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Rheinische Post: Kommentar: Gekniffene VW-Kunden

Düsseldorf (ots) - Das Problem ist der Zeitdruck: VW möchte, dass Kunden ihre vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge schnell nachrüsten lassen. Man will das Thema abschließen - und natürlich möglichst günstig, um sich mit voller Kraft auf die Zukunft zu konzentrieren, auf Elektrofahrzeuge und selbstfahrende Autos. Das ist aus unternehmerischer Sicht legitim. Anständig ist es nicht. Nicht nur, dass europäische Kunden keine Entschädigung bekommen wie die in den USA, sie müssen - das zeigen die Untersuchungen der EU-Kommission - auch Sorge haben, dass ihre Fahrzeuge langfristig Schäden vom Rückruf davontragen, weniger wert sind. Es bräuchte genaue Untersuchungen, Langzeit-Tests, bei denen die Fahrzeuge etliche zehntausend Kilometer zurücklegen, um dies auszuschließen. Das geht nicht mit Zeitdruck. Und es bräuchte Politiker und Behörden, die den Verbraucherschutz über die Interessen des Großkonzerns stellen. Die Ironie an der Geschichte ist: Von der Bundesregierung dürfen die VW-Kunden nur wenig Hilfe erwarten. Ihnen bleibt nur die Hoffnung auf die sonst so oft gescholtene EU.

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