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Rheinische Post: Kommentar
Alte Sünden führen zu Sicherheitslücken heute = Von Jan Drebes

Düsseldorf (ots) - Es gehört zur Aufgabe von Gewerkschaftern, die Arbeitsbedingungen ihrer Schützlinge - in diesem Fall der Polizeibeamten - zu beklagen. Dafür werden sie bezahlt. Doch die Zahl, die die Gewerkschaft der Polizei jetzt nennt, ist wirklich alarmierend: 21 Millionen Überstunden haben Polizeibeamte zuletzt angesammelt. Und es ist angesichts des Personalmangels und gestiegener Anforderungen etwa bei der Terrorabwehr kaum Besserung in Sicht. Im Gegenteil: In gut einer Woche beginnt die Bundesligasaison, Spieltage bedeuten jedes Mal einen zusätzlichen Kraftakt für die Beamten. Damit zahlt die Öffentlichkeit heute die Zeche für einstige Sparprogramme vor allem der Länder. Lücken in der Verbrechensbekämpfung sind dem massiven Abbau von Polizeistellen vor rund zehn Jahren geschuldet. Sicher, damals konnte man noch keine Massenmigration vorhersehen. Gleichwohl zeichnete sich auch da schon ab, dass aufgrund demografischer Verschiebungen die Personaldecke immer dünner werden würde. Und da ist es weder für die Bürger noch für die Beamten ein großer Trost, wenn sich heute Polizisten in NRW ihre Überstunden ausbezahlen lassen können - Lücke bei der Sicherheit und Last bei der Polizeiarbeit bleiben trotzdem.

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