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TÜV zieht nach Störung in Philippsburg II Konsequenzen

    München (ots) - Im Zusammenhang mit der Bewertung der Vorfälle im Kernkraftwerk Philippsburg II im August diesen Jahres zieht die TÜV Energie- und Systemtechnik GmbH Baden-Württemberg Konsequenzen: Nachdem eine interne Untersuchungskommission Ergebnisse vorgelegt hat, werden organisatorische Änderungen vorgenommen. Um deren Umsetzung voll zu gewährleisten, werden beim TÜV zudem personelle Veränderungen vorgenommen.

    Der TÜV Energie- und Systemtechnik GmbH Baden-Württemberg wurden - wie bereits in einer früheren Stellungnahme verdeutlicht - von Seiten des KKW-Betreibers EnBW wesentliche Informationen erst nach der Erstellung des Gutachtens vorgelegt. Gleichwohl räumt der TÜV nach internen Untersuchungen ein, dass er die Störung in Philippsburg II von Anfang an hätte höher bewerten müssen, auch wenn sich die Anlage aus technischer Sicht nicht in einem unsicheren Zustand befunden hat.

    Zum Zeitablauf: EnBW stellte am 25. August fest, dass im Block II des KKW der Borsäuregehalt in einem der vier Flutbehälter unter dem vorgeschriebenen Wert lag. Am 27. und 28. August wurden zu niedrige Werte in zwei weiteren Behältern festgestellt. Die Einschätzung der Störung hat die EnBW jeweils selbst vorgenommen und laut geltendem Recht auch vornehmen dürfen. Entscheidend hierfür ist die "Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung" (AtSMV). Die schriftliche Ereignismeldung erfolgte am 31. August gleichzeitig an den TÜV und das Umweltministerium Baden-Württemberg.

    Die TÜV-Sachverständigen hatten den Auftrag, die Vorkommnisse im Block II auf der Basis der Betreiberangaben nachträglich zu bewerten. Der TÜV bestätigte die vom Betreiber vorgenommene Einstufung des Ereignisses auf Grund einer technisch-physikalischen Bewertung. Richtig wäre gewesen, das Ereignis nach Meldeverordnung auf die Abweichung der Anlage vom Sollzustand zum Zeitpunkt am 27./28. August zu beziehen. Eine zusätzliche Beurteilung darüber, inwieweit der Betreiber den Anlagenzustand zu jedem Zeitpunkt des Ereignisses richtig bewertet hat, sowie eine Analyse des Sicherheitsmanagements fand nicht statt. Dies erschloss sich dem TÜV erst nach der Darstellung des Betreibers vom  5. Oktober.  

    Weiter zum Ablauf im Rückblick: Die Stellungnahme des TÜV zu den Vorkommnissen in Philippsburg ging am 26. September an das Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg. Zur Chronologie der Ereignisse im Block II im August erhielten die TÜV-Experten erst am 1. Oktober weitere Informationen. Aufgrund dieses Materials wurde beim TÜV die Einstufung am 2. Oktober erneut diskutiert. Mit dem Ergebnis, dass die Störung entgegen der Stellungnahme an das Ministerium (26. September) hätte höher eingestuft werden müssen. Dies wurde dem Umweltministerium am 5. Oktober dargelegt.

    Am 4., 5. und 8. Oktober wurden zudem weitere Informationen über den Ablauf der Störungsbehebung durch den Betreiber bekannt. Diese bestätigten die zwingende Notwendigkeit einer Höherbewertung.


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