütung für 2008 in Höhe von 282.000 EUR. Der betreffende MDAX-Wert beläuft sich auf 170.000 EUR, für SDAX/TecDAX auf 167.000 EUR. IR-Leiter, deren Unternehmen nicht in den drei bedeutendsten Börsen-Indices notiert sind, beziehen mit durchschnittlich rund 138.000 EUR etwas weniger als die Hälfte ihrer Kollegen im DAX.

Kurzfristige variable Vergütung fast durchgehend etabliert

Analog zu den Vergütungssystemen in anderen Unternehmensfunktionen wie Vertrieb, Produktion, Finanzen etc. weist die Struktur der Vergütung im Bereich Investor Relations klare Unterschiede nach Hierarchiestufe und Börsensegment auf. Generell haben 82% der IR-Mitarbeiter einen Anspruch auf variable Gehaltsbestandteile, darunter nahezu komplett die Gruppe der Senior Manager; auf der Einstiegsposition ist es die Hälfte der Mitarbeiter.

Das Verhältnis variabler zu fester Vergütung gestaltet sich sehr heterogen. IR-Leiter im DAX haben mit rund 39% den höchsten variablen Anteil an ihrer Zielgesamtbarvergütung, im MDAX sind es 29%, im SDAX/TecDAX und bei den anderen Unternehmen jeweils rund ein Viertel (24%). Erwartungsgemäß fallen die Vergleichswerte auf den unteren Karrierestufen geringer aus, auch sind die Unterschiede nach Index-Zugehörigkeit weniger groß. Der variable Anteil an der Zielgesamtbarvergütung von IR-Mitarbeitern auf der Einstiegsposition schwankt zwischen 13% im DAX und 7% außerhalb der drei Top-Indices.

"Die variablen Anteile belegen, dass die Vergütung im IR-Bereich weitgehend leistungs- und erfolgsorientiert ausgerichtet ist", erklärt Anna Wiestler, Studienautorin bei Towers Perrin. Angesichts der angespannten Wirtschaftslage geht die Vergütungsexpertin aber davon aus, dass viele Unternehmen ihre für 2008 gesteckten Geschäftsziele nicht erreichen. Die Konsequenz: "Bedingt durch die starke Verknüpfung der Vergütung mit der Unternehmensentwicklung werden für das laufende Geschäftsjahr die Zielwerte in den variablen Bezügen und damit in den Gesamtvergütungen wahrscheinlich nicht erreicht."

Neben kurzfristigen variablen Vergütungsbestandteilen spielen auch langfristige variable Vergütungsanteile eine Rolle in den Vergütungspaketen der IR-Mitarbeiter. Im Unterschied zu den auf Jahresbasis gewährten Boni ist der Anteil an Mitarbeitern mit einer Berechtigung für diese zumeist aktienbasierten bzw. -orientierten langfristigen Vergütungselemente deutlich geringer. Er liegt im Gesamtvergleich bei rund 30% aller Mitarbeiter.

Vergütungen im internationalen Vergleich

Ein Vergleich der deutschen Vergütungshöhen und Strukturen für die IR-Branche mit jenen in Großbritannien und den USA zeigt eine Reihe signifikanter Auffälligkeiten. So liegen im angelsächsischen Raum die Einstiegsgehälter unter jenen in Deutschland. Die Unterschiede belaufen sich hier auf bis zu 37% zu den Vergütungen in Großbritannien (30.000 EUR vs. 48.000 EUR) bzw. 20% in den USA (38.000 EUR). Bei den IR-Leitern, der obersten Karrierestufe im Vergleich, sind es dann aber wieder IR-Manager in Großbritannien, die deutlich höhere Vergütungen verzeichnen können (+7%), in den USA sogar auf den beiden oberen Karrierstufen (+12% bzw. +25%). So liegt der Medianwert der Zielgesamtbarvergütung für den IR-Leiter in Deutschland bei rund 185.000 EUR, in Großbritannien bei 299.000 EUR und in den USA bei 234.000 EUR.

Hintergrundinformation zur Studie und Bezug

Die Studie "Vergütung von Mitarbeitern und Führungskräften im Bereich Investor Relations" wurde nach 2006 in diesem Jahr zum zweiten Mal gemeinsam von DIRK - Deutscher Investor Relations Verband und der Unternehmensberatung Towers Perrin durchgeführt. Die aktuelle Datenerhebung wurde im August 2008 abgeschlossen. Zielgruppe der Befragung sind Mitglieder des Deutschen Investor Relations Verbands. Insgesamt haben 60 Unternehmen (2006: 48) teilgenommen, darunter 11 DAX-, 20 MDAX- und 16 SDAX/TecDAX-Unternehmen. Hinzu kommen andere börsen- und nicht börsennotierte Unternehmen.

Die Studie ist unter http://www.dirk.org/IR-Studien.html kostenlos abrufbar.

Über den DIRK:

Der DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V. ist der deutsche Berufsverband für Investor Relations (IR). Als Sprachrohr der IR-Professionals vertritt der DIRK die Belange seiner Mitglieder aktiv im Dialog mit den Interessengruppen und Institutionen des Kapitalmarkts, der Politik und der Öffentlichkeit. Seinen Mitgliedern bietet der Verband aktive fachliche Unterstützung und fördert den regelmäßigen Austausch untereinander sowie mit IR-Fachleuten aus aller Welt. Darüber hinaus setzt er Maßstäbe für die professionelle Aus- und Weiterbildung des IR-Nachwuchses in Deutschland. Mit über 290 Mitgliedern setzt der DIRK die Standards für die Kommunikation zwischen Unternehmen und dem Kapitalmarkt. Die Bandbreite der im DIRK organisierten Unternehmen umfasst sämtliche DAX-Werte sowie das Gros der im MDAX, SDAX und TecDAX gelisteten Aktiengesell¬schaften bis hin zu kleinen Unternehmen und solchen, die den Gang an die Börse noch vor sich haben oder Fremdkapitalinstrumente emittieren.

Über Towers Perrin:

Towers Perrin zählt zu den weltweit führenden Management-Beratungen und bietet innovative Lösungen in den Geschäftsfeldern Human Capital Group (HR Management Consulting) sowie Risk & Financial Services (Consulting für Finanzdienstleister und Versicherungsunternehmen / Tillinghast). Mit mehr als 5.000 Mitarbeitern agiert Towers Perrin weltweit in 26 Ländern. Im deutschsprachigen Raum arbeiten derzeit mehr als 300 Mitarbeiter an den Standorten Frankfurt, Köln, Reutlingen, München, Wien und Zürich. Im Bereich Human Capital Group berät Towers Perrin Unternehmen in den Themenfeldern Vergütungs- und Talent-Management, Strategie und Organisation der HR-Funktion, betriebliche Altersversorgung und M&A.

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