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Die japanische Industrie am Scheideweg zwischen Konsolidierung und Scheitern - Branchenanalyse von Roland Berger Strategy Consultants

München/Tokio (ots) -

   - Umsätze und Ergebniswachstumsraten japanischer Unternehmen
     fallen gegenüber den Unternehmen aus den USA und der EU zurück,
     die japanische Industrie verliert an Wettbewerbsfähigkeit 

   - Japanische Manager konzentrieren sich weniger auf die Steigerung
     des Unternehmenswerts als auf die Schaffung von Arbeitsplätzen,
     geringe Gewinne werden häufig nicht als Problem gesehen 

   - Heimischer Markt ist gesättigt ist und schrumpft, Wachstum durch
     Akquisitionen wird notwendig, um die Effizienz der japanischen
     Industrie zu steigern 

   - Vor allem in der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie, dem 
     Baugewerbe und der Papierherstellung, zwingt der Rückgang der 
     Rentabilität zu Konsolidierungen 

    - Unternehmen brauchen moderne Managementtechniken für 
      erfolgreiche Konsolidierungen 

   - Erfolgsrate bei Fusionen liegt unter 50% 

Die globale Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Unternehmen ist seit dem Ende des "verlorenen Jahrzehnts" immer weiter gesunken. Die globale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sinkt, wie die durchschnittlichen Wachstumsraten (CAGR) der Umsätze und der operativen Gewinne der 2000 umsatzstärksten japanischen Unternehmen zeigen. Der allgemeine Konsolidierungsgrad in Japan scheint gering zu sein, allerdings gibt es in einigen Branchen Beispiele erheblicher Konsolidierungen. In einigen Branchen wie der Chemieindustrie sind diese dringend nötig. Und offenbar eine große Herausforderung: Die tatsächliche Erfolgsrate bei Fusionen liegt unter 50% und mehr als die Hälfte der fusionierten Unternehmen weisen nach der Übernahme eine geringere Rentabilität auf. Es gibt zwei Hauptgründe für ein Scheitern - das Fehlen einer konsequenten Strategie und Missmanagement bei der Integration.

"Die japanische Industrie muss sich konsolidieren oder sie wird scheitern", sagt Dr. Martin Tonko, Principal bei Roland Berger. "Abgesehen von den japanischen Spitzenunternehmen hat die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen gemessen in Gewinn- und Umsatzwachstum gegenüber US-amerikanischen und europäischen Unternehmen deutlich nachgelassen", sagt Tonko. Es gibt nur wenige japanische Unternehmen mit überdurchschnittlichem Gewinnwachstum (9% gegenüber 22% in den USA und 28% in Europa). Viele japanische Industriezweige haben ihre Branchenstruktur trotz historisch hoher Schuldenberge beibehalten. "So sind schwache Unternehmen, die normalerweise längst vom Markt verdrängt worden wären, immer noch aktiv", sagt Tonko.

Beispiele für deutliche Konsolidierung

Eine Studie der Teikoku Data Bank hat gezeigt, dass ca. 50% der Unternehmen glauben, dass die Konsolidierung in ihrer Branche keine großen Fortschritte gemacht hat. Der Grund ist, dass sich die Unternehmen der Schwierigkeiten von Integrationen im Allgemeinen und in der aktuellen Marktsituation im Besonderen sehr bewusst sind. Maschinenbau, Baugewerbe, Hotel- und Gaststättengewerbe, Nahrungsmittel- und Chemieindustrie sind Branchen mit geringerer Konsolidierung. In der Brauerei-, Telekommunikations-, Automobilbranche und dem Seetransport hat die Konsolidierung zugelegt. "Marktkonsolidierung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sollten immer parallel verfolgt werden", so Tonko. Daneben gibt es Branchen, wie die Chemie- und Nahrungsmittelindustrie, das Baugewerbe und die Papierherstellung, in denen Konsolidierungen besonders dringend erforderlich sind.

Die praktische Durchführung der Konsolidierung gestaltet sich jedoch schwierig. Die Roland Berger Analyse zeigt, dass mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen nach der Fusion eine geringere Rentabilität aufweisen als vorher. "Die zwei Hauptgründe für ein Scheitern sind das Fehlen konsequenter Strategien und Missmanagement bei der Integration", sagt Tonko. "In der Vergangenheit wurde mehrfach Übernahmen zugestimmt, um die Insolvenz des aufgekauften Unternehmens abzuwenden. Es ging nicht darum, eine Strategie des Käufers umzusetzen. Integrationsmanagement wird häufig als ein rein bilanztechnischer Unternehmenszusammenschluss verstanden. Somit werden operative Synergien nicht genutzt."

Erfolgreiche Konsolidierung

Um die Integrationsschwierigkeiten erfolgreich zu meistern, ist ein umsichtiges Management vor und nach der Fusion notwendig. "Um wirklich weltweit wettbewerbsfähig zu sein, sind Ertragssynergien wichtig. Daher sollten japanische Unternehmen auch eine branchen- oder länderübergreifende Konsolidierung in Betracht ziehen", sagt Tonko. "Zurzeit spielen sich viele Konsolidierungen innerhalb einer Branche oder höchstens innerhalb des Inlandsmarktes ab. Dies führt tendenziell zu Kostensynergien. In letzter Zeit konnten wir vermehrt branchenübergreifende und internationale Konsolidierungen beobachten. Das ist ein gutes Zeichen."

Die Studie können Sie kostenfrei herunterladen unter: www.rolandberger.com/pressreleases

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.100 Mitarbeiter haben im Jahr 2008 einen Honorarumsatz von mehr als 670 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

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