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Globale Roland Berger Studie zur Automatisierungsindustrie: Bis 2015 deutlich niedrigeres Wachstum - China entwickelt sich zum wichtigsten Markt

München (ots) -

-Mehr als 120 Interviews mit Herstellern, Kunden und Verbänden in
Europa, USA, Japan und China 

-Globale Wachstumsprognose bis 2015: 
nur noch 1,5 Prozent Wachstum pro Jahr (2004-2007: 9%) 

-China bereits heute größter Markt für Automatisierungstechnologie 
(8% Wachstum jährlich), Wachstum der etablierten Märkte wie 
Deutschland, USA und Japan im niedrigen einstelligen Bereich 

-Prozessautomation wird das Niveau von 2007 2012 wieder erreichen, 
Fertigungsautomation nicht vor 2014, Fahrzeugbau wegen struktureller 
Probleme nicht vor 2015 

-Technologietrends: Energieeffizienz und Informationsdurchgängigkeit 

Die Finanzkrise hat der stärksten Wachstumsperiode der Automatisierungsindustrie von 2004 bis 2007 mit Zuwachsraten von neun Prozent jährlich, ein jähes Ende bereitet. Nach dem massiven Markteinbruch in Folge der Finanzkrise um etwa 18 Prozent verglichen mit 2007 wird die Branche bis 2015 nur noch um 1,5% jährlich wachsen. Das geht einer globalen Studie zur Entwicklung der Automatisierungsbranche bis 2015 hervor, für die Roland Berger Strategy Consultants weltweit 120 Experten befragt hat. Das Ergebnis: Das Wachstum der etablierten Märkte wie Deutschland, den USA und Japan bewegt sich im niedrigen einstelligen Bereich. Nur in China wächst die Branche weiter mit etwa 8% jährlich: Das Land hat die USA als größter Markt abgelöst. Weltweit werden zukünftig Energiewirtschaft und Öl & Gas zu den Wachstumstreibern der Branche gehören. Während der Markt für Prozessautomation schon 2012 wieder das Niveau von 2007 in 2012 erreichen wird, rechnen die Roland Berger Experten für die Fertigungsautomation frühestens 2014, im besonders schwer getroffenen Fahrzeugbau sogar frühestens 2015 damit.

"Grundsätzlich gibt es keine Standardlösungen, um das Wachstum der Automatisierungsbranche wieder auf das Niveau vor der Finanzkrise zu bringen", sagt Dr. Martin Eisenhut, Partner im Kompetenzzentrum Engineered Products&Hightech bei Roland Berger Strategy Consultants. "Nach einer historischen Boomphase von 2004 bis 2007 mit einem jährlichen Wachstum von etwa neun Prozent, muss sich die Branche in den kommenden Jahren an deutlich niedrigere Wachstumsraten gewöhnen". Die Automatisierungsindustrie zählt weltweit zu den Hochtechnologie-Branchen, umfasst 238 Milliarden Euro und beschäftigt 1,7 Millionen Menschen.

Marktentwicklung: Nur China wächst - und löst die USA ab

Während etablierte Märkte wie die USA und Japan in den vergangenen Jahren stagnierten oder sogar schrumpften, legte China mit mittleren zweistelligen Wachstumsraten weiter ein rasantes Wachstum hin und wird auch in Zukunft weiter mit etwa 8% jährlich wachsen: "Das Land hat die USA damit als größter Markt abgelöst und den weltweiten Einbruch abgemildert", sagt Astrid Latzel, Projektmanagerin bei Roland Berger. Zu den weiteren Hoffnungsträgern zählen die Branchen Energiewirtschaft sowie Öl & Gas. Die Stahlproduktion wird ihren Schwerpunkt in Asien haben, eine Region, die auch für die Automobilbranche neben Europa immer bedeutender wird. "Die Automatisierungsanbieter müssen ihre globale Wertschöpfungskette an den regionalen Verschiebungen in den Kundenindustrien ausrichten ", sagt Latzel. "Der Maschinenbau ist neben Europa auch zunehmend in Asien präsent".

Infolge der weltweiten Finanzkrise ist auch der Automationsmarkt mit sechs bis zwölf Monaten Verzögerung um etwa 13% gegenüber 2007 eingebrochen. "Der Prozessautomation kam zu Gute, dass nicht-zyklische Industrien wie die Energiewirtschaft und Pharma stabilisierend wirkten", sagt Latzel. "Die Prozessautomation wird das Niveau von 2007 allerdings nicht vor 2012 wieder erreichen, die Fertigungsautomation wohl sogar frühestens 2014." Am längsten wird die Erholung im Fahrzeugbau dauern: Aufgrund struktureller Probleme wird er das Niveau von 2007 nicht vor 2015 erreichen.

Trends: Energieeffizienz und Informationsdurchgängigkeit

"Energieeffizienz ist aktuell das beherrschende Thema sowohl in der Prozess- als auch in der Fertigungsindustrie", sagt Eisenhut. "Sie schafft neue Anwendungsschwerpunkte für Softwareprodukte, Intelligente Steuerung, verbrauchsarme Komponenten und Service." Die Prozessautomation kann einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz leisten. Weitere Technologietrends sind die Maschinensicherheit und die Informationsdurchgängigkeit. "Diese ist die Voraussetzung dafür, sämtliche Optimierungspotenziale nutzen zu können, die durch die Auswertung und Analyse von Betriebsdaten möglich sind", sagt Eisenhut.

Nachhaltiges Geschäftsmodell ist entscheidend

Nach einer langen Boomphase in den Jahren 2004 bis 2007 mit massiver Portfolio- und Kapazitätserweiterung, mussten Automatisierungsanbieter krisenbedingt drastisch ihre Kosten senken und Kapazitäten anpassen. In der nahen Zukunft müssen sie das Geschäftsmodell jetzt nachhaltig aufstellen. Von der Ausgangspositionierung des Unternehmens hängen die unterschiedlichen strategischen Wachstumspfade ab. "Für Hersteller komplexer Komponenten kann die Lösung in Lean Products oder einer hohen Fertigungstiefe liegen", sagt Eisenhut. "Für Systemhersteller dagegen vielleicht in der Optimierung der Wertschöpfungstiefe sowie in einem aktiven Produkt-Lebenszyklus-Management." Der Druck auf die Hersteller, sich klar zu positionieren, ist in der Krise gewachsen. Die Liste der strategischen Handlungsoptionen ist lang: Sie reicht vom Markteintritt in China über die Einführung von Lean Products, globalem Pricing bis hin zur Optimierung des globalen Produktions-Footprints.

Auszüge aus der Studie können Sie kostenfrei herunterladen unter: www.rolandberger.com/pressreleases

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.100 Mitarbeiter haben im Jahr 2008 einen Honorarumsatz von mehr als 670 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

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