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Rheinische Post: Kommentar: Bitteres Ende der Lügen

Düsseldorf (ots) - Das Scheitern der SPD-Abgeordneten Petra Hinz wegen ihres erfundenen Lebenslaufes macht ratlos, traurig und auch ärgerlich. Der Rücktritt war zwangsläufig - ein Mensch, der Abitur, Staatsexamen und zweites Examen frei erfindet, kann nicht Abgeordneter des Bundestages sein. Ratlos macht die Frage, wie eine solche Hochstapelei möglich war: Frau Hinz arbeitete vier Jahre nach eigener Angabe als "Juristin" in einem großen Unternehmen, sie lebte immer in Essen, sie ist seit 1989 in der Politik - und da fällt niemanden auf, dass sie überhaupt kein Jura studiert hatte? Seltsam. Traurig macht die Frage, welchen Antrieb sie hatte. Glaubte Hinz, in der früheren Arbeiterpartei SPD ohne Abitur und Studium keine Chance zu haben? Ist die einstige Partei der Solidarität so kalt, dass keiner eine Schwäche eingestehen kann? Oder handelte es sich um krankhafte, rein persönliche Geltungssucht? Ärgerlich ist, dass Hinz nun wohl 2500 Euro an Pension zustehen. Das ist zwar korrekt, weil alle Abgeordneten gleich behandelt werden müssen. Als quasi "Lohn" für 30 Jahre Lügen ist das aber viel Geld.

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