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Roland Berger Strategy Consultants: Senkung der Staatsquote in Deutschland von derzeit 47 auf 35 bis 40 Prozent in 2010 realistisch und wünschenswert

* Jährliche Verwaltungskosteneinsparung - ohne Privatisierung und Sozialreformen - von über 100 Mrd. DM machbar, bei Erhalt des öffentlichen Dienstrechts * Roland Berger fordert Rückzug des Staats auf seine hoheitlichen und steuernden Aufgaben * Strategieberatung im öffentlichen Sektor: Ein Wachstumsmarkt mit gesellschaftlichem Engagement * Roland Berger Strategy Consultants fokussiert auf strategisch relevante Projekte und deren Umsetzung München (ots) - Senkung der Staatsquote in Deutschland von derzeit 47 auf 35 bis 40 Prozent in 2010 realistisch und wünschenswert Die Staatsquote in Deutschland beträgt derzeit rund 47 Prozent des BIP und soll bis 2004 auf etwa 44 Prozent sinken. Roland Berger hält eine Minderung der Staatsquote bis 2010 auf bis zu 35 Prozent für realistisch und wünschenswert. "In Deutschland sind nach unserer Einschätzung bis 2010 gesamtfiskalisch wirksame Einsparungen in der öffentlichen Verwaltung - ohne Privatisierung und Sozialreform - von über 100 Mrd. DM realisierbar. Dies allein entspricht einer Verminderung der Staatsquote um 5,5 Prozentpunkte", so Roland Berger auf der Jahrespressekonferenz in München. Damit könnte die Staatsverschuldung in Deutschland auf allen Ebenen - Bund, Länder und Gemeinden - bis 2020 auf Null reduziert werden. Um dieses Potenzial zu realisieren, fordert Roland Berger die Konzentration des Staates auf seine hoheitlichen und steuernden Aufgaben, die Privatisierung aller wirtschaftlichen Staatsaktivitäten und - vermögen sowie die Rationalisierung der verbleibenden hoheitlichen und steuernden Staatsaufgaben (z. B. durch Strukturreformen nach dem Prinzip der Subsidiarität, Prozessbeschleunigung, Ersatz der Kameralistik durch ein transparentes Rechnungswesen, Nutzung moderner IT-Technologien durch e-Government). Diese Maßnahmen förderten den Dienst am Bürger. Bislang nur mäßiger Erfolg der Verwaltungsreform Trotz ihres hohen Anspruches habe sich die vor zehn Jahren begonnene Reform der Verwaltung ("Neues Steuerungsmodell") als "Verwaltung der Reform" erwiesen. Roland Berger begründet den bislang nur mäßigen Erfolg: * Die Reform folge keinem klaren ordnungspolitischen Konzept, sondern dem Druck der EU und den leeren Kassen. * Sie beschränke sich zu sehr auf Instrumente, statt auf Inhalte zu fokussieren. So werde nicht deutlich, dass Verantwortung personifiziert, Kostendisziplin umgesetzt und bürgernahe Leistungen erbracht werden. * Ständig werden zusätzliche Regulierungen, Gesetze und Vorschriften erlassen, statt die notwendige Deregulierung einzuleiten. * Kameralistik, Besitzstandswahrung und hohe Kosten prägen die öffentliche Administration ebenso wie Verharren in Ressortstrukturen, Bürokratie und hoheitlichem Denken. Das leistungsfeindliche öffentliche Dienstrecht und die schleppende Modernisierung frustriere zudem die meist exzellent qualifizierten Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung. Eine Umfrage unter Beschäftigten des öffentlichen Dienstes anlässlich des Städtetages Baden-Württemberg in 2000 hat beispielsweise ergeben: Nur 19 Prozent der Befragten befürworten die Verwaltungsmodernisierung, 20 Prozent bezeichnen sich als "Gegner" und 61 Prozent stellen die "schweigende Mehrheit" dar. "Zwar hat sich in deutschen Verwaltungen - auch durch wachsenden Beratereinsatz - bereits einiges zum Positiven entwickelt, wie Beispiele kommunaler Verwaltungsreorganisation belegen oder Privatisierungen auf Bundes- und Landesebene, z. B. Post, Telekom und Lufthansa. Jedoch fehlt es an Tiefe, Breite und konsequenter Umsetzung", so Berger. "Ich sehe es als die Pflicht der Politiker an, die Reformen sehr viel entschiedener voranzutreiben." Einen mutigen Schritt in die richtige Richtung nannte Roland Berger die radikale Strukturreform der Bundeswehr. Durch die klare Trennung von militärischen und zivilen Aufgaben, die Privatisierung aller zivilen Wirtschaftsaktivitäten über die Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb (g.e.b.b.) sowie die Modernisierung/Rationalisierung der hoheitlichen und steuernden militärischen Kernaufgaben übernehme die Bundeswehr eine Vorreiterrolle bei der Reform des öffentlichen Sektors. Beratung im öffentlichen Sektor In Europa entfallen rund 15 Prozent aller Beratungsumsätze auf den öffentlichen Sektor. In Deutschland ist das Beratungsvolumen im öffentlichen Sektor von über 2,0 Mrd. DM in 1995 auf knapp 2,9 Mrd. DM in 2000 gestiegen und soll in 2005 rund 5,4 Mrd. DM betragen (plus 13 Prozent p. a.). Trotz des wachsenden Bedarfs scheitert der Einsatz hochqualifizierter Strategieberater häufig an den rein preisorientierten öffentlichen Vergabeordnungen: Oft entscheiden die Kosten pro angebotenen Manntagen über den Zuschlag für ein Beratungsmandat und nicht die Qualifikation der Berater oder das Projekthonorar. Roland Berger Strategy Consultants fokussiert auf strategisch relevante Projekte und deren Umsetzung Durch Beratungsprojekte im öffentlichen Sektor erzielt Roland Berger rund sechs Prozent seines Honorarumsatzes weltweit. Dieser vergleichsweise geringe Anteil zeigt: Das Unternehmen fokussiert dabei nur auf strategisch relevante Projekte, deren Umsetzung es grundsätzlich begleitet, z. B.: * "Große Verwaltungsreform": Innovation und Reform bei gleichzeitiger Restrukturierung (Bremen) sowie Einrichten umfassender kommunaler Managementsysteme (Stuttgart) * Regionale Wirtschafts- und Innovationsstrategien (Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen) * Konsequente Transformation und Teilprivatisierung von staatlichen Großorganisationen (Bundeswehr) * Nutzung der technologischen Entwicklung (e-Government) als Hebel für eine kundenbezogene Reorganisation der Verwaltungsprozesse und -strukturen (Pilotprojekt Ortenaukreis sowie EU-Kommission). "Das Leitmotiv unserer Beratung im öffentlichen Sektor ist die Vision eines Staates, der effizient seine hoheitlichen und steuernden Aufgaben als Dienst am Bürger erledigt, seine wirtschaftlichen Aufgaben privaten Unternehmen überläßt, aber gleichzeitig einen diskriminierungsfreien Zugang aller Bürger zu allen Infrastrukturleistungen gewährleistet", so Berger. "Roland Berger Strategy Consultants sieht hier einen wesentlichen Handlungsbedarf. Wir stellen uns unserer gesellschaftspolitischen Verantwortung." ots Originaltext: Roland Berger Strategy Consultants Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Ralph Driever Head of Marketing / Corporate Communications Tel.: +49-89-9223-3180, Fax: +49-89-9223-599 e-mail: ralph_driever@de.rolandberger.com Susanne Horstmann Head of Press Department Tel.: +49-89-9223-349, Fax: +49-89-9223-599 e-mail: susanne_horstmann@de.rolandberger.com Homepage: www.rolandberger.com Original-Content von: Roland Berger, übermittelt durch news aktuell

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