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Roland Berger Studie zum Automobilmarkt in Brasilien: Anstieg der Fahrzeugproduktion von 3,2 Mio. Stück 2009 auf 5,2 Mio. im Jahr 2016 möglich

München/São Paulo (ots) -

- Die jährliche Produktion in Brasilien könnte von 3,2 Mio. Stück 
  2009 auf mehr als fünf Millionen Stück bis zum Jahr 2016 steigen, 
  der Fahrzeugabsatz von 3,1 Mio. Stück 2010 auf 4,8 Mio. im Jahr 
  2016 
- Mit einer klaren Exportstrategie könnte Brasilien seine Exporte in 
  den nächsten Jahren nahezu verdoppeln; die Importe werden bis 2016 
  voraussichtlich um mindestens 40 Prozent zulegen 
- Um Produktionswachstum und Kostenwettbewerbsfähigkeit zu sichern,  
  ist eine gemeinsame Agenda von Regierung und Industrie erforderlich 

Brasiliens Automobilindustrie steht am Scheideweg. Sofern die Branche und die Regierung die richtigen Schritte unternehmen, bietet das Land beträchtliche Chancen - sowohl auf dem Binnenmarkt als auch im Export. Das ist das Ergebnis einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants mit dem Titel "The Brazilian automotive industry at crossroads".

"Der aufstrebende Markt Brasilien birgt ein enormes Potenzial für die Automobilbranche", so Stephan Keese, Principal im Kompetenzzentrum Automotive von Roland Berger Strategy Consultants. Angesichts des wachsenden weltweiten Wettbewerbs muss Brasilien jedoch eine klare Agenda formulieren, um künftiges Produktionswachstum zu sichern. Hierzu gehört beispielsweise die Förderung des Binnenabsatzes, um ausreichendes und befriedigendes Wachstum für alle Marktteilnehmer zu garantieren. Außerdem muss die Exporttätigkeit angekurbelt werden, um die erforderliche Größe zu erreichen und weltweit konkurrenzfähig zu werden. Und schließlich ist eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im Inland erforderlich, damit Absatzwachstum bei namhaften Unternehmen auch zu einem Wachstum der Produktion führt.

Zusammenarbeit von Industrie und Regierung

Sofern die erforderlichen Schritte unternommen werden, bietet Brasilien enormes Potenzial für künftiges Wachstum des Automobilabsatzes, das durch die positive Konjunkturentwicklung noch beflügelt wird. Eine Absatz von deutlich mehr als fünf Mio. Fahrzeugen bis 2020 ist wahrscheinlich. Damit diese Prognose eintritt, sind jedoch zusätzliche Anstrengungen und Maßnahmen der Branche und der brasilianischen Regierung erforderlich. Beispielsweise wäre eine Zusammenarbeit von Industrie und Regierung denkbar, um den Binnenabsatz in Brasilien anzukurbeln - ebenso wie etwa eine Reduzierung der Kfz-Betriebskosten zur Förderung der individuellen Mobilität oder Anreize zur Erneuerung von Fahrzeugflotten. Mit derartigen Maßnahmen könnte Brasiliens Automobilmarkt Weltniveau erreichen und der potenzielle Autoabsatz von 3,1 Mio. Fahrzeugen 2010 auf 4,8 Mio. im Jahr 2010 steigen.

Verdoppelung der Exporte möglich

Mit einer klar umrissenen Exportstrategie dürfte Brasilien zudem in der Lage sein, seine Exporte in den kommenden Jahren nahezu zu verdoppeln. 2009 exportierte das Land 475.000 Fahrzeuge. Diese Zahl könnte bis 2016 auf 980.000 schnellen. Ausgehend von Wechselkurs- und Binnenabsatzprognosen werden die Fahrzeugimporte bis 2016 voraussichtlich um mindestens 40 Prozent zulegen. Durch Maßnahmen zur Ankurbelung des Binnenwachstums und eine fokussierte Exportstrategie könnte die jährliche Produktion von 3,2 Mio. im Jahr 2009 bis 2016 auf mehr als fünf Mio. klettern.

Stärkung der Kostenwettbewerbsfähigkeit

"Alle diese Standortvorteile sollen aber nicht den Eindruck vermitteln, die Marktbedingungen in Brasilien seien perfekt", sagt Keese. "In vielen wichtigen Bereichen der Wertschöpfungskette ist Brasiliens Automobilindustrie global noch nicht wettbewerbsfähig." Die Produktionskosten für ein Fahrzeug sind in Brasilien mindestens ebenso hoch wie in Europa, Rohstoffe wie Stahl sind sogar erheblich teurer. Aufgrund der schlechten Straßeninfrastruktur und der mangelnden Effizienz der Häfen sind die Vertriebskosten ebenfalls höher. Zudem treiben Bürokratie, Steuern und Abgaben die Kosten, und die Arbeitseffizienz hinkt deutlich hinter der europäischen hinterher. Trotz dieser Nachteile können Unternehmen in Brasilien äußerst profitabel produzieren. "Ungeachtet des aktuellen Wachstumstempos müssen Unternehmen ihre Kostenposition in Brasilien und ihren Footprint in Südmerika überprüfen und optimieren", sagt Keese. "Auf nationaler Ebene müssen Regierung und Automobilbranche gemeinsam versuchen, die langfristige nationale Kostenwettbewerbsfähigkeit deutlich zu verbessern", betont Keese. "Wir empfehlen folgende vier Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Automobilindustrie zu stärken: Definition einer künftigen Automobil-Agenda, umfassende Verbesserung der Kostenstruktur, Entwicklung eines Energie- und Antriebsmixes für die Zukunft und Sicherung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Produkte. Die Produkte und der Kundenservice in Brasilien müssen bei Design, Funktionalität, Qualität und Erschwinglichkeit optimal auf die aktuellen und künftigen Kundenerwartungen abgestimmt werden."

Eine Zusammenfassung der Studie können Sie kostenfrei herunterladen unter: www.rolandberger.com/pressreleases

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