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Rheinische Post: Köln - gottlob heilig

    Düsseldorf (ots) - Von Jens Voss

    Die Überraschung des evangelischen Kirchentages ist nicht beim Thema G8-Gipfel zu erwarten - dazu ist ja alles gesagt. Die Überraschung liegt auf dem Feld der Ökumene, deren Zustand zuletzt gern mit dem Etikett "Eiszeit" versehen wurde, weil sich in der Frage des gemeinsamen Abendmahls anscheinend nichts bewegt. Zu Unrecht. Ausgerechnet der oft als Hardliner geschmähte Kardinal Meisner ist ein überaus gastfreundlicher Partner der Evangelischen. Präses Schneider lobt seinerseits Meisners - zuweilen schroffe - Offenheit als klärend; die Evangelischen wollen bei ihren Abendmahlsgottesdiensten Katholiken nicht in Gewissensnot stürzen. All das ist keine taktische Spielerei, sondern tiefer Reflex auf die Realität der europäischen Christenheit: Sie schrumpft  und rückt zusammen. Der Präses schließlich hat gestern einen Begriff genannt, der sich als Schlüssel erweisen könnte: die Taufe. Trotz der Unterscheide im Amtsverständnis (Haupthindernis beim gemeinsamen Abendmahl) erkennen die Kirchen ihre Taufen nun an. Das könnte zum Modell für die Eucharistie werden. Zu hören ist, dass auch in Rom in diese Richtung gedacht wird. Köln, das gottlob heilig und rheinisch ist, ist der beste Ort der Welt, solche Gedanken zu beflügeln.

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