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Rheinische Post: Kommentar: Falsche Wahrnehmung

Düsseldorf (ots) - Der Fall der in Düsseldorf vergewaltigten 90-Jährigen sorgt landesweit für großes Entsetzen. Dass eine Seniorin nach einem Kirchgang am helllichten Tag so brutal überfallen wird, macht fassungslos und wütend. Ähnlich wie nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht mag manchen nun wieder das Gefühl beschleichen, dass solche Sexualstraftaten zunehmen, dass es so etwas in der Heftigkeit früher nicht gegeben hat. Viele sehen sich durch die abscheuliche Tat sogar in ihrer Meinung bestätigt, dass es auf den Straßen nicht mehr sicher sei, die Polizei längst die Kontrolle verloren habe und der Staat nur noch zusehe statt zu handeln. Rufe nach Bürgerwehren werden längst nicht nur in einschlägigen Kreisen laut. Gezielt werden Ängste geschürt, obwohl die Polizeistatistiken eindeutig besagen, dass Sexualstraftaten in NRW seit 2011 deutlich abgenommen haben. Panikmache ist daher völlig fehl am Platz. Stattdessen sollte man sich bei allem Entsetzen über die Vergewaltigung der Seniorin den Schaum vor dem Mund abputzen und sich die Fakten anschauen.

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