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Ginkgo enthält kein Colchicin

    Karlsruhe (ots) - Ginkgo enthält kein giftiges Colchicin! Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Analytikers Dr. Friedrich Lang. Er untersuchte sowohl Ginkgo-Blätter als auch den Ginkgo-Spezialextrakt (EGb 761(r)), der z. B. in dem Ginkgo-Arzneimittel Tebonin(r) enthalten ist.

    Der Wissenschaftler widerlegt damit eine Meldung, die seit ein paar Tagen verbreitet wird. Ein amerikanischer Forscher warnt Schwangere vor der Einnahme von Ginkgo-Medikamenten. "Diese Warnung ist überhaupt nicht nachvollziehbar", betont Lang, "trotz feinster Analysetechnik, konnten wir kein Colchicin in Ginkgo finden. Es ist völlig unerklärlich, wie diese Substanz da hineingekommen sein soll!"

    Colchicin kommt fast nur in Liliengewächsen vor

    Colchicin gehört zu den Alkaloiden und kann in hohen Dosen das Zellwachstum stören. Es wurde ursprünglich aus der Herbstzeitlosen isoliert und kommt typischerweise in Liliengewächsen und einigen wenigen anderen Pflanzenarten vor. Da der Ginkgobaum kein Verwandter der Liliengewächse ist, wäre es sehr verwunderlich, wenn Ginkgo diese Substanz enthielte. Bisher gibt es in der wissenschaftlichen Literatur daher auch keinerlei Hinweise darauf.

    Howard Petty von der Wayne State University Detroit berichtet nun in einer amerikanischen Fachzeitschrift, dass er bei Schwangeren "gefährlich hohe Konzentrationen" von Colchicin in der Plazenta gefunden habe. Dies führt er unter anderem auf die Einnahme von Ginkgo zurück.

    Kein Colchicin in Ginkgo

    Dass Ginkgo Colchicin enthalten soll, widerspricht jeder bisherigen Erkenntnis. Trotzdem ging der Karlsruher Wissenschaftler Dr. Friedrich Lang diesem Problem noch einmal gründlich nach. Mit seiner Arbeitsgruppe in den analytischen Labors des Arzneimittelherstellers Dr. Willmar Schwabe untersuchte er getrocknete Ginkgo-Blätter aus den USA, aus China und Frankreich und zusätzlich den Ginkgo-Spezialextrakt. Trotz hochmoderner und sehr empfindlicher Analyseverfahren fanden die Wissenschaftler kein Colchicin - weder in den Ginkgo-Blättern noch im Ginkgo-Extrakt.

    Für ihre Suche verwendeten die Wissenschaftler ein hochmodernes Analyseverfahren, die sogenannte HPLC oder Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie, gekoppelt mit der Photodioden-Arraytechnik, mit der auch kleinste Mengen einer Substanz nachweisbar sind.

    Ergebnisse der Amerikaner unerklärlich

    "Es ist uns völlig unerklärlich, wie Petty auf seine Ergebnisse gekommen ist", wundert sich Lang. Da in der amerikanischen Arbeit nicht erwähnt wird, in welchen Ginkgo-Produkten das Colchicin angeblich nachweisbar ist, lassen sich seine Ergebnisse nicht nachprüfen. Ginkgo enthält kein Colchicin. "Wenn Petty es in der Plazenta von Schwangeren findet, dann muss das eine andere Ursache haben als die Einnahme von Ginkgo."

    "Auf jeden Fall", so der Karlsruher Wissenschaftler, "können wir kein giftiges Colchicin im Ginkgo finden - weder in den Blättern noch im Spezialextrakt EGb 761(r) (Tebonin(r))".

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