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Roland Berger Studie zu Windenergie: Branche muss den Übergang von der Pionier-Branche zur Massen-Industrie bewältigen

München (ots) -

   - Immer mehr große Energieversorger nehmen Produktion von
     Windstrom in ihr Portfolio auf, dadurch nehmen Projektgröße und
     Standardisierung zu
   - Finanzkrise und neue Player im Markt haben zu Überkapazitäten
     geführt - Konsolidierung steht bevor
   - Von der Pionier-Branche zur normalen Industrie:
     Windkraftanlagenhersteller müssen wachsen und effizienter
     werden, Zulieferer müssen folgen 

Der Boom der globalen Windenergiebranche ist ungebrochen: Trotz der Wachstumsbremse durch die Krise im Jahr 2009 ist die installierte Leistung im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent gestiegen. Gleichzeitig steht die Branche vor einem Strukturwandel. Waren in diesem Markt bisher hauptsächlich Pionierunternehmen aktiv, verschieben sich die Gewichte zunehmend - mit den entsprechenden Folgen für Hersteller und Zulieferer. Immer stärker engagieren sich große Energieversorger, die mit der Windkraft ihren Energiemix erweitern. Dadurch nimmt die Größe der Projekte zu, und es wächst der Druck zur Kostensenkung und Standardisierung. Gleichzeitig drängen neue Anbieter auf den Markt, was zu Überkapazitäten geführt hat. Der Studie von Roland Berger Strategy Consultants zufolge ist eine Konsolidierung der Branche unumgänglich. Hersteller müssen wachsen und sich effizienter aufstellen und ihre Kosten senken, um bestehen zu können. Auch die Zulieferer müssen sich entsprechend anpassen.

"Die Windkraftanlagenbauer sind im Moment noch eine sehr heterogene Gruppe", sagt Roland Berger Partner und Studienautor Manfred Hader. Diese umfasst reine Windkraft-Pioniere, die bisher etwa die Hälfte des Markts unter sich aufteilen, ebenso wie eine ganze Reihe von regionalen Playern und traditionelle Maschinenbauunternehmen, die vor allem durch Zukäufe ihren Marktanteil immer weiter ausbauen. "Der Markt ist in Bewegung und wird sich in den kommenden Jahren völlig neu strukturieren." Ein starker Faktor ist dabei die wachsende Nachfrage von großen Energieversorgern, die mit immer größeren Windparks ihren Energiemix erweitern und so den Herausforderungen durch den CO2-Emissionshandel und steigende Preise für fossile Rohstoffe begegnen wollen. Um solche Großprojekte umsetzen zu können, schließen die Energieversorger mit einzelnen Herstellern Rahmenvereinbarungen mit dem Ziel, die Wertschöpfungskette systematisch zu standardisieren und zu industrialisieren. "Dadurch steigt der Wettbewerb unter den Herstellern und der Druck, die Kosten zu senken, nimmt zu", sagt Hader. "Dazu kommt, dass in China in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Hersteller von Windkraftanlagen entstanden sind und jetzt auf den Weltmarkt drängen."

Größe und Industrialisierung als entscheidende Faktoren

Die Roland Berger Experten kommen zu dem Schluss, dass die Windkraftanlagen-Branche sich von einer Pionier-Branche zu einer klassischen Industrie entwickeln muss: "Weil die großen Energieversorger an die Windkrafthersteller die gleichen Anforderungen stellen wie an die Hersteller konventioneller Energieerzeugungsanlagen, wird sich die Produktentwicklung auch im Windkraftbereich zunehmend an der normalen industriellen Praxis orientieren und so die Wertschöpfungskette stabilisieren", sagt Roland Berger Principal Matthias Spott. "Außerdem werden große Industriekonzerne wie Siemens oder General Electric, aber auch lokale, vor allem chinesische Player ihren Marktanteil auf Kosten der Pioniere ausbauen." Das Motto müsse daher lauten: "Werde groß und stelle dich industriell auf - oder steig aus", so Spott. Gleichzeitig ändern sich die Anforderungen der Hersteller an ihre Zulieferer. Diese müssen die Hersteller in ihrem globalen Wettbewerb unterstützen, unter anderem durch Standardisierung und Modularisierung sowie durch niedrigere Kosten. Hader: "Je enger ein Hersteller direkt mit einem Energieversorger als Kunden zusammenarbeitet, desto wichtiger wird, dass er auch mit seinen Hauptzulieferern eng kooperiert, um die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren." Die zunehmenden technologischen Herausforderungen bieten Zulieferern aber auch die Chance, sich als entscheidender Partner für die Hersteller zu positionieren und so sicherzustellen, dass sie bei der anstehenden Konsolidierung nicht auf der Strecke bleiben.

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