Roland Berger

Wohnimmobilien in Deutschland: Demografische Entwicklung und Energieeffizienz eröffnen neues Geschäftspotenzial für die Branche

München (ots) -

   - Neue Roland Berger-Studie: Alterung der deutschen Gesellschaft 
führt zu einer steigenden Anzahl kleinerer Haushalte - immer mehr 
ältere Menschen leben allein 

   - Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen steigt 

   - Drei Viertel der Bauinvestitionen flossen 2012 in die Sanierung 
alter Immobilienbestände 

   - 30 Prozent davon wurden für die energetische Sanierung der 
Immobilien eingesetzt 

   - Finanzierung: Bankkredite und Pfandbriefe dominieren; 
alternative Finanzierungsformen zunehmend gefragt 

Die demografische Entwicklung führt auch in Deutschland zu einer unaufhaltsamen Alterung der Gesellschaft. Liegt der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung aktuell bei 21 Prozent, so wird dieser im Jahr 2060 voraussichtlich rund 34 Prozent betragen. Entsprechend nimmt auch die Anzahl der Haushalte in Deutschland zu - um mehr als 2 Prozent bis 2025. Denn immer mehr ältere Menschen leben allein in kleineren Immobilien. Ebenfalls steigt die Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen.

Für Wohnimmobiliengesellschaften in Deutschland bedeutet dies Marktchance und Herausforderung zugleich, so das Ergebnis der neuen Studie "Trends im Markt für Wohnimmobilien" von Roland Berger Strategy Consultants. Dafür wurden Führungskräfte von kommunalen sowie privaten Wohnimmobiliengesellschaften mit einem Bestand von mehr als 30.000 Wohnungen befragt. "Immobiliengesellschaften haben diesen wichtigen Trend bereits erkannt und passen ihr Immobilienportfolio entsprechend an", sagt Roland Berger-Partner Torsten Henzelmann. "Dafür benötigen sie aber auch eine ausgewogene Finanzierungsstrategie - egal, ob sie eher auf Neubau oder auf Sanierung der Bestände setzen."

Sanierung von Bestandsimmobilien ist wirtschaftlich attraktiver Demografischer Wandel, zunehmende Urbanisierung und der Trend zu Singlehaushalten führen in Deutschland zu weiterhin steigender Nachfrage nach mehr, zumeist kleineren Wohnimmobilien. Immobiliengesellschaften haben bereits begonnen, darauf zu reagieren und bauen ihre Bestandsimmobilien um bzw. sanieren Altbestände. Dabei liegt der Fokus auf altersgerechten Wohnmöglichkeiten, um die Fluktuation von Mietern auch im Alter so gering wie möglich zu halten.

Neubauprojekte, die sich meist im oberen Preissegment bewegen, werden hauptsächlich in Wachstumsregionen geplant, denn hier ist die Zuwanderung aus ländlichen Gebieten weiterhin hoch. "Neubauten sind pro Quadratmeter etwa fünfmal teurer als Sanierungsmaßnahmen", erklärt Roland Berger-Expertin Daniela Lehr. "Selbst wenn Immobiliengesellschaften die Sanierungskosten nicht eins zu eins auf die Mietpreise umlegen können, ist die Bestandserhaltung wirtschaftlich attraktiver als der Neubau."

So flossen 2012 rund 75 Prozent der deutschen Bauinvestitionen in die Sanierung bestehender Gebäude - ca. 30 Prozent davon in die energetische Sanierung. Und diese Entwicklung wird auch künftig anhalten, während die Neubauquote bei ein bis zwei Prozent eher gering bleiben wird. Auch wenn es um Wachstum durch Zukäufe geht, sind die Wohnungsbaugesellschaften eher zurückhaltend und agieren sehr selektiv. "Vor diesem Hintergrund sollten sich auch die politischen Rahmenbedingungen ändern. Eine Anpassung der Förderprogramme sowie steuerliche Anreize sind hier notwendig. Dies gilt vor allem für die Förderung von altersgerechtem Wohnen und energetischer Sanierung", sagt Roland Berger-Partner Torsten Henzelmann. Denn die künftigen Kosteneinsparungen im energetischen Bereich rechtfertigen den zusätzlichen Aufwand einer entsprechenden Sanierung nicht. So sollten zum Beispiel bürokratische Hürden abgebaut werden, die die Beantragung von Umbaumaßnahmen erschweren.

Finanzierungsmix ist wichtig

Nicht zuletzt aufgrund des attraktiven Zinsumfelds greift die Immobilienbranche zur Finanzierung von Neubauten oder Umbauten weiterhin auf Bankkredite oder Pfandbriefe zurück. Um die Finanzierungskosten auch künftig so gering wie möglich zu halten, sollten Immobiliengesellschaften ebenso alternative Finanzierungsinstrumente in Betracht ziehen, denn im Finanzierungsmix liegt der größte Hebel für eine höhere Profitabilität des Geschäfts.

"Eine ausgewogene Finanzierung auch mit Blick auf unterschiedliche Laufzeitmodelle ist besonders wichtig, um bei langfristigen und kostenintensiven Projekten besser planen zu können", sagt Berger-Expertin Daniela Lehr. "Denn langfristig wird die Immobilienbranche mit auslaufenden Zinsbindungen konfrontiert."

Einen weiteren Hebel, um die Profitabilität zu steigern, bieten günstigere Bewirtschaftungsmodelle. Deshalb entscheiden sich immer mehr Immobiliengesellschaften, Tätigkeiten, die zum Kerngeschäft gehören, wieder selbst durchzuführen. Dazu gehören etwa Hausmeisterdienste und der Betrieb von Call Centern. Denn damit können sie ihre Kundennähe stärken und zeitgleich ihre Abläufe und Prozesse effizienter gestalten: "Oft haben Immobiliengesellschaften schlechte Erfahrungen mit ihren externen Dienstleistern gemacht; die Qualität der erbrachten Leistungen lässt nicht selten zu Wünschen übrig", erklärt Daniela Lehr. "Das kann der geringe Kostenvorteil durch die Auslagerung kaum noch kompensieren."

Die Studie können Sie herunterladen unter: www.rolandberger.de/pressemitteilungen

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter unter: www.rolandberger.com/press-newsletter

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit rund 2.700 Mitarbeitern und 51 Büros in 36 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 250 Partnern.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:


Claudia Russo
Roland Berger Strategy Consultants
Tel.: +49 89 9230-8190
E-Mail: claudia.russo@rolandberger.com
www.rolandberger.com

Original-Content von: Roland Berger, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Roland Berger

Das könnte Sie auch interessieren: