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Rheinische Post: Kommentar: Familienkrach am Golf

Düsseldorf (ots) - Von Katar wissen die meisten Menschen nur, dass es dort viel Öl und entsprechend viel Reichtum gibt. Und dann bald auch eine Fußball-WM, die im Winter stattfinden muss, weil es sonst zu heiß ist. Das Golf-Scheichtum versucht, sich mit glitzernden Bauten, prestigeträchtigen Sport-Events und Bildern von Traumstränden ein modernes Image zu verschaffen. Aber davon darf man sich nicht blenden lassen: All dies ist kein Beleg für Aufgeklärtheit oder gemeinsame Werte mit dem Westen. Katar ist ein steinreicher, islamisch-konservativer und undemokratischer Staat, dessen Führung gerne mit religiösen Extremisten liebäugelt. Nur: Das sind die Saudis und Emiratis, die jetzt über Katar herfallen, auch. Es gibt in diesem Familienkrach keine klare Rollenverteilung in Gut und Böse. Und der Streit wurde auch nicht von Donald Trump ausgelöst, er schwelt schon lange. Katar ist den anderen Golfstaaten zu aufmüpfig und gilt als zu konziliant gegenüber dem Iran. Die Drohgebärden seiner Nachbarn belegen vor allem, dass der Konflikt mit Teheran sich gefährlich zuspitzt. Der Region droht ein neuer Krieg.

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