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Dübel-Fischer: Jede Erfindung muss anderen nützen

Stuttgart (ots) - Artur Fischer, einer der erfolgreichsten Erfinder, erzählt in Reader's Digest von seiner fehlgeschlagenen Pilotenausbildung und über die mangelnde Phantasie der Jugend heute Er ist der Erfinder des Dübels und der Vater des Blitzwürfels, er hat spezielle Kleiderbügel für Dessous ausgedacht und einen elektrischen Webstuhlschalter entwickelt. Nun zieht Artur Fischer, einer der erfolgreichsten Tüftler Deutschlands mit Wohnsitz im Schwarzwald, eine Art Lebensbilanz. "Wenn Sie bei jeder Entwicklung anfangen zu rechnen, was Sie damit verdienen, dann können Sie gleich aufhören", sagt der Unternehmer in einem Gespräch mit dem Magazin Reader's Digest (Juni-Ausgabe). Was Fischer erreicht hat, ist rekordverdächtig: 1000 Erfindungen und über 5000 Patente gehen weltweit auf sein Konto. Und noch immer steckt bei ihm das Kind im Manne, sprüht der 82-Jährige vor unbändiger Energie. "Wir leben in einem Land, das keine Rohstoffe hat, aber Köpfe", sagt Fischer: "Am größten ist die Kreativität bei Kindern. Denen muss man eine Chance geben, sie auszuleben." In dem Appell des erfolgreichen Tüftlers, dessen Unternehmensgruppe mit Sitz in Waldachtal-Tumlingen mittlerweile weltweit 3300 Mitarbeiter beschäftigt, schwingt ein Hauch von Resignation mit. Fischer vermisst die Phantasie in der Freizeitgestaltung der Kinder. "Früher sind wir mit Stangen über den Bach gesprungen, aber die Stangen waren zu kurz, also sind wir reingefallen. Da habe ich gelernt, dass die Stange länger sein muss", berichtet er aus seiner Jugendzeit. "Heute springt kein Kind mehr über den Bach. Und wenn es ein Fahrzeug will, wird ein Bobbycar gekauft. Fertigspielzeuge können sehr schön sein, aber sie unterlaufen die Kreativität." Folgerichtig hat Artur Fischer, der als Sohn des Dorfschneiders von Tumlingen zur Welt kam, in seiner Karriere als Unternehmer von den Kindern stets eigene Ideen verlangt. Bestes Beispiel: seine Erfindung Fischertechnik. Zwar brachten die kleinen grauen Quader mit der Kerbe in der Mitte, die sich zu technischen Gebilden zusammensetzen lassen, dem Unternehmen nie große Gewinne. Fischer hielt aber trotzdem an der Produktion des Spielzeugs fest. Seine Begründung: Bei Fischertechnik sind die Kinder in ihrer Phantasie gefordert, und nichts sei wichtiger als das Erfolgserlebnis nach dem Motto "Guck mal, Mama, das hab' ich gemacht". Für Fischer steht denn auch fest, dass spielende Kinder "der Boden für unsere Zukunft sind. Das setzt sich um in Leistung und damit in Arbeitsplätze." Dabei musste sich der Sohn gläubiger Eltern seinen Erfolg selbst hart erarbeiten. In Stuttgart absolviert er eine Lehre als Kunstschlosser, nachdem er eine Anzeige gelesen hatte, ein Betrieb suche "einen fleißigen Lehrbuben aus christlicher Familie". Später wechselt er zur Luftwaffe, will fliegen. Der Haken: Fischer ist zu klein. Sein Vorteil: Er kann reden. Irgendwann werden die eineinhalb Zentimeter ignoriert, die ihm zum Mindestpilotenmaß fehlen. Fischers Pech: Während der Ausbildung wird er mit einer Brille erwischt. Damit ist der Traum, Pilot zu werden, ausgeträumt. Also wird der junge Mann eben Techniker. Eine Entscheidung, die sich später als goldrichtig herausstellt, zumal in ihm der Erfindergeist erwacht. In den Wirren der letzten Kriegstage sind Streichhölzer knapp, aber Strom gibt es und Heizdraht auch. So entwickelt Artur Fischer den Glühanzünder. 1948 gründet er sein Unternehmen. Und als im selben Jahr seine Tochter Margot auf die Welt kommt, der Vater bei den Erinnerungsfotos aber bemerkt, wie schwer sich die Fotografin damit tut, Kamera und Blitz gleichzeitig auszulösen, deutet sich bereits die nächste Erfindung an. Der Tüftler legt los, ein Jahr später ist der Synchronblitz fertig. Das wird der Beginn der Erfolgsstory, in deren Mittelpunkt längst die Produktion von täglich sieben Millionen Dübeln für Profi- und Hobby-Handwerker steht. Auch zu dieser Erfindung passt sein Lebensmotto: "Anfangs geht es nur um die Idee", sagt Fischer, aber: "Es muss klar sein, dass das, was man macht, anderen nützt." Für nähere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juni-Ausgabe von Reader's Digest ist ab dem 27. Mai 2002 an zentralen Kiosken erhältlich. Pressemitteilung zum Download: http://www.readersdigest.de Auf Presseservice klicken (Rubrik Magazin Reader's Digest) ots Originaltext: Reader's Digest Deutschland Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen: Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH Öffentlichkeitsarbeit: Uwe Horn Augustenstr. 1, D-70178 Stuttgart Tel. +49 (0) 711/6602-521, Fax +49 (0) 711/6602-160, E-Mail: presse@readersdigest.de Original-Content von: Reader's Digest Deutschland, übermittelt durch news aktuell

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