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Rheinische Post: Wirtschaftsverbände warnen vor Ende des freien EU-Grenzverkehrs / DIHK: Deutsche Wirtschaft wäre mit zehn Milliarden Euro pro Jahr betroffen

Düsseldorf (ots) - Führende Wirtschaftsvertreter und Ökonomen haben die Bundesregierung vor einer Gefährdung des freien EU-Grenzverkehrs und einem Zusammenbruch des Schengen-Raums gewarnt. Im Falle der Einführung intensiver Grenzkontrollen in Europa sei mit massiven Problemen für die deutsche Wirtschaft zu rechnen. "Durch Staus und Wartezeiten, zusätzliche Bürokratie oder die Umstellung von Just-In-Time-Lieferung auf deutlich teurere Lagerhaltung können sich die Kosten für die deutsche Wirtschaft schnell auf zehn Milliarden Euro pro Jahr summieren", sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). "Europa braucht den freien Grenz- und Warenverkehr", sagte auch Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der Redaktion. "Die Konsequenzen von Behinderungen oder gar geschlossenen Grenzen für die europäische Wirtschaft mit ihrer ausgeklügelten Arbeitsteilung und Logistik sind nicht auszudenken", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). "Eine Grenzschließung hätte Kosten für die deutsche Wirtschaft und die der europäischen Nachbarn", sagte auch Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Redaktion. "Vor allem schafft eine Grenzschließung noch mehr Unsicherheit, was Gift für die Wirtschaft ist in einer eh schon instabilen globalen Konjunktur", sagte Fratzscher.

Kontext:

Die Wirtschaftsvertreter reagierten damit auf den wachsenden politischen Druck der Union auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Grenzkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze zu verschärfen. Auch Österreich und Slowenien planen Grenzschließungen wegen des hohen Flüchtlingsandrangs.

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