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Rheinische Post: Kommentar
Politik des billigen Öls = Von Georg Winters

Düsseldorf (ots) - Jedes Mal, wenn wir mit dem Auto an die Tankstelle fahren oder der Heizöl-Lieferant kommt, freuen wir uns über niedrige Energiepreise. Daran wird sich vorerst nichts ändern. Ein steigender Ölpreis ist nicht in Sicht, weil sich die Opec und die US-Fracking-Konzerne einen Preiskrieg liefern. Doch billiges Tanken ist nur ein Teil der Wahrheit. Ein gewichtiges Argument gegen den Preisverfall ist der Klimawandel. Er macht regenerative Energien notwendiger denn je, aber für deren Förderung fehlt der ökonomische Anreiz, so lange Öl so billig ist. Politisch hat der Ölpreis die Opec gespalten. Die Iraner wollten ihre Partner dazu bringen, weniger zu fördern, damit sie selbst auch wieder verkaufen können. Aber ob und wann das passieren wird, ist unklar. Die Saudis fahren ihren eigenen Kurs, ohne Rücksicht auf die Schwierigkeiten der Partner. Zu hohe Fördermengen treiben Venezuela und vielleicht auch Nigeria in die Pleite, aber sie schwächen vor allem auch Saudi-Arabiens Erzfeind Iran. Die Saudis bleiben der Machtfaktor in der Region, und auch das prägt ihre Ölpolitik.

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