Reader's Digest Deutschland

Schülervertreter: "Dumm sind nicht wir, dumm ist das System"
Welche Konsequenzen die Bundesschülervertretung aus der Pisa-Studie vorschlägt

Stuttgart (ots) - Die BundesschülerInnenvertretung fürchtet, dass die Schulbildung einseitig durch Wirtschaftsinteressen vereinnahmt werden soll. Sebastian Schlüsselburg (18) vom Vorstand der BundeschülerInnenvertretung schreibt in einem Beitrag für Reader's Digest (Februarausgabe): "Der Wettbewerb soll ganz im Sinne der Wirtschaft auch den Bildungsbereich beherrschen." Dabei bestehe die Gefahr, dass der Schüler mit seinen individuellen Lernbedürfnissen auf der Strecke bleibe. Schlüsselburg weiter: "Dagegen wehren wir uns vehement." Der Schülervertreter reagiert damit auf die so genannte Pisa-Studie, die internationale Schulvergleichsstudie, in der Deutschland sehr schlecht abgeschnitten hatte. "Es liegt nicht an unserer Dummheit oder Faulheit. Wenn überhaupt, dann werden Dummheit und Faulheit vom System produziert", sagt Schlüsselburg. Abhilfe sei nicht in Sicht. "Wir haben eine überwiegend rückwärtsgewandte Politik im Bildungsbereich", beklagt der 18-jährige und nennt als Gründe soziale Auslese und Elitenbildung. "Es darf nicht sein, dass ein Jugendlicher aus einer Akademikerfamilie fünfmal bessere Chancen hat, das Abitur zu erlangen, als ein Facharbeiterkind." Erschwerend kämen die Schulzeitverkürzung und der Schwerpunkt auf den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern noch hinzu. Schlüsselburg nennt Finnland als Vorbild. "Da drücken starke und schwache Schüler bis zur neunten Klasse gemeinsam die Schulbank. So können sie viel voneinander lernen. Vor allem die sozialen Kompetenzen werden gestärkt." Die BundesschülerInnenvertretung fordert die "Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems - bestehend aus Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Sonderschule - zugunsten einer integrativen Gesamtschule." Das System müsse in sich reformiert werden. Auch die Rolle der Lehrer müsse sich verändern: "Weg vom bloßen Wissensindoktrinator, hin zu einem Lernbegleiter, der Anreize gibt und uns auch individuell fördert." Schließlich verlangt der Schülervertreter mehr Mitsprache, wenn es um die Qualität der Schule und der Bildung geht. Schlüsselburg: "Wir wissen selbst am besten, was in der Schule vor sich geht. Und wir sind diejenigen, um die sich das Bildungswesen eigentlich drehen sollte." Für nähere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Februarausgabe von Reader's Digest ist ab 28. Januar an zentralen Kiosken erhältlich. Pressemitteilung zum Download: http://www.readersdigest.de. Auf Presseservice klicken (Rubrik Magazin Reader's Digest) ots Originaltext: Reader's Digest Deutschland Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen und Interviewwünschen: Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH Öffentlichkeitsarbeit, Uwe Horn Augustenstr. 1, D-70178 Stuttgart Tel. +49 (0) 711/6602-521, Fax +49 (0) 711/6602-160, E-mail: presse@readersdigest.de Original-Content von: Reader's Digest Deutschland, übermittelt durch news aktuell

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