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Roland Berger Studie zu Nachhaltigkeit im Immobilienmanagement: Zusätzliches Investitionspotential von rund 13 Mrd. Euro pro Jahr in Deutschland

München (ots) -

   - Umfrage unter Akteuren im Immobilienmanagement in Deutschland, 
     Österreich und der Schweiz 

   - Nachhaltige Immobilien sind deutlich werthaltiger: Zusätzliches 
     Investitionspotential in Deutschland von rund 13 Mrd. Euro pro 
     Jahr 

   - 73 Prozent der Bauherren und Investoren und 86 Prozent der
     Mieter sind bereit, dafür höhere Kosten in Kauf zu nehmen 

   - Die Hälfte der Studienteilnehmer glaubt, dass Immobilien in 
     den kommenden Jahren zunehmend als strategische Ressource 
     wahrgenommen werden
 
   - Nachhaltigkeitszertifikate wie LEED oder DGNB liefern aus Sicht 
     der Befragten keinen messbaren Mehrwert 

Die Immobilien- und Bauwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle bei der Senkung der CO2-Emissionen. In den OECD-Staaten gehen etwa 30% des Treibhausgasausstoßes auf das Konto von Wohn- und Gewerbeimmobilien - und das nur in der Betriebsphase. Der Bau- und Immobiliensektor hat aber nicht nur große ökologische Bedeutung: Die Roland Berger Studie "Nachhaltigkeit im Immobilienmanagement" zeigt, dass hier auf allen Stufen der Wertschöpfungskette auch enorme finanzielle Potenziale für sämtliche Akteure verborgen liegen - von den Projektentwicklern über die Bauindustrie bis hin zu Vermietern und Betreibern: Mehr als 70 Prozent der Bauherren, Investoren und Mieter sind bereit, für nachhaltige Immobilien höhere Kosten in Kauf zu nehmen. Ihnen wäre die Nachhaltigkeit einen Aufschlag von durchschnittlich neun Prozent wert. Daraus ergibt sich ein zusätzliches Investitionspotential von rund 13 Mrd. Euro in Deutschland. Bisher werden Immobilien noch hauptsächlich als Produktionsfaktor gesehen. Nach Einschätzung der Befragten werden Immobilien in den kommenden Jahren aber zunehmend als strategische Ressource wahrgenommen. Nachhaltigkeitszertifikate bieten dabei keinen messbaren Mehrwert.

"Der Markt für nachhaltige Immobilien bietet auf allen Stufen der Wertschöpfungskette enorme Potenziale", sagt Prof. Dr. Torsten Henzelmann, Partner im Kompetenzzentrum Civil Economics bei Roland Berger Strategy Consultants. "Und das für alle Akteure - von den Projektentwicklern über die Bauindustrie bis hin zu Vermietern und Betreibern von Immobilien." Mehr als 73 Prozent der befragten Bauherren und Investoren gaben an, für nachhaltige Immobilien höhere Investitionskosten in Kauf nehmen zu wollen. "Nachhaltigkeit wäre ihnen einen Aufschlag von durchschnittlich neun Prozent wert", ergänzt Roland Berger Principal Ralph Büchele. "Daraus ergibt sich für Deutschland ein zusätzliches Investitionspotenzial von rund 13 Mrd. Euro pro Jahr für die Realisierung nachhaltiger Immobilien." Für Österreich schätzen die Roland Berger Experten diese Zahl auf etwa 1,3 Mrd. Euro, für die Schweiz auf 1,4 Mrd. Euro. Die Tendenz auf dem Mietmarkt ist ähnlich: Die Befragten würden einen Aufschlag von durchschnittlich 4,5 Prozent akzeptieren. "Ein Viertel der Studienteilnehmer wäre sogar dann bereit, mehr zu bezahlen, wenn der ,Nachhaltigkeitszuschlag' höher wäre als die Einsparungen durch den niedrigeren Energiebedarf", so Büchele.

Nachhaltige Immobilien als strategische Ressource

Fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) betrachten Immobilien noch als reinen Produktionsfaktor. Jeder Dritte nimmt sie als strategische Ressource wahr. Der Vergleich mit einer Roland Berger Studie aus dem Jahr 2005 zeigt, dass sich diese Einstellung in den letzten Jahren kaum geändert hat. Dennoch beeinflusst die Sichtweise die Einstellung zu nachhaltigen Immobilien. Produktionsfaktoren unterliegen kurzfristiger Kostenminimierung, Investitionen in nachhaltige Immobilien wiederum sind langfristig und amortisieren sich entsprechend später. 50 Prozent der Studienteilnehmer gehen davon aus, dass Immobilien in ihrem Unternehmen in fünf Jahren unter strategischen Aspekten betrachtet werden.

Nachhaltigkeitszertifikate heute nicht messbar vorteilhaft Zertifikate, die den Akteuren im Immobilienmanagement als Orientierungshilfe dienen und vor ungerechtfertigt hohen Preisen schützen sollen, gibt es bereits. Aber die große Vielfalt mindert die Transparenz und damit die Akzeptanz in der Branche. Zertifikate wie das LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) und das Deutsche Gütesiegel für nachhaltiges Bauen (DGNB) haben nach Meinung der Studienteilnehmer drei Nachteile: Sie sind erstens zu einseitig an der Ökologie ausgerichtet, die ökonomische Dimension tritt hinter den Umweltaspekten zurück. Zweitens werden Aufwand und Kosten des Zertifizierungsprozesses den Bedürfnissen des Nachfragers nicht gerecht und drittens liefern immobilienspezifische Kennzahlen wie der Energieverbrauch ohnehin Rückschlüsse auf die Nachhaltigkeit. Bei aller Skepsis räumen die Befragten jedoch ein, dass Nachhaltigkeitszertifikate eine immer wichtigere Rolle als Werttreiber für Immobilien spielen werden.

Die Präsentation zur Studie finden Sie unter: www.rolandberger.com/pressreleases

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