TÜV Rheinland AG

Energieeffiziente Rechenzentren: Klimaschutz spart Geld
Erstes Großrechenzentrum erfolgreich geprüft
Energiekosten um 20 bis 40 Prozent senken

Köln (ots) - Senkung des Energieverbrauchs und der Kosten einerseits, Steigerung der Effizienz andererseits: Mit diesen Zielen hat TÜV Rheinland im September 2008 die Prüfung nach dem neuen Standard für "Energieeffiziente Rechenzentren" gestartet. Erfolgreich: Bereits ein halbes Jahr nach der Präsentation haben die Fachleute von TÜV Rheinland mit nahezu allen großen Hardwarelieferanten und bedeutenden Systemhäusern in Deutschland strategische Partnerschaften geschlossen. Für IBM, die bereits maßgeblich an der Entwicklung der Prüfkriterien beteiligt war, wurde zudem das erste Rechenzentrum erfolgreich in Sachen Energieeffizienz zertifiziert: Das New Data Center Eschborn bei Frankfurt am Main erhält als erstes weltweit das Premium-Zertifikat "Energieeffizientes Rechenzentrum" von TÜV Rheinland. "Das Thema Energieeffizienz gewinnt in der Computerbranche weiter an Bedeutung. Das gilt für Geräte zu Hause und im Büro ebenso wie für die Infrastruktur zum Betrieb von Rechenzentren", so Ulrich Fietz, Vorstand Operatives Geschäft und Finanzen der TÜV Rheinland Group.

Weitere zehn Rechenzentren wurden bereits von den Umweltexperten des TÜV Rheinland energetisch vermessen und sind derzeit in der unabhängigen Prüfung. Erste Projekte in Westeuropa, Südosteuropa, USA und Asien sind ebenfalls bereits konkret angelaufen. Bis Ende 2009 werden die Fachleute von TÜV Rheinland voraussichtlich mindestens 50 Großrechenzentren auf Energieeffizienz untersucht und zertifiziert haben. Dadurch ließen sich rund 22.000 Megawattstunden Strom im Jahr sparen - so viel Strom, wie eine Stadt mit 20.000 Einwohnern im Jahr verbraucht. Dies entspricht einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 8.500 Tonnen pro Jahr.

"Ziel unserer Zertifizierung ist es, den Betreibern auf Basis umfassender Messungen und eingehender Analyse konkrete Vorschläge zur dauerhaften Optimierung des Energieeinsatzes zu machen", erklärt Rainer Wirtz, Fachmann des TÜV Rheinland für Informations- und Kommunikationstechnik. Bisherige Erfahrungen des TÜV Rheinland zeigen, dass sich in energieeffizient gestalteten Rechenzentren zwischen 20 und 40 Prozent des Energiebedarfs und somit der Kosten einsparen lassen. Dieses Potenzial wurde bislang nicht ausgeschöpft. Nach Schätzungen der Fachleute gibt es allein in Deutschland mehr als 500 Rechenzentren der Größenklasse über 1.000 Quadratmeter.

Der Prozess der Zertifizierung läuft in mehreren Schritten ab. Vor der eigentlichen Zertifizierung erfolgt ein Effizienzcheck. Dabei wird das Rechenzentrum daraufhin geprüft, ob es auf dem Energie- und Organisationsniveau ist, um das Zertifikat zu erhalten. Zudem werden erste Maßnahmen zur nachhaltigen Energieeinsparung erarbeitet, die Betreiber bis zum Audit umsetzen sollten. Bei der eigentlichen Zertifizierung selbst wird ein über 100 Kriterien umfassender Prüfkatalog des TÜV Rheinland abgearbeitet. Darin geht es nicht nur um die Hardware, sondern um die gesamte Infrastruktur des Rechenzentrums, die bis zu zwei Drittel zum Stromverbrauch beiträgt, und ferner um organisatorische Strukturen.

Vergeben wird das Zertifikat des TÜV Rheinland, wenn im Rechenzentrum mindestens 60 Prozent der Prüfkriterien dauerhaft erfüllt sind. Rechenzentren, die über 80 Prozent der Kriterien erfüllen, erhalten ein Premium-Prüfsiegel. Die Zertifizierung des TÜV Rheinland erfolgt für drei Jahre mit jährlichen Überwachungsaudits. Nach drei Jahren ist eine neue Zertifizierung erforderlich. Mit dem Zertifikat belegt der Betreiber des Rechenzentrums, dass er geeignete Instrumente zur Analyse, Überwachung und Optimierung des Energieeinsatzes geschaffen hat und die Energieeffizienz während der Laufzeit des Zertifikats kontinuierlich verbessert.

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