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Rheinische Post: Kommentar
Pegida missbraucht die Heimat = Von Horst Thoren

Düsseldorf (ots) - Jetzt sind die Schützen offenbar ins Fadenkreuz rechtspopulistischer Pegida-Anhänger geraten. Die Brauchtumsfreunde werden wohl für potenzielle Sympathisanten gehalten und deshalb gezielt angeschrieben. Das löst bei den Schützenbruderschaften Empörung aus. Zurecht: Die Schützen lassen sich nicht in die rechte Ecke stellen. Sie wehren sich gegen den perfiden Versuch, mit ihren Idealen von Heimat und Tradition Ausgrenzung und Fremdenhass zu begründen. Die Pegida-Werber behaupten, der Zustrom fremder Menschen stelle Feste und Traditionen in Frage, gefährde die christliche Identität, nehme den Kindern Heimat und Zukunft. Vollkommen falsch! Gelebte Tradition geht nicht unter, weil andere Menschen und Einflüsse hinzukommen. Sie ist nur dann gefährdet, wenn sie keinen Rückhalt mehr findet. Tradition kann vielmehr der Haltepunkt sein, der auch den Zuwanderern das gibt, was Schützen und Brauchtumsfreunde für sich in Anspruch nehmen: Heimatgefühl. Es ist infam, wenn Pegida den Schützen unterstellt, Heimat nur für sich zu wollen. Festfreude lebt davon, dass sie geteilt wird - mit vielen, unabhängig von ihrer Herkunft und Religion. Wäre das nicht so, verginge mir - wie vielen anderen Schützen - der Spaß an der Freud.

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