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"Wenn man den Trainer rausschmeißt, ist das ein Scheiß-Gefühl!"
Schalke-Manager Rudi Assauer redet Klartext im PREMIERE WORLD-Interview

    München (ots) - Rudi Assauer ist ein Typ, ein Macher mit Visionen.
Seit dem 8. April 1993 steht der ehemalige Profifußballer von
Borussia Dortmund und Werder Bremen für den Aufschwung des
Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Der aktuellen
Programmzeitschrift von PREMIERE WORLD gab der 57-jährige Manager des
UEFA-Pokalsiegers von 1997 ein offenes und ehrliches Interview, in
dem er seine Sicht der Dinge über Heizstrahler in VIP-Logen und über
Verrückte, Freunde und Feinde im Bundesliga-Geschäft offenbarte.
    
    Assauer, der sich gern als "Kind des Ruhrgebiets" bezeichnet, hat
einiges erlebt: "Über meine Erlebnisse könnte ich ein Buch schreiben.
Einige im Ruhrgebiet würden zittern, Rolf Schafstall auch. Über die
Privatperson sage ich hier lieber nichts. Aber ich kann ehrlich nicht
verstehen, dass so ein Mann wieder in der Liga arbeitet. Ist für mich
nicht nachvollziehbar. Und ich weiß, worüber ich rede. Immerhin hat
dieser Mann in den 80er Jahren auch Schalke trainiert."
    
    Dabei ist Rudi Assauer jemand, für den es noch Werte im Fußball
gibt, die es zu verfolgen gilt: "Es wird immer schwerer, die Linie zu
halten. In der neuen Arena habe ich den Bau von Heizstrahlern für die
VIP-Loge untersagt. Wenn die Fans in der Kurve im Mantel stehen,
können die in der Loge das auch!"
    
    Und weiter: "Ein Spieler muss die Philosophie des Vereins
verinnerlichen: Bodenständigkeit und Volksnähe. Bei uns gibt es keine
Zäune um das Trainingsgelände. Da stehen Schulklassen. Da kann man
nicht einfach dran vorbeilaufen. Oder beim ersten Training von Andi
Möller. Wir haben zu ihm gesagt: ,Du musst da jetzt durch, direkt ran
an die Fans. Dann werden sie verstehen, dass Du ein ordentlicher
Junge bist'."
    
    Auf die Frage, ob er heute noch gerne Profi wäre, antwortete der
ehemalige Verteidiger: "Alles, was ich habe, würde ich dafür geben.
Spieler begreifen erst, wenn ihre Karriere beendet ist, was für ein
tolles Leben sie hatten. Dann fangen sie an zu heulen, weil sie
erkennen: Das Schönste, was es gibt, ist als Profi Fußball zu spielen
- 60.000 Fans im Stadion, die Atmosphäre. Das alles fehlt Dir dann
brutal."
    
    Assauer bleibt Realist in der Einschätzung der Möglichkeiten von
Schalke 04: "Wir waren 1993 doch schon fast mausetot und gewannen
durch glückliche Umstände 1997 den UEFA-Pokal. Nun steigern wir
unseren Umsatz nächste Saison auf 120 Millionen. Es muss unser Ziel
sein, in den nächsten zehn Jahren sieben-, achtmal international zu
spielen. Dann erst hat man den Vorsprung der anderen Mannschaften
etwas aufgeholt. Ganz so weit wie die Bayern sind wir noch nicht. Auf
lange Sicht können sie Ausfälle leichter verkraften als wir. Bayern
wird Meister!"
    
    Freundschaften bedeuten dem Zigarren-Liebhaber viel. "Freundschaft
ist für mich etwas Außergewöhnliches. Wenn ich fünf Freunde habe,
dann ist das viel. Dr. Böhmert von Werder Bremen ist einer. Und diese
Beziehungen halten auch in schlimmen Zeiten oder bei großen
Entscheidungen. Obwohl es mir nicht schwerfällt, Entscheidungen zu
treffen. Viele diskutieren ewig - ich entscheide alleine!"
    
    Diese Machtposition hat allerdings auch ihre Schattenseiten:
"Bislang hatte ich dabei auf Schalke Erfolg und natürlich Glück. Und
wenn man den Trainer rausschmeißt, ist das kein Kick. Das tut weh.
Ein Scheiß-Gefühl. Du kannst Existenzen kaputtmachen!"
    
    Ein gewisses Maß an Schlitzohrigkeit möchte er sich dennoch
vorbehalten: "Man kann nicht immer die Wahrheit sagen, da muss man
schon ein bisschen schauspielern. Um den Verein zu schützen, muss ich
auch mal eine Notlüge anwenden. Bei Transfers etwa darfst Du halt
keine schlafenden Hunde wecken."
    
    Ein Wechsel des ehemaligen Schalker Torhüters Jens Lehmann zurück
nach Gelsenkirchen ist für Assauer durchaus denkbar: "Er hat noch
einen Vertrag beim BvB. Aber er weiß, dass er auf Schalke immer
willkommen ist. Jens ist nach wie vor der Beste. Er ist ein positiv
Verrückter. Torhüter müssen so sein, sonst könnten sie sich nicht
dauernd abschießen lassen. Jens passt aber zu Schalke wie auch Olli
Reck."
    
    Das komplette Interview mit Schalke-Manager Rudi Assauer kann in
der aktuellen Programmzeitschrift von PREMIERE WORLD nachgelesen
werden.
    
    
    
ots Originaltext: Premiere World
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de


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