GEA Group AG

Ruhr-Zink schließt zum Jahresende

    Bochum (ots) - Nach dem Abschluss der Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich sowie dem Scheitern der letzten Gespräche mit möglichen Investoren hat die GEA Group endgültig beschlossen, die Dattelner Ruhr-Zink GmbH zum 31. Dezember 2008 zu schließen. "Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat der GEA Group bedauern diese schwere Entscheidung zutiefst und fühlen mit den Mitarbeitern der Ruhr-Zink und Ihren Familien. In Anbetracht der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Prognosen sehen wir jedoch keine Alternative zu einer Stilllegung des Unternehmens", betont Jürg Oleas, Vorsitzender des Vorstands der GEA Group Aktiengesellschaft. Von der Schließung sind 235 Mitarbeiter betroffen. Die rentabel arbeitende MG Rohstoffhandel GmbH, ein Tochterunternehmen der Ruhr-Zink in Frankfurt am Main, wird als Einzelunternehmen weitergeführt und ist damit von der Schließung nicht betroffen.

    Die GEA hat über einen Zeitraum von 18 Monaten versucht, einen verlässlichen Käufer für das Unternehmen zu finden. Leider haben die stark veränderten Rahmenbedingungen dazu geführt, dass kein Investor gefunden werden konnte, der den Mitarbeitern und dem Unternehmen eine gesicherte Zukunft geboten hätte. Insbesondere der dramatisch eingebrochene Zinkpreis sowie der im weltweiten Vergleich in Deutschland sehr hohe Strompreis haben zu der heutigen Situation geführt. Speziell in den vergangenen 3 Jahren hat die GEA beträchtliche Summen bei Ruhr-Zink investiert, um das Unternehmen wirtschaftlich zu stärken. Dennoch konnten diese Maßnahmen die negative Entwicklung auf den Märkten nicht ausgleichen. Bei einem Weiterbetrieb wären für die kommenden Jahre erhebliche Verluste zu erwarten.

    "Selbstverständlich steht die GEA Group zu Ihrer sozialen Verantwortung. Darum bauen wir für die Mitarbeiter der Ruhr-Zink eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft auf. Zusätzlich zahlen wir attraktive Abfindungen, wodurch wir insgesamt ein höchstmögliches Maß an Sozialverträglichkeit für die Mitarbeiter erzielen", unterstreicht Jürg Oleas.

    Die GEA Group steht trotz der Schließung der Ruhr-Zink zum Standort Deutschland. Das Unternehmen hat in den ersten 9 Monaten dieses Jahres bereits mehr als 170 neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. In den vergangenen 5 Jahren investierte die GEA fast 250 Mio. EUR in deutsche Standorte, davon mehr als 35 Mio. EUR in die Ruhr-Zink. Erst im Oktober wurde ein umfangreiches Programm beschlossen, bei dem GEA weitere 100 Mio. EUR in die Standorte Oelde (Nordrhein-Westfalen) und Niederahr (Rheinland-Pfalz) investiert und damit zur Sicherung der dortigen Arbeitsplätze beiträgt.

    Hintergrund Ruhr-Zink Die ehemalige Metallgesellschaft AG, aus der die heutige GEA Group Aktiengesellschaft hervorgegangen ist, betrieb bis Anfang der 90er Jahre einen Unternehmensverbund von Erzhütten, Zinkschmelzen und -verarbeitung sowie einen umfangreichen Handel mit Metallen, Konzentraten, Erzen und Schwefelsäure. Die Ruhr-Zink GmbH wurde dafür 1968 als Tochterunternehmen der Metallgesellschaft gegründet. Nachdem alle übrigen Bereiche im Wesentlichen in den 90er Jahren verkauft wurden, ist die Ruhr-Zink GmbH der letzte aus diesem Verbund verbliebene Teil im Konzern der GEA Group. Mit Ausnahme der Jahre 2006 und 2007 hat die Ruhr-Zink GmbH über viele Jahre mehr oder weniger hohe Verluste geschrieben und insgesamt einen gewerbesteuerlichen Verlustvortrag von über 100 Mio. EUR aufgehäuft. Die Jahre 2006 und 2007 waren von spekulationsgetriebenen Höchstständen des Preises für Zink gekennzeichnet. Seit Anfang 2007 allerdings ist der Zinkpreis stetig gefallen und befindet sich nun wieder auf durchschnittlichem Niveau. Gleichzeitig sind in den letzten Jahren die Energiekosten deutlich gestiegen. Die Kombination der verschiedenen externen Faktoren, die die Ruhr-Zink GmbH beeinflussen, machen ein ökonomisches Überleben der Gesellschaft nicht möglich. Die Verlegung der Produktion ins Ausland stand für die GEA Group nicht zur Disposition.

    Die GEA Group Aktiengesellschaft ist Deutschlands größter börsennotierter Maschinenbaukonzern. Sie hat sich als international tätiger Technologiekonzern auf den Spezialmaschinenbau mit den Schwerpunkten Prozesstechnik und Komponenten konzentriert. Im Geschäftsjahr 2007 betrug der Konzernumsatz 5,2 Milliarden Euro. Mehr als 50 Prozent davon erwirtschaftete der Konzern in der schnell wachsenden Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Zum 30. September 2008 beschäftigte das Unternehmen mehr als 21.000 Mitarbeiter in 50 Ländern. In 90 Prozent ihrer Geschäftsfelder zählt die GEA Group zu den Markt- und Technologieführern. Die GEA Group ist im deutschen MDAX (G1A, WKN 660200) notiert.

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