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Rheinische Post: Kommentar: Mythos Ärztemangel

Düsseldorf (ots) - Funktionäre klagen gerne über Ärztemangel, um im Gegenzug mehr Geld zu fordern. Dabei gibt es genug Ärzte in Deutschland, sie sind nur falsch verteilt. Ballungszentren sind überversorgt, auch weil dort viele Privatpatienten leben. Auf dem Land fehlt es dagegen an Hausärzten - aber auch nicht in dem Maße, wie Lobbyisten gerne glauben machen. NRW hat faktisch kein Problem. Das System braucht nicht mehr Geld, es braucht bessere Organisation zum Wohl von Patienten und Ärzten. Warum verdienen Radiologen und Augenärzte viel mehr als Hausärzte, obwohl Letztere als Grundversorger für Körper und Seele eine zentrale Funktion haben? Warum sind Facharztpraxen oft so schlecht organisiert, dass Patienten selbst in Großstädten Wochen auf Termine warten müssen? Warum dürfen Kliniken auf dem Land nicht ambulant arbeiten? Warum kauft man frei werdende Arztsitze in Städten nicht auf? Anstatt Landarzt-Programme aufzulegen, sollte sich Minister Gröhe lieber mit der Facharzt-Lobby anlegen. Er aber löst Konflikte lieber mit Geld, der Beitragsschock geht auf sein Konto.

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