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Internationale Luftfahrt- und Verteidigungsbranche: Digitalisierung wird Geschäftsmodelle verändern - Unternehmen sollten sich jetzt darauf vorbereiten

München (ots) -

   - Roland Berger-Studie: Digitalisierung wird die Branche in den 
     kommenden fünf Jahren stark beeinflussen, aber nur 5 Prozent der
     Marktteilnehmer sind sich der möglichen Risiken für ihr 
     Geschäftsmodell bewusst 
   - Top-3 auf der CEO-Agenda: Produktionsmanagement, 
     Produktinnovationen und Supply Chain Management 
   - Trotz abgeschlossener Entwicklungsprogramme, bleiben 
     Forschungs- und Entwicklungs (F&E)-Budgets hoch - 
     Tier-2-Lieferanten investieren vor allem in Innovationen 
   - Rund ein Drittel der Befragten erwartet in den kommenden Jahren 
     schwächeres Wachstum in der zivilen Luftfahrt 

In der globalen Luft- und Raumfahrtbranche sowie der Verteidigungsindustrie (A&D) gewinnt die Digitalisierung an Bedeutung. 98 Prozent der von Roland Berger befragten Top-Manager erwarten durch den digitalen Wandel erhebliche Veränderungen in der Branche. Allerdings sind sich nur fünf Prozent bewusst, was das wirklich für sie heißt. Und gerade mal ein Drittel glaubt, dass hierdurch weiteres Wachstum und Gewinne entstehen werden. Die Hälfte sieht vielmehr nur Verbesserungen auf der Ertragsseite durch die Möglichkeit, effizienter, schneller und kostengünstiger zu produzieren. Das sind einige der Ergebnisse der neuen Studie von Roland Berger "A&D Management Issues Radar 2016 - Aerospace industry: turning point ahead?". Befragt wurden 200 Top-Manager aus rund 90 Unternehmen in 20 Ländern.

"Ein Großteil der Hersteller scheint die Risiken durch die Digitalisierung für ihr bestehendes Geschäftsmodell immer noch zu unterschätzen", sagt Manfred Hader, Leiter der Aerospace & Defence Practice von Roland Berger. Offenbar fehlt vielen das Know-How, um die Auswirkungen genau bewerten und eine geeignete Strategie entwickeln zu können. "Denn trotz hoher Eintrittsbarrieren werden neue Akteure in den Markt drängen und die Wettbewerbssituation komplett verändern." Einige der etablierten Unternehmen haben daher bereits mit Aufbau eigener Startups oder Innovationszentren begonnen.

Produktion hat oberste Priorität bei OEMs

Für die Flugzeugbauer und Zulieferer in der zivilen Luftfahrt hat die Produktion in den kommenden 12 Monaten die höchste Priorität. Denn die starke Nachfrage, vor allem aus Asien, stellt die Branche vor große Herausforderungen: Damit die Produktion nicht ins Stocken gerät, müssen Kapazitäten hochgefahren werden und Zulieferer pünktlich liefern. "Allerdings kommt es immer wieder zu Verzögerungen", sagt Manfred Hader. Grund ist vor allem die immer breitere Angebotspalette, etwa bei der Innenausstattung oder bei Triebwerken. "Flugzeuge werden immer individueller ausgestattet, um den unterschiedlichen Anforderungen der Fluglinien gerecht zu werden. Das bedeutet aber auch, dass die Zulieferer flexibler und schneller werden müssen. Eine stärkere Digitalisierung der Produktion würde hier helfen", so Hader.

Auch im Verteidigungssektor steht das Produktionsmanagement an oberster Stelle, denn steigende Verteidigungsbudgets, vor allem in Europa, führen zu einer höheren Nachfrage. Fast 90 Prozent der Befragten gehen von steigenden bzw. stabilen Verteidigungsbudgets aus. Daher verwundert es nicht, dass das Supply Chain Management auch künftig weiterhin zu den Top-3 Prioritäten auf der CEO-Agenda gehört. "Interessant war für uns, dass die Produktstrategie in der Verteidigungsindustrie an Bedeutung gewonnen hat und mittlerweile auf Rang zwei der dringlichsten Aufgaben steht", ergänzt Hader.

Budgets für Forschung und Entwicklung steigen weiter

Obwohl die großen Entwicklungsprogramme in der zivilen Luftfahrt und im Verteidigungssektor bereits abgeschlossen und derzeit keine neuen Programme geplant sind, bleiben die F&E-Kosten weiterhin hoch. "Selbst Unternehmen, die in der Vergangenheit eher ein geringes Budget angesetzt haben, geben heute mehr Geld für Forschung und Entwicklung aus", sagt Holger Lipowsky, Luftfahrtexperte von Roland Berger. So investieren heute 89 Prozent der Befragten mehr als 2 Prozent ihres Umsatzes in F&E; vor drei Jahren waren es nur 83 Prozent. 33 Prozent haben sogar F&E-Ausgaben von mehr als 6 Prozent.

Früher waren ausschließlich besondere Leistungsmerkmale bei Bauteilen oder Ausstattungen gefragt. Heute sind die OEMs kostensensitiver und fordern günstigere Alternativen, die schnell lieferbar und flexibel einsetzbar sind. Innovationen werden daher immer wichtiger, doch die Branche tut sich schwer, im Bereich F&E neue Wege zu gehen. OEMs wälzen diese Aufgabe gerne auf die Lieferanten ab. Vor allem Tier-2-Lieferanten haben daher in den letzten drei Jahren ihre F&E-Investitionen massiv erhöht. "Da die OEMs ihre F&E-Budgets aber dennoch nicht kürzen, könnten künftig Überkapazitäten entstehen. Um dies zu vermeiden, müssen sowohl Hersteller als auch Lieferanten ihre F&E-Strategien und ihr Supply Chain Management gründlich überdenken", rät Lipowsky.

Wachstum in der zivilen Luftfahrt schwächt sich ab

Insgesamt blickt die zivile Luftfahrt etwas verhaltener in die Zukunft als im Vorjahr. Rund ein Drittel der Befragten glaubt, dass sich das Wachstum in den kommenden drei bis fünf Jahren abschwächen wird. Die Produktionskapazitäten werden dennoch ausgebaut, um rechtzeitige Auslieferungen sicherzustellen.

Dies setzt allerdings voraus, dass auch die Zulieferer Schritt halten können. "Flugzeughersteller sollten daher gegenüber den Lieferanten noch transparenter kommunizieren, um zukünftige Schwierigkeiten in der Supply Chain zu vermeiden", rät Roland Berger-Partner Manfred Hader.

Die Studie können Sie kostenlos herunterladen unter: www.rolandberger.de/pressemitteilungen

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