Reader's Digest Deutschland

Von Ordnung, Sex und Religion

    Stuttgart (ots) -

    Worüber Paare nicht sprechen: Eine Umfrage in Deutschland zu den
Geheimnissen zwischen Frauen und Männern
    
    Wer kennt das nicht: Der Kassenbon vom neuen Pullover verschwindet
schnell im Papierkorb, den verstohlenen Blick zur Kollegin im Büro
lässt man zu Hause lieber unerwähnt - in vielen Ehen gibt es Themen,
die nicht angesprochen werden. Welches aber sind die größten
Geheimnisse zwischen Frauen und Männern? Das
Meinungsforschungsinstitut Emnid ist dieser Frage im Auftrag des
Magazins Reader's Digest nachgegangen. Die exklusive Umfrage unter
1000 repräsentativ ausgewählten Verheirateten in Deutschland brachte
verblüffende Ergebnisse. So haben 51 Prozent der Männer und 41
Prozent der Frauen dem jeweiligen Partner "schon einmal etwas
verheimlicht".
    
    In seiner Januarausgabe 2002 veröffentlicht Reader's Digest die
Umfrageergebnisse im Einzelnen. Und mancher dürfte bei der Lektüre
durchaus Erfahrungen aus seinem Ehe-Alltag wieder erkennen. So hat
fast jeder dritte befragte Mann (29 Prozent) den Wunsch mit seiner
Partnerin über den gemeinsamen Sex reden zu können. 24 Prozent der
Frauen wünschen sich vor allem, sie könnten dem Partner sagen, er
möge zärtlicher sein. Experten sehen durch diese Ergebnisse ein altes
Problem bestätigt: In vielen Ehen ist Sex weiterhin ein Tabu-Thema.
"Auch heute wissen viele Paare nicht, wie sie darüber miteinander
sprechen sollen", sagt Partnerforscher Prof. Hans W. Jürgens (Kiel).
    
    Eine gewisse Sprachlosigkeit in deutschen Ehen zeigen auch andere
Resultate der Umfrage. 33 Prozent der Männer haben schon einmal der
Partnerin gegenüber nicht eingestanden, dass sie eine andere Person
attraktiv finden. Und 22 Prozent der Männer würden eine Affäre wagen,
die ihre Ehe nicht bedroht. Von den Frauen wären nur zwölf Prozent zu
einem solchen Schritt bereit. Stellt sich die Frage, ob es harmlose
Seitensprünge gibt. "Eine Affäre ist das Ende einer Beziehungsstörung
und nicht ihr Anfang", sagt dazu Hannes Niggenaber, Psychologe aus
München. Der Seitensprung wird sozusagen zum letzten Schritt. Oder
wie Niggenaber es formuliert: "Es ist immer ein absolutes Warnzeichen
in einer Ehe, wenn man nicht nur jemand anderen attraktiv findet,
sondern wenn auch Taten folgen".
    
    In deutschen Ehen wird aber nicht nur über das Thema Liebe und Sex
geschwiegen. Am zweithäufigsten haben die Männer den Wunsch geäußert,
öfter mit der Partnerin über religiöse Dinge sprechen zu können. Die
verheirateten Frauen wünschten sich zu 34 Prozent, sie würden mit der
Forderung durchdringen: "Der Partner soll ordentlicher sein". Ein
immer wieder kehrendes Problem: das Thema Geld. So haben 32 Prozent
der Frauen und 24 Prozent der Männer der besseren Hälfte schon einmal
eine Ausgabe verheimlicht. Hier hat offenbar das alte
Gesellschaftsbild der Frau überlebt, die das Ideal der sparsamen
Hausfrau erfüllen will. Dazu passt auch ein anderes Ergebnis: Die
Frauen in der Ehe fühlen sich stärker verantwortlich für den
Nachwuchs als ihre Ehemänner. So haben 30 Prozent der Mütter schon
einmal Streiche der Kinder vor dem Vater verheimlicht. Auch da
scheint das überlieferte Bild vom strengen Familienoberhaupt noch
immer zu gelten.
    
    Bleibt die Frage: Wer ist offener in der Beziehung, die Männer
oder die Frauen? Die Lager scheinen klar verteilt: 64 Prozent der
Frauen geben an, dass sie es sind, die zuerst Eheprobleme ansprechen.
Das bestätigt auch Experte Niggenaber: "Den Männern ist das oft gar
nicht bewusst".
      
    Die Januarausgabe von Reader's Digest ist ab sofort an zentralen
Kiosken erhältlich.
    

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